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Handball: HSV fehlen 10 Millionen Euro zur Rettung

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Wettlauf gegen die Zeit  

HSV fehlen zehn Millionen Euro zur Rettung

09.05.2014, 13:52 Uhr | sid

Handball: HSV fehlen 10 Millionen Euro zur Rettung. Ungewisse Zukunft beim HSV Handball: Adrian Pfahl, Pascal Hens und Davor Dominikovic (v. li.). (Quelle: imago/Claus Bergmann)

Ungewisse Zukunft beim HSV Handball: Adrian Pfahl, Pascal Hens und Davor Dominikovic (v. li.). (Quelle: imago/Claus Bergmann)

Am Tag nach dem großen Handball-Beben beginnt beim HSV Hamburg der Wettlauf gegen die Zeit. Knapp zehn Millionen Euro muss der amtierende Champions-League-Sieger bis zum nächsten Donnerstag aufbringen, um die Lizenz für die kommende Saison zu erhalten - ansonsten droht die Insolvenz.

Der HSV kämpft nach dem Rücktritt von Präsident und Geldgeber Andreas Rudolph ums nackte Überleben. "Wir hauen hier jetzt nicht in den Sack und arbeiten an allen Fronten, um den Verein am Leben zu halten", sagte Geschäftsführer Holger Liekefett: "Der Stecker wird jetzt nicht gezogen."

"Gibt einen ganz, ganz kleinen Lichtstreifen am Horizont"

Wie es mit der Startruppe um Kapitän Pascal Hens und Trainer Martin Schwalb nach der Saison weitergeht, ist noch völlig unklar. Nach einer mehrstündigen nächtlichen Krisensitzung mit Interimspräsident Frank Spillner, Schatzmeister Jens Lingthaler und einigen Spielern versprühte Liekefett jedenfalls verhaltenen Optimismus: "Es gibt einen ganz, ganz kleinen Lichtstreifen am Horizont."

Es würden intensive Gespräche "in alle Richtungen" geführt - auch mit Rudolph. Einzelheiten wollte der Geschäftsführer nicht nennen. Im Wesentlichen dürfte es nach dem krachenden Abgang Rudolphs allerdings nur zwei Möglichkeiten geben, den Klub vor dem Untergang zu bewahren: Entweder Rudolph springt vor der Lizenzvergabe am 15. Mai doch noch einmal als Financier ein, oder es findet sich ein neuer potenter Geldgeber, der als Bürge für die klammen Hanseaten einspringt.

Eine Katastrophe für den deutschen Handball

Allein mit neuen Sponsoren dürfte eine Rettung und der Nachweis der Liquidität für die aktuelle und die kommende Saison kaum möglich sein. Und so glühen die Drähte zwischen der Hamburger Geschäftsstelle und der Dortmunder Ligazentrale seit dem Rudolph-Rückzug unentwegt. "Ich hoffe sehr, dass es eine Lösung geben wird", sagte Liga-Geschäftsführer Holger Kaiser, "denn alles andere wäre eine Katastrophe für den deutschen Handball".

Kaiser, in Sachen Lizenzvergabe ab sofort erster Ansprechpartner für den HSV, würdigte Rudolphs Leistung in den vergangenen Jahren als "unglaublich". "Er hat den beinahe insolventen Klub durch seine Unterstützung zum Champions-League-Sieger gemacht", sagte Kaiser.

Spielbetrieb kann aufrecht erhalten bleiben

Fakt ist: Zumindest die laufende Saison werden die Hamburger zu Ende spielen und am Wochenende das Heimspiel gegen Hannover-Burgdorf bestreiten. "Der Spielbetrieb kann aufrecht erhalten bleiben, obwohl die Abhängigkeit extrem ist", sagte der bisherige Vize-Präsident Spillner der "Bild-Zeitung" und kündigte weitere Gespräche mit Rudolph an, wie dessen Engagement in Zukunft aussehen könnte: "Bis Sonntag, spätestens Montag, haben wir Klarheit."

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