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Handball  

THW Kiel muss in Champions League improvisieren

09.04.2015, 12:35 Uhr | dpa

Handball: THW Kiel muss in Champions League improvisieren. Alfred Gislason ist erleichtert: Kiel hat die Meisterschaft in eigener Hand.

Alfred Gislason ist erleichtert: Kiel hat die Meisterschaft in eigener Hand. Foto: Jens Wolf. (Quelle: dpa)

Magdeburg (dpa) - Nach einem Fläschchen Bier und einem Plausch unter vier Augen mit seinem isländischen Landsmann und Trainer-Kollegen Geir Sveinsson hatte sich bei Alfred Gislason auch die letzte Anspannung gelöst.

Der Meistercoach hatte am Mittwochabend mit seinem THW Kiel das Top-Spiel der Handball-Bundesliga beim SC Magdeburg mit 32:26 (17:12) gewonnen und fährt als Spitzenreiter zum Viertelfinal-Hinspiel der Champions League am Sonntag bei Pick Szeged.

"Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Nach dem Unentschieden gegen die Rhein-Neckar Löwen war das wichtig. Wenn wir verloren hätten, hätten wir die Meisterschaft nicht mehr in der eigenen Hand gehabt", sagte Gislason erleichtert. Seinem Ex-Club Magdeburg um Trainer Sveinsson drückt der 55-Jährige für den weiteren Saisonverlauf und für den Pokalwettbewerb insbesondere die Daumen. "Ich habe eine Wette zu laufen, dass Magdeburg Pokalsieger wird", verriet Gislason.

Mit seinem Team, das im DHB-Pokal schon nicht mehr dabei ist, hat er aber ein weit höheres Ziel: Die Endrunde in der Champions League am 30. und 31. Mai in Köln. Für Magdeburgs Manager Marc-Henrik Schmedt steht außer Frage, dass der deutsche Meister dies erreicht: "Der THW ist die beste Mannschaft der Welt, was die individuelle Klasse betrifft."

Doch gerade der Blick auf seinen an sich exquisiten Kader treibt Alfred Gislason einige Sorgenfalten auf die Stirn. Denn die Aufzählung verletzter, angeschlagener oder erkrankter Spieler nahm mehr Zeit in Anspruch als die Analyse des Spiels in Magdeburg. Dominik Klein (Kreuzbandriss), Johan Sjöstrand (fiebrige Viruserkrankung), Andreas Palicka (Sehnenanriss im Oberschenkel) und Aron Palmarsson (Adduktorenverletzung) fallen in Szeged aus.

Rene Toft Hansen, Domagoj Duvnjak, Rune Dahmke und Christian Sprenger sind gehandicapt. In Linksaußen Henrik Lundström und Torhüter Steinar Ege hat der deutsche Rekordmeister bereits zwei Handball-Rentner reaktiviert. Und auf den beiden Außenpositionen halfen zeitweilig die Rückraumspieler Rasmus Lauge Schmidt und Steffen Weinhold aus. "Dass die Mannschaft das wegsteckt, ist toll", lobte Gislason. Besonders sein eigentlich dritter Torhüter Kim Sonne nötigte ihm zuletzt großen Respekt ab. "Sonne, der in Dänemark nur die Nummer 20 oder so ist, hat stark gehalten", meinte der Isländer.

Gegen Szeged ist einmal mehr seine Improvisationskunst gefordert. Dennoch sieht er nach dem Remis gegen Verfolger Rhein-Neckar Löwen und dem Sieg beim SC Magdeburg dem Champions League-Spiel zuversichtlich entgegen. "Das war gut für das Selbstvertrauen", erklärte Gislason. Zudem ist er überzeugt davon, dass sich sein Team von den Ungarn nicht so überrumpeln lässt wie die Löwen, die beide Partien des Achtelfinals gegen Szeged verloren. "Dass sie beide Spiele verloren haben, ist krass. Wir sind gewarnt. Das ist eine sehr starke Mannschaft und abgezockte Truppe", urteilte der Kieler Trainer und gab ein unmissverständliches Ziel aus: "Wir müssen am besten schon das Hinspiel gewinnen."

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