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Clubs fühlen sich erpresst: IHF stellt Bedingungen

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Clubs fühlen sich erpresst: IHF stellt Bedingungen

22.02.2013, 16:18 Uhr | dpa

Clubs fühlen sich erpresst: IHF stellt Bedingungen. Ulrich Strombach ist Präsident des Deutschen Handballbundes.

Ulrich Strombach ist Präsident des Deutschen Handballbundes. (Quelle: dpa)

Leipzig (dpa) - Der Handball-Weltverband IHF macht ernst in der Kraftprobe mit Europas Clubs: Vier Wochen nach Ende der WM in Spanien stellt die Föderation Bedingungen für die Auszahlung der Abstellgebühren für die Spieler.

Laut einer Mitteilung der Vereins-Vertretung Forum Club Handball (FCH) sollen die als eine Art Lohnfortzahlung gedachten Gelder nur an die Clubs ausgezahlt werden, die über ihre nationalen Verbände mit der IHF zusammenarbeiten. Dies sollen die Vereine dem Weltverband schriftlich bestätigen. "Ich sehe das als Erpressung", sagte FCH-Geschäftsführer Gerd Butzeck der Nachrichtenagentur dpa.

Die IHF hatte nach einem Beschluss ihres Councils bereits im November 2012 in einem Schreiben an die nationalen Verbände angekündigt, "die Ausgleichszahlungen nur an die Vereine auszuschütten, die sich zu einer direkten Zusammenarbeit mit der IHF ohne einen anderen Unterhändler als die nationalen Verbände bereiterklären".

Damit soll das Forum Club Handball (FCH), das von der Europäischen Handball-Föderation (EHF) als gleichberechtigter Partner anerkannt ist, als Interessenvereinigung der Vereine auf globaler Ebene ausgeschaltet werden. Zahlreiche Vereine haben inzwischen die jüngste Forderung zurückgewiesen, die zugesagten Gelder nur zu erhalten, wenn sie allein die nationalen Verbände als ihre Interessenvertreter gegenüber der IHF anerkennen.

Das FCH hatte auf seiner Generalversammlung Ende Januar in Barcelona beschlossen, eine Klage von zwölf Bundesliga-Clubs gegen den Deutschen Handballbund (DHB) und die IHF zu finanzieren. Ziel ist es, dass die Vereine als direkte Gesprächs- und Verhandlungspartner ohne nationale Verbände als Zwischenstation anerkennt werden. "Die Klage wird demnächst eingereicht", sagte Butzeck.

Bislang verweigert der Weltverband Gespräche mit den Clubs über deren Einbindung in die Gremien des Verbandes, über die Wettkampf- und Turnierplanung, über Höhe und Umfang von Abstellgebühren sowie über Modalitäten bei der Versicherung von Spielern. Vorbild ist der Fußball. Dort gibt es vergleichbare Vereinbarungen der European Club Association (ECA) mit der UEFA und der FIFA. "Ziel der Klage ist eine schriftliche Vereinbarung mit der IHF über diese vier Punkte", sagte Butzeck.

Die Zahlung von Abstellgebühren sowie der Abschluss von Versicherungen für die Spieler erfolgt von der IHF auf freiwilliger Basis und ist nicht verbindlich festgehalten. "Eine schriftliche Vereinbarung in der Form existiert nicht. Es gibt Entscheidungen der Beschlussgremien der IHF darüber", hatte DHB-Präsident Ulrich Strombach in einem dpa-Interview bestätigt.

Der Jurist aus Gummersbach hatte maßgeblich an der Entscheidung der IHF mitgewirkt, Abstellgebühren zu zahlen. "Die Vereine bekommen Abstellprämien für die Spieler, auch für ihre ausländischen Nationalspieler, und die Gelder fließen ganz korrekt den Vereinen zu und nicht dem Verband, weil der Verein ja auch die Kosten während der Abstellung der Spieler getragen hat. Im Arbeitsrecht nennt man das Lohnfortzahlung", berichtete er über die Praxis beim DHB.

 
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