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Handball: Bundestrainer setzt vor WM auf Risiko

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Chance für Nachwuchs  

Sigurdsson setzt bei WM-Kader auf Risiko

26.12.2014, 11:22 Uhr | sid

Handball: Bundestrainer setzt vor WM auf Risiko. Im Blickpunkt: Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson schwört seine Spieler ein. (Quelle: imago/Eibner)

Im Blickpunkt: Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson schwört seine Spieler ein. (Quelle: imago/Eibner)

Wildcard-Debatte, TV-Ärger, Nominierungs-Diskussion - wenn die deutschen Handballer am Sonntag in die heiße Phase der WM-Vorbereitung starten, sollen alle Probleme der vergangenen Wochen endgültig in den Hintergrund rücken. "Diese Weltmeisterschaft wird für unsere Mannschaft eine riesige Herausforderung. Gerade die jungen Spieler können wertvolle Erfahrungen sammeln", sagt Teammanager Oliver Roggisch vor der WM in Katar (15. Januar bis 1. Februar).

Bundestrainer Dagur Sigurdsson versammelt nach dem letzten Bundesligaspieltag 19 Spieler beim dreitägigen Lehrgang in Frankfurt. "Der Kader ist eine Mischung zwischen Alt und Jung und eher in Richtung Defensive orientiert, denn das war der Schwerpunkt der letzten Monate", erklärt der Isländer: "Wir wollen darauf aufbauen, was in der EM-Qualifikation gegen Finnland und Österreich positiv war. Unsere erste Aufgabe ist jetzt eine bestmögliche Vorbereitung."

"Traue den Jungs das absolut zu"

Der Skandinavier ist mit seiner Kader-Nominierung ein Risiko eingegangen. Der Coach der Füchse Berlin hat in Torhüter Carsten Lichtlein vom VfL Gummersbach nur noch einen Weltmeister von 2007 berufen. Der Göppinger Spielmacher Michael Kraus fand ebenso keine Berücksichtigung wie der zuletzt formstarke Linksaußen Michael Allendorf vom Bundesligisten MT Melsungen und Rückraumspieler Sven-Sören Christophersen von der TSV Hannover-Burgdorf.

Sigurdsson setzt stattdessen auf den Nachwuchs. Die international noch unerfahrenen Paul Drux (19/Berlin), Finn Lemke (22/Lemgo), Andreas Wolff (23/Wetzlar), Matthias Musche (22/Magdeburg), Jens Schöngarth (26/Lübbecke) und Erik Schmidt (21/Friesenheim) dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme machen. "Ich traue diesen Jungs das absolut zu", sagt Sigurdsson: "Dass sie es können, haben sie öfter als genug in der Bundesliga gezeigt. Die Jungs sind bereit für die WM."

Generalprobe gegen Tschechien

Der Bundestrainer wird für die beiden Länderspiele in Reykjavik gegen Gastgeber Island am 4. und 5. Januar noch einen Spieler aus seinem Kader streichen. Nach den WM-Generalproben in Stuttgart (9. Januar) und Mannheim (10. Januar) gegen Tschechien muss sich Sigurdsson auf ein 16er-Aufgebot festlegen, mit dem er in die WM startet.

Dass die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) nach den verlorenen WM-Playoffs gegen Polen überhaupt in Katar dabei ist, hat sie einer Wildcard des Weltverbandes IHF zu verdanken. Ob die Zusage für die Wildcard - wie unter anderem von polnischer Seite behauptet - schon vor den beiden Playoff-Spielen gegeben wurde, ist beim DHB kein Thema mehr.

Viertelfinale als Ziel

Nach dem Verpassen der Olympischen Spiele 2012 und der EM 2014 will der Weltmeister von 2007 international endlich wieder für Furore sorgen, das Viertelfinale wurde als Ziel ausgegeben. "Ich bin überzeugt, dass wir diese Chance beim Schopfe packen werden", sagt DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

In der Vorrunde warten in Polen, Saudi-Arabien, Dänemark, Russland und Argentinien interessante Gegner. Die ersten vier Teams jeder Gruppe erreichen das Achtelfinale. Ob die Spiele im deutschen Fernsehen zu sehen sein werden, ist weiterhin offen. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF hatten erklärt, keine Live-Bilder zu senden.

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