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Zwangsabstieg droht  

HSV Hamburg erhält auch in zweiter Instanz keine Lizenz

03.06.2014, 15:15 Uhr | sid, dpa

HSV Hamburg erhält auch in zweiter Instanz keine Lizenz. Düstere Aussichten: Dem finanziell angeschlagenen HSV Hamburg steht vor dem Zwangsabstieg aus der Handball-Bundesliga. (Quelle: imago/Claus Bergmann)

Düstere Aussichten: Dem finanziell angeschlagenen HSV Hamburg steht vor dem Zwangsabstieg aus der Handball-Bundesliga. (Quelle: imago/Claus Bergmann)

Das könnte es gewesen sein: Der finanziell schwer angeschlagene Spitzenklub HSV Hamburg hat auch im zweiten Anlauf keine Lizenz für die kommende Saison erhalten. Dies teilte das Präsidium der Handball-Bundesliga (HBL) nach einer Sondersitzung in Hamburg mit. Maßgeblicher Grund für die Entscheidung sei der weiterhin fehlende Nachweis einer gesicherten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

"Der Beschluss des achtköpfigen Präsidiums ist einstimmig", sagte HBL-Geschäftsführer Holger Kaiser: "Der HSV hat auch in den fristgerecht nachgereichten Unterlagen seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zum Ende dieser Saison und auch für die kommende Saison nicht belegen können". Das Gremium ist damit einer Empfehlung der Lizenzierungskommission gefolgt.

Gang vor Schiedsgericht als letzte Möglichkeit

Die Hamburger können innerhalb einer Woche vor dem unabhängigen HBL-Schiedsgericht Einspruch gegen den Urteilsspruch einlegen. "Wir haben die Entscheidung der HBL zur Kenntnis genommen. Wir werden uns nun intern abstimmen und dann darauf reagieren", sagte HSV-Geschäftsführer Holger Liekefett. Sollte das Schiedsgericht die Entscheidung bestätigen, steht der Champions-League-Sieger von 2013 als Zwangsabsteiger aus der Bundesliga fest.

Der Tabellen-16. der abgelaufenen Saison, die HBW Balingen-Weilstetten, würde in diesem Fall die Eliteklasse halten. Da die Hamburger wiederum keinen vorsorglichen Lizenzantrag für die 2. Liga gestellt haben, bliebe dem HSV nur die Möglichkeit in der 3. Liga anzutreten. Den Hamburgern war die Spielerlaubnis für die kommende Saison wegen mangelnder wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit bereits in erster Instanz am 15. Mai verweigert worden. Daraufhin legte der Klub Einspruch ein und neue Unterlagen vor - ohne Erfolg.

"Katastrophe für den deutschen Handball"

"Das Ende des HSV in der ersten Bundesliga ist eine Katastrophe für den deutschen Handball. Der Handball muss in die Großstädte, und dies ist in Hamburg durch unseriöse Refinanzierung leider einmal mehr gescheitert", sagte Frank Steffel, Präsident der Füchse Berlin. Alle Vereine müssten endlich begreifen, dass die "Abhängigkeit von Mäzenatentum und Erfolg durch überhöhte Spielergehälter der falsche Weg sind."

Geldgeber Mäzen Andreas Rudolph war am 8. Mai überraschend als HSV-Präsident zurückgetreten und hatte den Verein damit in eine existenzielle Krise gestürzt. Allein im Etat der gerade abgelaufenen Spielzeit fehlten rund 2,7 Millionen Euro.

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