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Michael Kraus bleibt trotz Suspendierung Handball-Nationalspieler

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Trotz Suspendierung  

Michael Kraus bleibt deutscher Handball-Nationalspieler

24.07.2014, 12:11 Uhr | dpa, sid

Michael Kraus bleibt trotz Suspendierung Handball-Nationalspieler. Handball-Nationalspieler Michael Kraus beim WM-Qualifikationsspiel gegen Polen. (Quelle: imago/Christian Schroedter )

Handball-Nationalspieler Michael Kraus beim WM-Qualifikationsspiel gegen Polen. (Quelle: Christian Schroedter /imago)

Michael Kraus bleibt trotz seines Verstoßes gegen Anti-Doping-Regeln weiterhin deutscher Handball-Nationalspieler. "Wenn er nach der Sperre seine Leistung bringt, wird er wieder ins Team aufgenommen. Denn er ist einer, der immer für die Nationalmannschaft brennt", sagte Bob Hanning, Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Handballbund (DHB).

Der 30-jährige Kraus hatte wiederholt die Meldepflicht über seinen Aufenthaltsort nicht erfüllt und ist vorläufig suspendiert.

"Es wäre eine andere Situation, wenn es einen positiven Dopingbefund gegeben hätte. Das wäre das Karriereende gewesen", sagte Hanning. "Sofern der neue Bundestrainer auf ihn setzt, wird es keine Einschränkungen geben. Er weiß, dass er an sich arbeiten muss. Mimi ist ein liebenswerter Chaot, der die Sachen aber in den Griff kriegen muss", so Hanning weiter.

Kraus: "Alle Ergebnisse waren negativ"

Unterdessen stellte Kraus klar, dass bei ihm kein positiver Dopingtest vorliegt. "Ich möchte lediglich betonen, dass es sich um formelle Verstöße handelt. Ich wurde in den letzten Monaten zig mal getestet und alle Ergebnisse waren negativ", teilte der Spielmacher schriftlich mit. Ansonsten wolle sich der Weltmeister von 2007 wegen des laufenden Verfahrens nicht zu dem Fall äußern.

Dafür äußerte sich DHB-Präsident Bernhard Bauer. "Der DHB stimmt vollauf mit der Null-Toleranz-Linie des DOSB im Anti-Doping-Kampf überein. Unsere Anti-Doping-Kommission wird den Fall im weiteren Verfahren konsequent und auf der Basis des NADA-Codes und des Anti-Doping-Reglements des DHB beurteilen", sagte Bauer.

"Es geht hier lediglich um Meldepflicht- und Kontrollversäumnisse. Leider muss ich dabei aber auch feststellen, dass Michael noch immer nicht richtig erwachsen ist - er muss lernen, solche Nachlässigkeiten zu vermeiden", so Bauer weiter.

NADA: Drei Verstöße gegen Kontrollpflicht wie ein Dopingfall

Die NADA stellte derweil klar, dass der Verstoß von Kraus durchaus zum Dopingfall werden könnte. Weil er binnen 18 Monaten dreimal die Meldepflicht verletzt haben soll, würde dies laut des Anti-Doping-Codes der NADA wie ein Dopingfall gewertet werden und könne eine zweijährige Doping-Sperre nach sich ziehen. Das sagte die Sprecherin der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), Eva Bunthoff.

In einem Kommentar des NADA-Codes zum Artikel, der das Strafmaß bei Verstößen regelt, heißt es: "Die Sanktionen nach Artikel 10.3.3 beträgt zwei Jahre in Fällen, in denen alle drei Meldepflichtversäumnisse oder versäumte Kontrollen nicht entschuldbar sind. In anderen Fällen soll die Sanktion entsprechend den Umständen des Einzelfalls zwischen einem und zwei Jahren liegen." Eine mögliche Sperre könne nach einer Einzelfallprüfung reduziert werden.

Da der DHB das sogenannte Fall-Management nicht an die NADA übertragen hat, wird in der Angelegenheit Kraus zunächst der DHB tätig. "Das Verfahren liegt beim DHB", erklärte NADA-Sprecherin Bunthoff. Die Anti-Doping-Kommission des Verbandes hat bereits ein Disziplinarverfahren eingeleitet, das über die Dauer der Sperre befindet. "Die NADA wird danach die Unterlagen wie bei allen Fällen prüfen", kündigte Bunthoff an.

Verein steht hinter Kraus

Seinem Handball-Bundesligaverein Frisch Auf Göppingen steht Kraus in der Vorbereitung auf die neue Saison bis auf Weiteres nicht zur Verfügung. Daher reagierte der Klub wenig begeistert auf die Nachricht.

"Die vorläufige Suspendierung von Michael Kraus ist in unserer Saisonvorbereitung ein empfindlicher Rückschlag, aber wir akzeptieren diese, auch wenn Mimi in der Vergangenheit nachweislich mehrfach negativ getestet wurde und es sich ausschließlich um formale Verstöße gegen das Meldeverfahren handelt", sagte Geschäftsführer Gerd Hofele.

Nationalspieler zu Auskünften verpflichtet

Als Nationalspieler zählt Kraus zum Nationalen Testpool der NADA. Zu diesem Kreis gehörende Athleten sind verpflichtet, vor Beginn eines Quartals zum jeweils 25. des Monats Angaben über Aufenthaltsort und Erreichbarkeit in das Anti-Doping Administrations und Management System (ADAMS) einzugeben. Änderungen der Angaben sind unverzüglich anzuzeigen und in ADAMS zu aktualisieren.

Ist ein Athlet für eine Dopingkontrolle nicht am angegebenen Ort anzutreffen und auch nicht telefonisch zu erreichen, so kann dies als Meldepflicht- und Kontrollversäumnis gelten.

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