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WM-Qualifikation der Männer wird zur Nervenschlacht

09.06.2014, 16:38 Uhr | dpa

WM-Qualifikation der Männer wird zur Nervenschlacht. Martin Heuberger muss mit dem DHB-Team ein Sieg mit zwei Toren Differenz gelingen.

Martin Heuberger muss mit dem DHB-Team ein Sieg mit zwei Toren Differenz gelingen. Foto: Adam Warzawa. (Quelle: dpa)

Magdeburg (dpa) - Dem emotionsgeladenen Kraftakt von Danzig folgten zwei Tage der Regeneration. Im beschaulichen Magdeburger Herrenkrug versuchten die deutschen Handballer an den beiden Pfingstfeiertagen mit Lockerungsläufen und Physiotherapie neue Kraft und Spannung aufzubauen.

Am 14. Juni kommt es in der Getec-Arena zum wichtigsten Spiel des Jahres für die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger. Nach der 24:25 (12:9)-Niederlage im WM-Qualifikationshinspiel in Polen muss ein Sieg mit zwei Toren Differenz gelingen. Der Kampf um das Ticket für die Titelkämpfe im Januar in Katar wird zur Nervenschlacht.

"Wir wollen jetzt eine Woche Kräfte sammeln, uns gut vorbereiten, und dann hoffe ich, dass die Halle in Magdeburg brennen wird und wir das Ding nach Hause bringen", sagte Holger Glandorf nach der Auswärtsniederlage am Samstagabend. Heuberger und seine Spieler waren damit nicht unzufrieden, wenngleich ein Sieg durch schlechte Chancenverwertung vergeben wurde. "Wir haben die erste Halbzeit nur mit einem Tor verloren. Da ist für die zweite Halbzeit natürlich alles drin", meinte Champions-League-Sieger Glandorf.

In dem für seine fachkundigen und leidenschaftlichen Fans bekannten Magdeburger Handball-Tempel soll die Rückkehr auf die Weltbühne gelingen, nachdem die DHB-Auswahl sowohl bei Olympia 2012 als auch der EM zu Jahresbeginn gefehlt hatte. "Das Magdeburger Publikum ist im Rückspiel für drei bis vier Tore gut. Das Endspiel um die WM-Qualifikation haben wir uns erkämpft", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

Im Herrenkrug-Parkhotel wird die DHB-Auswahl ab Dienstag akribisch an Form und Fitness arbeiten. "Wir werden dieses Spiel genau analysieren und hoffen, dass wir dann als Sieger vom Platz gehen mit zwei Toren. Wir gehen mit breiter Brust ins Rückspiel", sagte der fünffache Torschütze Michael Kraus.

In Danzig hatte die Mehrzahl der 10 371 Zuschauer die Polen leidenschaftlich angefeuert. Doch nur in der Phase, als der vom deutschen Trainer Michael Biegler betreute Gastgeber die DHB-Auswahl nach 12:15 (37.) mit 19:16 (46.) scheinbar abgehängt hatte, verwandelten sie die Halle in einen Hexenkessel. "Die Stimmung der polnischen Fans in Danzig war unglaublich - Hut ab, dass wir da wieder zurückgekommen sind", lobte Kraus das Publikum ebenso wie die eigene Mannschaft.

Über weite Strecken der Partie hatte Heubergers Team die Nase vorn. Beim 10:5 (19.) betrug der Vorsprung sogar fünf Tore. "Unser primäres Ziel war es, dieses Spiel zu gewinnen. Das sah am Anfang überhaupt nicht gut aus. Wir mussten mehrere Reparaturarbeiten vornehmen. Jetzt führen wir zur Halbzeit der WM-Qualifikation mit 1:0, aber mehr ist nicht passiert", befand Biegler.

Durch kollektive Aussetzer im Angriff und Unterzahlsituationen verspielte die DHB-Auswahl zum Ärger des Bundestrainers ihren verheißungsvollen Vorteil. "Da kam Polen ins Rollen und mächtig Druck auf den Kessel", sagte der Schutterwälder. Nun setzt auch der 50-Jährige auf den Magdeburg-Effekt. "Das Match ist offen. Wir müssen noch paar Dinge verbessern, und dann bin ich mir sicher, dass wir mit unseren Fans im Rücken in Magdeburg ein richtig gutes Spiel erleben werden und die Polen bezwingen", verkündete er.

Glandorf und Kraus warnten jedoch davor, das trügerisch gute Ergebnis als halbe Miete für die WM-Teilnahme zu werten. "Wir dürfen uns nicht zu früh freuen. Das wäre der größte, Fehler, wenn wir das jetzt auf die leichte Schulter nehmen", sagte der Flensburger, und Kraus meinte: "Das ist natürlich ein sehr, sehr gefährliches Ergebnis. Aber die Polen müssen sich größere Gedanken machen als wir."

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