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Streit um DHB-Präsidium macht "deutschen Handball kaputt"

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Reizfigur Hanning  

Streit um Posten macht den "Handball kaputt"

25.07.2015, 13:40 Uhr | sid

Streit um DHB-Präsidium macht "deutschen Handball kaputt" . Reizfigur: Bob Hanning ist die zentrale Figur im Streit im deutschen Handball. (Quelle: imago/Bernd König)

Reizfigur: Bob Hanning ist die zentrale Figur im Streit im deutschen Handball. (Quelle: imago/Bernd König)

In einem Punkt sind sich die Beteiligten ausnahmsweise mal alle einig: Das große Beben wird schwerwiegende Folgen haben. "Der Handball wird kaputtgemacht, und egal, wie es ausgeht, das wird über einen langen Zeitraum nicht mehr zu kitten sein", sagt Berndt Dugall. Nicht nur dem Vorsitzenden der Handball Bundesliga Frauen (HBF) ist völlig klar, worum es beim Frontalangriff der Landeschefs auf den Dachverband geht. "Einzig und allein darum, Bob Hanning raus zu drängen", erklärt Dugall.

Hanning, immer wieder Hanning. Der Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Handballbund (DHB), in Personalunion Manager des Bundesligisten Füchse Berlin, ist die zentrale Figur bei den Chaostagen des DHB. Der Antrag auf Abwahl des gesamten DHB-Präsidiums, den Württemberg am Wochenende "stellvertretend für vier der fünf größten Landesverbände" gestellt hat, dient vor allem dem Zweck, die Reizfigur Hanning zu entmachten.

Das allerdings bestreitet Hans Artschwager, Präsident des Landesverbandes Württemberg. "Uns geht es nicht um einzelne Personen", sagte er: "Es geht auch nicht darum, den deutschen Handball zu beschädigen, sondern darum, dass einiges passiert ist, was den Verbänden nicht gefällt." Der Sport müsse diesen kontroversen Prozess jetzt durchstehen, "dann werden wir auch wieder auf eine gemeinsame Linie zurückfinden". In einer Sondersitzung innerhalb der nächsten drei Wochen wollen sich die Verbände untereinander verständigen, wie in der Sache weiter vorzugehen ist.

Rückhalt für Hannig durch HBL

Die Ligen, HBL und HBF, aber laufen Sturm, für sie ist eindeutig Hanning die Zielscheibe der Aktion. "Dieser Antrag richtet sich aber nicht nur gegen die Person Bob Hanning, sondern vor allem gegen die Position des Leistungssport-Verantwortlichen im DHB", sagt Uwe Schwenker, Präsident der Handball-Bundesliga Männer (HBL): "Und damit sind HBL und HBF natürlich nicht einverstanden. Für die HBL kann ich sagen: Wir stehen ganz klar hinter Hanning."

Dessen Gegner sind in erster Linie Ex-Präsident Bauer und Handball-Ikone Heiner Brand. Schon im Vorfeld der WM im Januar in Katar bat Bauer seine Präsidiumskollegen - mit Ausnahme von Hanning - zu einer Telefonkonferenz, in deren Verlauf er die Entmachtung des Berliners forcieren wollte.

Eine Mehrheit bekam er dafür nicht, wenige Wochen später trat Bauer dann scheinbar völlig unerwartet zurück. Einer der Gründe dafür war unter anderem der Versuch, Brand mit einem Rentenvertrag im DHB auszustatten. Ein Vorschlag, der im Präsidium mit überwältigender Mehrheit abgelehnt wurde.

Zuletzt hatte Bauer mehrfach signalisiert, dass er unter gewissen Umständen durchaus bereit sei, ins Amt zurückzukehren. Die Voraussetzungen dafür, in erster Linie die Entmachtung Hannings, soll nun der Antrag der Landesverbände schaffen.

"Katrastrophe" und "Irrsinn"

"Eine Katastrophe, einen Irrsinn", nennt nicht nur Dugall diesen Schritt. Marc-Henrik Schmedt, Vizepräsident der HBL, bezeichnet Hanning gar als "einen der wichtigsten Motoren, die wir im deutschen Handball haben. Er hat nicht nur in Berlin, sondern in ganzer Breite diesen Sport in den letzten paar Jahren erheblich vorangetrieben."

Und deshalb sei die nun entstandene Situation auch alles andere als zielführend, glaubt etwa der frühere Nationaltorwart Andreas Thiel. "Ich habe große Zweifel daran, dass diese Strategie der Selbstzerfleischung dem deutschen Handball nützt", sagt der HBL-Justiziar.

Auch DHB-Interimspräsident Mark Schober mahnt dringend zur Sachlichkeit: "Wir haben einen demokratischen Verband, da gehört Diskussionskultur dazu. Die Diskussionen können ruhig kontrovers geführt werden, sie müssen aber der Sache dienen."

Antrag sorgt für Dissonanzen

Die Landesverbände verweisen in ihrem Antrag unter anderem darauf, dass der Wahlvorschlag für den neuen DHB-Chef "nicht aus den Reihen der derzeitigen Vizepräsidenten kommen sollte" - ein klarer Bezug auf Andreas Michelmann, der am 26. September in Hannover eigentlich gewählt werden soll. Der Vorschlag seitens der Findungskommission, den Vizepräsidenten für Amateur- und Breitensport als Bauer-Nachfolger zu installieren, hat zu erheblichen Dissonanzen geführt.

Michelmann nannte den ganzen Vorgang im Gespräch "eine Kombination aus Nicht-Achtung und Frechheit". Zu weiteren Details wollte er sich nicht äußern: "Zu dem Antrag aus Württemberg ist alles gesagt."

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