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Handball-WM 2015: Deutschland schlägt Polen zum Auftakt

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Gelungener WM-Start  

Deutsche Handballer feiern Auftaktsieg gegen Polen

17.01.2015, 09:26 Uhr | sid, dpa

Handball-WM 2015: Deutschland schlägt Polen zum Auftakt. DHB-Kapitän Gensheimer schreit seine Freude heraus. (Quelle: dpa)

DHB-Kapitän Gensheimer schreit seine Freude heraus. (Quelle: dpa)

Die deutschen Handballer haben bei der Weltmeisterschaft in Katar einen Traumstart hingelegt. Die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson gewann gegen den Erzrivalen Polen in Doha nach einer über weite Strecken starken Leistung mit 29:26 (17:13) und verschaffte sich damit eine glänzende Ausgangsposition im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale.

Bester Werfer der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), die nur dank einer Wildcard des Weltverbandes IHF an der WM teilnehmen darf, war der überragende Kieler Steffen Weinhold mit neun Toren. Nächster Gegner des Weltmeisters von 2007 ist am Sonntag der dreimalige Titelträger Russland (ab 16.45 Uhr im t-online.de Live-Ticker).

Sigurdsson: "Es waren heute viele kleine Helden da"

"Die Jungs haben verdient gewonnen", zeigte sich Sigurdsson nach der Partie zufrieden. "Sie haben super gekämpft und zusammengehalten. Sie haben Charakter gezeigt und das super durchgezogen. Großes Kompliment an die Mannschaft. Es waren heute viele kleine Helden da. Der Sieg ist mehr als wir erwartet haben. Jetzt bin ich schon wieder im Tunnel und gucke auf das nächste Spiel gegen Russland."

UMFRAGE
Wie weit kommt das deutsche Team bei der Handball-WM?

Kapitän Uwe Gensheimer sah im Auftaktsieg eine "riesen Erleichterung." Auch Torhüter Carsten Lichtlein war voll des Lobes: "Wir sind als Team aufgetreten, in der Abwehr hat jeder für den anderen gekämpft. Im Angriff haben wir auch unsere Chancen reingehauen. Auf diesen Start kann man aufbauen. Ich hoffe, dass es so weiter geht."

Heinevetter beginnt im Kasten

Sigurdsson, unter dessen Regie es der siebte Sieg im neunten Spiel war, hatte wenige Stunden vor dem Anpfiff Torhüter Andreas Wolff (Wetzlar) und Linksaußen Matthias Musche (Magdeburg) aus seinem 16-köpfigen Aufgebot gestrichen, damit startete das deutsche Team mit fünf WM-Debütanten ins Turnier. Im Tor setzte der Isländer gegen den EM-Sechsten zunächst auf den Berliner Silvio Heinevetter, Rückkehrer Michael Kraus (Göppingen) saß zu Beginn auf der Bank.

"Ich hoffe, dass viele Mechanismen jetzt greifen", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning vor dem Anpfiff gegen die vom deutschen Coach Michael Biegler betreuten Polen. Unter den Augen der Mannschaft des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München fand die DHB-Auswahl in der Lusail Multipurpose Hall gut ins Spiel. Besonders der Rückraum entwickelte mit seiner variablen Spielweise viel Druck, während die deutsche Abwehr nach anfänglichen Abstimmungsproblemen in ständig wechselnden Formationen immer besser stand.

Deutsche Offensivabteilung sorgt für Gefahr

Weinhold sorgte vor rund 5500 Zuschauern mit seinem vierten Treffer in der Anfangsphase für die erste Zwei-Tore-Führung des WM-Fünften (8:6/11. Minute). Allerdings ging nicht nur vom Kieler in der ersten Halbzeit Torgefahr aus. Die Außen Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki setzten sich immer wieder gut in Szene, das Spiel über den Kreis war zudem eine weitere Waffe. Außerdem spielte der deutsche Angriff sehr geduldig, sodass Sigurdsson den WM-Auftakt gelassen von der Seitenlinie verfolgte.

Der Coach wechselte schon in der ersten Halbzeit munter durch und verteilte so die Belastung auf viele Schultern. Heinevetter, der in den ersten 20 Minuten nur 23 Prozent der auf sein Tor abgegeben Würfe parierte, machte beim Stand von 10:10 für Ex-Weltmeister Carsten Lichtlein Platz. Mit dem Gummersbacher im Tor gewann das deutsche Spiel zusätzlich an Sicherheit.

Beruhigender Vorsprung zur Pause

In Unterzahl brachte der Lemgoer Abwehrspezialist Hendrik Pekeler die DHB-Auswahl erstmals mit vier Toren in Front (15:11/27.) - ein Vorsprung, der auch zur Pause bestand hatte. "Eine verdiente Führung auch in der Höhe. Sie lassen sich nicht aus der Ruhe bringen und haben offensichtlich Spaß", sagte DHB-Sportmanager Heiner Brand nach den ersten 30 WM-Minuten.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs ließ die Konzentration im deutschen Spiel aber nach. Selbst in doppelter Überzahl wurden einige Chancen im Angriff leichtfertig vergeben. Die Polen, gegen die das deutsche Team in den WM-Playoffs schon gescheitert war, verkürzten mit drei Toren in Folge auf 18:19 (39.). Die Begegnung wurde nun immer hektischer, die DHB-Auswahl musste nach längerer Zeit den Ausgleich hinnehmen (20:20/42.).

DHB-Team behält die Nerven

Die Sigurdsson-Truppe hielt aber dagegen und zog angetrieben von Lichtlein, Weinhold und Gensheimer, der sieben Treffer erzielte, wieder auf 23:20 (48.) davon. Doch die Partie blieb bis in die Schlussphase spannend - doch die nervenstarke DHB-Auswahl hatte das bessere Ende für sich.

Handball-Fans in Deutschland können zumindest Zusammenfassungen von den WM-Spielen aus Katar doch noch im frei empfangbaren Fernsehen sehen. Kurzfristig sicherte sich die Sportrechteagentur SportA von ARD und ZDF die Nachverwertungsrechte der Partien vom Rechteinhaber beIN Sports. Beide Sender können nun im Rahmen ihrer Nachrichten- und Sportsendungen Kurzberichte von den WM-Spielen senden.

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