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Handball-WM: Frankreich-Coup bringt dem DHB-Team viel Selbstvertrauen

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Frankreich-Coup bringt jede Menge Selbstbewusstsein

19.01.2013, 13:54 Uhr | sid

Handball-WM: Frankreich-Coup bringt dem DHB-Team viel Selbstvertrauen. Freude pur im deutschen Team: Patrick Groetzki, Trainer Martin Heuberger und Oliver Roggisch (v.li.) (Quelle: imago/Camera 4)

Freude pur im deutschen Team: Patrick Groetzki, Trainer Martin Heuberger und Oliver Roggisch (v.li.) (Quelle: imago/Camera 4)

Das Lächeln war noch etwas strahlender, das Kreuz zumindest gefühlt ein bisschen breiter. Beschwingt vom berauschenden 32:30-Erfolg gegen den Titelverteidiger Frankreich am Vorabend bezogen die deutschen Handballer ihr neues WM-Quartier in Barcelona. In der noblen Vier-Sterne-Herberge "Hotel Princess" schwört Bundestrainer Martin Heuberger seine Spieler auf das Achtelfinale gegen Mazedonien am Sonntag (ab 15.45 Uhr im Live-Ticker von t-online.de) ein.

"Die Mannschaft hat Lunte gerochen, aber wir dürfen jetzt nicht überpacen", sagte Heuberger. "Wir müssen jetzt schön auf dem Boden bleiben. Den Sieg zu überschätzen, wäre fatal. Auch wenn es noch so schön war, für den Erfolg gegen Frankreich können wir uns nichts kaufen." Dem Bundestrainer dürfte bewusst sein, dass die Erwartungshaltung in der Heimat nach der grandiosen Leistung gegen den Olympiasieger deutlich gestiegen ist.

Diesmal auch im Angriff stark

Beim ersten Sieg gegen die Franzosen seit seit sechs Jahren hatte sich die Heuberger-Sieben von ihrer besten Seite gezeigt. In der Abwehr war die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) gewohnt bissig, aber diesmal präsentierte sich auch der Angriff deutlich spielfreudiger. Heuberger war seiner Linie auch im Duell mit dem großen Turnierfavoriten treu geblieben und hatte munter durchgewechselt.

"Wir sind hier angereist als die Gurkentruppe vom Dienst, die vielleicht überhaupt keine Chance hat. Es gab Leute, die haben uns schon in der Vorrunde nach Hause geschickt. Doch jetzt haben wir Selbstbewusstsein getankt", sagte Spielmacher Michael Haaß. Er hob die Bedeutung des Siegs gegen einen "Großen des Handballsports" hervor. "Wen das nicht pusht, dem ist nicht mehr zu helfen", sagte Haaß.

Achtelfinale soll nicht das Ende sein

Von einer Favoritenstellung gegen den EM-Fünften Mazedonien will das deutsche Team nichts wissen. "Das ist ein K.o.-Spiel, da ist es scheißegal, wer der Favorit ist. Es geht 60 Minuten um alles. Das Achtelfinale soll nicht unsere Endstation sein", sagte Rechtsaußen Patrick Groetzki, der mit sechs Toren bester deutscher Werfer gegen Frankreich war.

Heuberger warnte in erster Linie vor dem wurfgewaltigen Kiril Lazarov. Mazedoniens Rückraumspieler ist der unumstrittene Topstar und kann mit seinen Toren ein Spiel alleine entscheiden. Bei der WM 2009 in Kroatien wurde der inzwischen 32-Jährige mit 92 Treffern bester Werfer, in Spanien glänzte er bisher mit 36 Treffern in den fünf Vorrundenspielen. Die Erinnerungen der Deutschen an Mazedonien sind jedenfalls gut. Im letzten Duell vor einem Jahr bei der EM in Serbien behielt das deutsche Team in einem Handball-Krimi knapp die Oberhand (24:23). Alle drei bisherigen Duelle gewann die DHB-Auswahl.

"Wer rasiert, verliert"

Kapitän Oliver Roggisch ist vor dem Achtelfinale nicht bange. "Wenn wir die Leistung vom Frankreich-Spiel wiederholen, wird es schwierig uns zu schlagen", sagte der Abwehrchef, der sich bis zum Turnierende nicht mehr rasieren wird. "Wer rasiert, verliert. Bei dieser WM wird der Bart nicht mehr abkommen", so Roggisch. Aber: "Wir dürfen jetzt nicht denken, wir sind die Besten."

Nur nicht abheben, lautet jetzt der Leitspruch. Denn ungewollt hat der EM-Siebte die bisher so bequeme Rolle als Außenseiter verlassen. Torhüter Silvio Heinevetter tritt dann auch auf die Euphoriebremse: "Wir wollen den Tag nicht vor dem Abend loben. Wir wissen das einzuordnen und werden nicht die Bodenhaftung verlieren. Jetzt geht es in die K.o.-Phase, da ist der Sieg vollkommen wurscht."

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