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Karabatic: "Betrugsvorwurf ist inakzeptabel"

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Tränen im Handball-Skandal: Karabatic muss vor Gericht

03.10.2012, 10:28 Uhr | dpa

Karabatic: "Betrugsvorwurf ist inakzeptabel". Gegen Nikola Karabatic wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Gegen Nikola Karabatic wurde ein Strafverfahren eingeleitet. (Quelle: dpa)

Paris (dpa) - Als er den Ernst der Lage erkannte, brach Handball-Weltstar Nikola Karabatic in Tränen aus. Der frühere Kieler muss sich im französischen Wett- und Manipulationsskandal um Rekordmeister Montpellier AHB wegen Betrugs vor Gericht verantworten.

Kurz nach der Einleitung eines Strafverfahrens gegen ihn beteuerte der 28-jährige Olympiasieger von 2012 auf Facebook seine Unschuld: "Dass man mich des Betrugs und der Spielmanipulation beschuldigt, dass man uns den Medien zum Fraß vorwirft ist inakzeptabel", postete er in der Nacht zum Mittwoch und sprach von einem "Alptraum".

Neben Karabatic wurden gegen sechs andere aktuelle oder ehemalige MAHB-Spieler sowie fünf weitere Personen Verfahren in die Wege geleitet. Die Handballer stehen im Verdacht, in der vorigen Saison ein Meisterschaftsspiel absichtlich verloren zu haben. Damit sollen sie Verwandten und Bekannten nach jüngsten Behördenangaben hohe Wettgewinne von insgesamt knapp 300 000 Euro ermöglicht haben.

Die Betroffenen, darunter Nikolas Bruder Luka, die Freundinnen der beiden und auch der inzwischen zu Paris SG gewechselte Olympiasieger Samuel Honrubia müssen vor Gericht. Ihnen drohen wegen Betrugs und Korruption bis zu fünf Jahre Haft und Geldstrafen von 75 000 Euro.

Anwalt Eric Dupond-Moretti verriet, Nikola Karabatic habe vor dem Untersuchungsrichter geheult, als er am Dienstagabend im Justizpalast von Montpellier gesagt hatte: "Ich habe mein Leben seit meiner Geburt dem Handball gewidmet, mich für den Sport eingesetzt, wie vorher mein Vater." Dem Beschluss des Richters zufolge darf Karabatic bis auf weiteres weder seine Teamkollegen treffen noch offiziell - etwa in der Champions League im Rückspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt - spielen. Karabatic sei de facto "arbeitslos", klagten die Anwälte.

Das gleiche Schicksal wie die Karabatic-Brüder und Honrubia trifft den serbischen Internationalen Mladen Bojinovic - der wie Honrubia inzwischen zu Paris SG gewechselt war - die Slowenen Primoz Prost und Dragan Gajic sowie den Tunesier Issam Tej. Insgesamt wurden am Dienstag Strafverfahren gegen 13 Personen eingeleitet, darunter die beiden Freundinnen der Karabatic-Brüder. Lukas Partnerin ist das bekannte Model und die TV-Moderatorin Jeny Priez. Alle wurden nach der Richter-Entscheidung gegen Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die Ermittlungen waren erst am vergangenen Mittwoch bekannt geworden. Bei der Affäre geht es um die 28:31-Niederlage Montpelliers am 12. Mai beim abstiegsgefährdeten Cesson-Rennes HB. MAHB stand damals als Meister fest, die späteren London-Olympiasieger Karabatic und Honrubia waren wegen Verletzung nicht dabei. Am Sonntag waren Karabatic und seine Kollegen nach einem Spiel noch in der Kabine von Beamten verhört und dann mit Blaulicht und Sirene in Polizeiwagen weggefahren und in Gewahrsam genommen worden.

Während des Spiels bei Cesson-Rennes waren ungewöhnlich viele hohe Wetteinsätze auf einen Halbzeitrückstand und eine Niederlage des Champions-League-Siegers von 2003 getätigt worden. Die Polizei fand heraus, dass viele Wetten von Frauen, Freundinnen, Freunden und Angehörigen der Spieler abgeschlossen wurden. Aus Polizeikreisen sickerte durch, dass bei der Abhörung von Telefonaten Spieler von "dickem Geld" gesprochen hätten und davon, "das Spiel zu verlieren".

Der zweimalige Olympiasieger und zweimalige Weltmeister Karabatic verteidigte sich auf Facebook: "Habe ich gewettet? Nein, ich habe nicht gewettet. Hat meine Freundin gewettet? Ja. Hat sie mich informiert? Ja". Seine Freundin habe das Team seit Jahren verfolgt und kenne die Liga sehr gut. Innerhalb von Stunden klickten mehr als 80 000 Fans auf den "Gefällt-mir-Button".

Helfen wird das wohl wenig, denn der Verband und die Handballszene sprechen von "exemplarischen Strafen". Das Sportportal "Sports.fr" sieht knapp zwei Monate nach dem umjubelten Olympia-Gold bereits "die Köpfe rollen".

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