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Handball: Ärzte werfen DHB-Spitze Vetternwirtschaft vor

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Heftige Kritik  

Ärzte attackieren DHB-Spitze

27.11.2013, 12:36 Uhr | sid

Handball: Ärzte werfen DHB-Spitze Vetternwirtschaft vor. DHB-Präsident Bernard Bauer. (Quelle: imago/Camera 4)

DHB-Präsident Bernard Bauer. (Quelle: Camera 4/imago)

Wegen der Neubesetzung der medizinischen Abteilung ist der Deutsche Handballbund (DHB) heftig in die Kritik geraten. Aus Protest gegen den Wechsel des Mannschaftsarztes der Nationalmannschaft traten sieben Verbands-Ärzte zurück. In einem Brief, der in der aktuellen "Sport Bild" abgedruckt ist, werfen die Mediziner dem neuen DHB-Präsidium um Verbandsboss Bernhard Bauer und dessen Vize Bob Hanning "Vetternwirtschaft, Selbstdarstellung und Geltungssucht" vor.

Nach 29 Jahren unter Dr. Berthold Hallmaier ist kürzlich Prof. Dr. Kurt Steuer als neuer Teamarzt beim DHB installiert worden. Die Vorgehensweise im Zuge des Stabwechsels zeuge "von schlechtem Stil und wirkt sich für die Außendarstellung des DHB ungünstig aus", hieß es in dem zweiseitigen Schreiben, das von den bisherigen Ärzten der Nationalmannschaft unterzeichnet ist.

Hallmaier erhebt auch persönlich schwere Vorwürfe gegen die DHB-Spitze. "Alles, was nach Heiner Brand riecht, muss unter der neuen Führung weg", sagte der 65-Jährige. In einem 60-sekündigen Gespräch sei ihm die Trennung durch Hanning mitgeteilt worden. "Mit diesen Leuten, die keinen Respekt und keinen Anstand haben, möchte ich nichts mehr zu tun haben", sagte Hallmaier, der eine Rückkehr zum DHB kategorisch ausschließt.

Bauer zeigt wenig Verständnis

DHB-Präsident Bauer zeigte wenig Verständnis für die Kritik. "Es gibt keine Vetternwirtschaft. Wir wollen den Handball voranbringen, dabei geht es nicht um Personen", sagte Bauer bei einem DHB-Termin. "Den einzigen Vorwurf, den wir uns selber machen müssen, ist der, dass wir früher und ausführlicher mit Hallmaier hätten reden müssen."

Das sieht auch Hallmaier so. "Überall wird neuerdings Teamwork gefordert, und dann passiert so etwas. Auch Herr Bauer hätte mal anrufen können." Ihm habe der Job bei der Nationalmannschaft stets am Herzen gelegen. "Ich bin mit dem Team in die C-Klasse abgestiegen und habe auch in den 18 Jahren für den Verband gearbeitet, als es kein Geld gab", sagte Hallmaier, der als DHB-Arzt fünf Olympische Spiele bestritt und auch beim WM-Sieg 2007 dabei war.

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