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Handball-Vereine ärgern sich über HSV-Lizenz

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Schonfrist ist "Schlag ins Gesicht"  

Handball-Vereine ärgern sich über HSV-Lizenz

26.06.2014, 15:14 Uhr | sid

Handball-Vereine ärgern sich über HSV-Lizenz. Für die Bundesliga-Lizenz fehlen den HSV Handballern Millionen. (Quelle: dpa)

Für die Bundesliga-Lizenz fehlen den HSV Handballern Millionen. (Quelle: dpa)

Nach der Erteilung der Erstligalizenz der Handball-Bundesliga (HLB) war der HSV Hamburg sichtlich erleichtert. Doch die Entscheidung des Schiedsgerichts ruft bei vielen Vereinen Kopfschütteln hervor, die fest mit einer Lizenzverweigerung gerechnet hatten. Noch ist für die HSV-Handballer trotzdem nichts sicher, ihnen fehlen Millionen.

"Wir haben einen wichtigen Step erreicht, aber es geht jetzt mit genauso viel Arbeit weiter", sagte der Geschäftsführer des HSV Hamburg. Die Erteilung der Erstliga-Lizenz in der dritten und letzten Instanz ließ die finanziell angeschlagenen Hanseaten zumindest kurz durchschnaufen.

"Ein Schlag ins Gesicht"

730 Kilometer weiter südlich hingegen war man ob der überraschenden juristischen Wende entsetzt. Bei der HBW Balingen-Weilstetten steht man nun vor einer äußerst schwierigen Situation. Hier hatte man nach dem zweimaligen Lizenzentzug für die Norddeutschen schon wieder erstklassig geplant.

"Unfassbar, ich bin konsterniert. Das ist ein absoluter Schlag ins Gesicht", sagte Geschäftsführer Bernd Kasser. In einer eiligst einberufenen Krisensitzung sollten weitere Schritte erörtert werden: "Wir werden nach allen Richtungen schauen. Man sieht ja - juristisch ist alles möglich."

In der gleichen Bredouille steckt die HG Saarlouis. Sie hatte für die 2. Liga geplant und muss nach aktuellem Stand wohl doch weiter in Liga 3 spielen. Betroffen ist auch die MT Melsungen, die nicht anstelle des HSV im EHF-Pokal antreten wird. Vorstand Axel Geerken: "Ich bin mir sicher, dass die Vereinsvertreter bei der Ligatagung nächste Woche viele Fragen haben werden."

Sechs Tage Schonfrist

Weniger diplomatisch meldeten sich die Fans der HBW zu Wort. "Korruptes Volk", "Schweinerei", "Riesensauerei" fluchten sie im Netz wie die Kesselflicker. Ihre (im Moment noch enttäuschten) Hoffnungen auf eine weitere Erstliga-Saison für ihren Verein sind aber gar nicht mal unbegründet, denn der letztjährige Champions-League-Gewinner aus Hamburg hat den rettenden Hafen noch längst nicht erreicht.

Schätzungen zufolge muss der einstige deutsche Meister bis zum 1. Juli rund vier Millionen Euro in Form von rechtskräftigen Verträgen oder Bürgschaften aufbringen. "Gravierende Bedingungen und weitere Auflagen", nannte es das unabhängige dreiköpfige HBL-Schiedsgericht nach der fast achtstündigen Marathon-Tagung. Kaum vorstellbar, dass dies ohne Mäzen und Ex-Präsident Andreas Rudolph gelingt. Rudolph hatte im Mai durch seinen plötzlichen finanziellen Rückzug die materiellen Probleme verursacht.

Bemühungen um finanzielle Sicherheit

Liekefett bestätigte dies indirekt, indem er einem deutlichen Bekenntnis zu Trainer Martin Schwalb, der bei Rudolph in Ungnade gefallen ist, unüberhörbar auswich: "Alle Sachen haben ihre Zeit, und falls diese Zeit abgelaufen sein sollte, wird man darüber sprechen müssen." Zu seiner eigenen Position hingegen, so Liekefett, gebe es "momentan keine Fragestellungen".

Allerdings gibt es an der Elbe intensive Bestrebungen, den HSV auch ohne Rudolph und seinen Bruder Matthias, aktuell noch Hauptgesellschafter des Klubs, in finanziell ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Kontakte bestehen zum Unternehmer Alexander Otto und auch zu Jürgen Hunke, Ex-Präsident des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV.

Weitere Imagedelle für den deutschen Handball

Ob die HSV Handballer nun die Lizenzauflagen erfüllen können oder nicht, der juristische Zick-Zack-Kurs der HLB versetzte dem deutschen Handball erneut eine Imagedelle. Die HBL versuchte deshalb das Chaos zu ordnen. "Wir halten die Nichterteilung der Lizenz aufgrund der fehlenden Liquidität für richtig", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme: "Zu dieser Entscheidung stehen wir nach wie vor."

Das Schiedsgericht sei aber "im Kern der Meinung" gewesen, "dass die HBL in den ersten Verfahrensrunden statt einer Lizenzverweigerung den milderen Weg der Lizenzerteilung unter Bedingungen hätte wählen müssen". Diese Entscheidung sei "von uns zu akzeptieren".

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