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Handball-WM 2015: DHB-Team mit gruseliger Nacht statt Titeltraum

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"Konnte nicht einschlafen"  

DHB-Team: Gruselige Nacht statt Titeltraum

29.01.2015, 15:11 Uhr | sid

Handball-WM 2015: DHB-Team mit gruseliger Nacht statt Titeltraum. Enttäuschte Gesichter beim DHB-Team und Trainer Dagur Sigurdsson (re.). (Quelle: dpa)

Enttäuschte Gesichter beim DHB-Team und Trainer Dagur Sigurdsson (re.). (Quelle: dpa)

Die Nacht war kurz und gruselig. Mit tiefen Augenrändern schlurften die deutschen Handballer um Kapitän Uwe Gensheimer am Tag nach dem Viertelfinal-Aus durch die Lobby des vornehmen Team-Hotels in Doha. Die schmerzhafte Niederlage gegen WM-Gastgeber Katar hatte seine Spuren hinterlassen, die Euphorie war in Ernüchterung umgeschlagen.

"Ich konnte nicht einschlafen", sagte Youngster Paul Drux mit noch immer verquollenen Augen. Auch Gensheimer gestand: "Ich bin immer wieder aufgewacht und hatte noch ein paar Situationen im Kopf."

Immer wieder liefen die Szenen der unnötigen 24:26-Pleite gegen Katar vor dem geistigen Auge ab. Als es drauf ankam, zahlte das neu formierte Team, das mit seinen frechen Auftritten in der Vorrunde und im Achtelfinale noch begeistert hatte, Lehrgeld - und beraubte sich mit seiner schlechtesten Turnierleistung jeglicher Medaillenträume.

UMFRAGE
Viertelfinal-Aus gegen Katar - wurde das deutsche Team "verpfiffen"?

Olympia-Quali als "Riesenziel"

"Das ist doch normal nach solch einem Spiel, dass sich jeder versteckt und eingräbt und sich Gedanken macht", sagte Oliver Roggisch. Der Teammanager wollte sich aber nicht mehr lange mit dem Ausscheiden beschäftigen und lenkte den Fokus auf die Platzierungsspiele um die Ränge fünf bis acht. "Wir spielen nicht um irgendeinen Blumentopf. Wir haben jetzt noch zwei Endspiele um die Olympia-Quali. Das ist ein Riesenziel", sagte Roggisch.

Um im Frühjahr 2016 an einem der drei Qualifikationsturniere für Rio teilzunehmen, muss das DHB-Team mindestens den siebten Platz belegen. Erster Gegner am Freitag (ab 13.45 Uhr im t-online.de Live-Ticker) ist der zweimalige Olympiasieger Kroatien. "Ganz wichtig ist, dass die Olympia-Quali noch möglich ist. Es ist für den DOSB ein Primärziel, dass wir das deutsche Handball-Team in Rio dabei haben", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Sigurdsson kämpferisch - Weinhold fraglich

Bundestrainer Sigurdsson ging am Morgen nach der Niederlage eine Runde laufen. Beim Joggen an Dohas Strandpromenade lud der Isländer seine Akkus auf. Aufkommende Diskussionen um einige fragwürdige Pfiffe der Schiedsrichter erstickte Sigurdsson anschließend im Keim und konzentrierte sich auf das Wesentliche. "Wir sollten jetzt nicht allzu viel diskutieren", sagte der 41-Jährige: "Wir müssen gegen Kroatien gut spielen, um eine Chance zu haben, und sehr, sehr gut spielen, um zu gewinnen. Das ist unsere Aufgabe jetzt."

Ob Linkshänder Steffen Weinhold gegen das kroatische Star-Ensemble auflaufen kann, steht indes noch nicht fest. Der Rückraumspieler des THW Kiel erlitt im Katar-Spiel eine Adduktorenzerrung im rechten Oberschenkel. Die Ärzte und Physios geben aber "volle Pulle" für seine Genesung, sagte Sigurdsson: "Es sieht gut aus."

Brand: "Keinen Grund des Tadels"

In der Verbandsspitze deklarierte man die beiden ausstehenden WM-Partien zum "Final-Four-Turnier" um die Olympischen Spiele. "Das ist jetzt Aufgabe und Zielsetzung genug, um das Turnier positiv abzuschließen", sagte DHB-Vize Bob Hanning. Die WM sei aber schon jetzt für die Entwicklung des jungen Teams "unendlich wertvoll". Viele Dinge "laufen viel besser als gedacht". Die Mannschaft habe es geschafft, "Deutschland für den Handball zu begeistern. Wir sind auf einem tollen Weg - das dürfen wir mit vollem Stolz alle hier behaupten."

Auch der frühere Bundestrainer Heiner Brand und der ehemalige Welthandballer Daniel Stephan zogen ein positives Turnier-Fazit. "Das gibt uns sehr, sehr viel Mut für die Zukunft", sagte Brand. Man solle das Ausscheiden "nicht dramatisieren, sondern das Positive mitnehmen. Es gibt keinen Grund des Tadels".

EM 2016 im Visier, Kroatien vor der Brust

Stephan sieht die Auftritte von Katar ausdrücklich als Schritt nach vorne. "Wir haben uns Respekt wiedergeholt. Die Handballwelt guckt wieder auf Deutschland. Das Turnier war ein Fingerzeig, dass mit Deutschland wieder zu rechnen ist", sagte der Europameister von 2004. Er glaube nicht, "dass es jetzt einen Knacks gibt, sondern eher, dass uns das beflügelt, um beim nächsten Großereignis noch erfolgreicher zu sein." Bei der EM 2016 in Polen "müssen wir angreifen", sagte Stephan.

Angreifen muss das deutsche Team aber zunächst gegen Kroatien. Denn sollte die DHB-Auswahl beide noch ausstehenden Spiele verlieren, wäre der nächste schwere Kater programmiert.

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