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HBL-Chef Bohmann: Nach wie vor verschuldete Clubs

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HBL-Chef Bohmann: Nach wie vor verschuldete Clubs

22.08.2013, 12:57 Uhr | dpa

HBL-Chef Bohmann: Nach wie vor verschuldete Clubs. Frank Bohmann ist Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL.

Frank Bohmann ist Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL. (Quelle: dpa)

Leipzig (dpa) - Zum zweiten Mal hintereinander plant die Handball-Bundesliga mit weniger Geld. Im Interview der Nachrichtenagentur dpa nennt Frank Bohmann, Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL, die Gründe, erklärt Maßnahmen zum Schuldenabbau und Pläne für gesicherte Finanzen.

Frage: Im Vorjahr ist der Liga-Etat gesunken. Mit wie viel Geld planen die Clubs in dieser Saison?

Antwort: Wir werden tendenziell ein paar Prozent weniger Umsatz haben, weil wir auch im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens stark aufs Controlling achten. Da wird insgesamt mit weniger Risiko gewirtschaftet. Ich nehme an, dass wir drei, vier und fünf Prozent weniger Umsatz machen werden als im vergangenen Jahr.

Frage: Seit zwei Jahren gibt es ein Neuverschuldungsverbot. Fruchtet das und wie groß ist der Schuldenberg der Clubs?

Antwort: Das kann ich im einzelnen nicht sagen, wie hoch der ist. Wir haben nach wie vor verschuldete Clubs. Wir haben seit der laufenden Saison auch eine Verpflichtung zum Abbau von negativem Eigenkapital. Wer jetzt zum 31.12.2012 ein negatives Eigenkapital gehabt und das nicht in gewissem Maß abgebaut hat, der wird weiter sanktioniert. Das wird jedes Jahr neu festgelegt. Das heißt, wenn ich negatives Eigenkapital habe, muss ich das jedes Jahr weiter abbauen.

Frage: Wie viele der 18 Bundesligisten sind denn verschuldet?

Antwort: Das sind nicht nur zwei oder drei, sondern einige. Eine Anzahl kann und will ich auch nicht nennen. Eine Überschuldung ist nicht grundsätzlich schlecht. Das haben auch viele Unternehmen. Wenn ich in Werthaltigkeit investiere, kann auch eine Verschuldung zwischendurch mal Sinn machen. Wenn die aber jedes Jahr kommt und sich immer weiter auftürmt, dann wird es ein Problem. Fakt ist, das ist immer der Auslöser gewesen für wirtschaftliche Katastrophen, die passiert sind. Das waren immer über Jahre angehäufte negative Eigenkapitals und nicht, weil der größte Sponsor oder der Mäzen abgesprungen ist.

Frage: Es hieß zuletzt, dass viele Bundesliga-Clubs von Mäzenen finanziert sind. Auf wen trifft denn das zu?

Antwort: Das ist eine Frage: Wann ist ein Club Mäzen geführt? Wir haben einzelne Personen, die in Clubs viel Geld investieren. Das ist ja nichts Anrüchiges, wenn eine Person oder ein Unternehmen sagt, ich unterstütze meinen Verein. Wir haben das in einigen Clubs. Aber das finde ich nicht verwerflich.

Frage: Besteht da nicht die Gefahr, wenn der Mäzen aussteigt, der Club in den Ruin getrieben wird?

Antwort: Wenn ich einen großen Sponsor habe und der insolvent ist oder es nicht mehr machen will, muss ich mich entsprechend darauf einstellen. Das ist dann die Kunst der Unternehmensführung. Wir hatten beispielsweise bei den Rhein-Neckar Löwen einen Mäzen, der kurzfristig ausgefallen ist. Da hat sich der Club darauf eingestellt und entsprechend die Kosten reduziert.

Frage: Also würde die HBL einem Club nie sagen, versucht von Mäzenen wegzukommen?

Antwort: Das ist die unternehmerische Freiheit des Clubs. Der kann ja nicht sagen, ich habe einen, der mir viele Millionen geben will, aber die nehme ich nicht. Das Recht hätten wir nicht, das zu verbieten.

Frage: Kann man sagen, die Liga ist finanziell gesund?

Antwort: Wir haben sicherlich durch die Maßnahmen, die ich genannt habe, in vielen Bereichen Risiko weggenommen. Aber eine Eigenkapitaldecke haben die wenigsten. Das würde ich mir wünschen, dass sich ein Club im Rahmen seiner Möglichkeiten auch mal vertun kann. Da wäre es mir lieb, wenn wir nicht sagen würden, du musst dein negatives Eigenkapital irgendwie abbauen. Sondern am liebsten wäre mir, jeder Club hätte auch eine Eigenkapitaldecke, die das für ein, zwei Jahre mal zulassen würde. Das haben wir nicht. Und somit haben wir auch immer eine latente Gefahr.

Frage: Mit fast 70 Prozent haben die Spielergehälter den größten Anteil an den Etats. Sind die Etats niedriger, weil die Spieler billiger geworden sind?

Antwort: Die Spielergehälter sind gesunken. Das zeigt sich auch an der Performance, die wir in vielen ausländischen Ligen haben. Da sind ja insbesondere in Spanien sehr viele Spieler freigekommen, die das Angebot drastisch erhöhen und somit auch die Spielergehälter nach unten gehen. Der Rückgang im Gesamtbudget ist vor allem darauf zurückzuführen, dass insgesamt weniger für Spielergehälter ausgegeben wird. Was gut und richtig ist. Wir waren zwischenzeitlich da, dass wir Spielergehälter hatten, die sich die Clubs kaum noch leisten konnten. Und trotzdem wurden die bezahlt.

Frage: Verliert die Liga dadurch an Qualität?

Antwort: Auf dem Papier ja offenbar nicht. Von den letzten neun Europapokalen haben wir acht gewonnen und oft auch noch den zweiten Platz dazu geholt. International stehen wir stärker da denn je. Unseren Claim 'Die stärkste Liga der Welt' tragen wir offenbar zurecht. Trotzdem haben wir ein vitales Interesse daran, dass sich auch andere Ligen gut entwickeln. Momentan mache ich mir da große Sorgen. In einigen Ligen ist der Handball wirtschaftlich auf keinem guten Weg. Das tut der gesamten Entwicklung der Sportart nicht gut.

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