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Handball - 18 Trainer, zwei Meinungen: Nord-Duell um den Titel

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18 Trainer, zwei Meinungen: Nord-Duell um den Titel

18.08.2015, 12:02 Uhr | dpa

Handball - 18 Trainer, zwei Meinungen: Nord-Duell um den Titel. THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt sind die Favoriten auf die Meisterschaft.

THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt sind die Favoriten auf die Meisterschaft. Foto: Daniel Reimann. (Quelle: dpa)

Leipzig (dpa) - Zum Jubiläum wird's spannend: Die 18 Trainer der Handball-Bundesliga sagen ein Ende der One-Team-Show des THW Kiel voraus.

In einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur nannten die Experten den Titelverteidiger 14 Mal als Top-Favoriten auf die Meisterschaft. Sie prognostizierten dabei einen Zweikampf mit der SG Flensburg-Handewitt, auf die 13 Stimmen entfielen. Nur noch die Nummer drei des Votums, bei dem Mehrfachnennungen möglich waren, ist Vize-Meister Rhein-Neckar Löwen mit acht Stimmen. Außenseiterchancen trauen drei Trainer auch dem SC Magdeburg zu.

Schon am Mittwoch kommt es zum ersten Kräftemessen der Nord-Rivalen. Beim Supercup spielen Meister Kiel und DHB-Pokalsieger Flensburg in Stuttgart den ersten Titel der 50. Bundesliga-Saison aus. "Zwar geht es nur um einen kleinen Titel, aber das Prestige-Derby des deutschen Handballs wollen wir natürlich gewinnen", sagte Flensburgs Geschäftsführer Dierk Schmäschke vor dem 83. Landesderby.

Vor der Renaissance des viele Jahre dominierenden Zweikampfes weisen sich die Dauer-Kontrahenten gegenseitig die Favoritenrolle zu. "Der THW Kiel natürlich", beantwortete Flensburgs Trainer Ljubomir Vranjes die Frage nach dem nächsten Handball-Meister und begründete dies mit "der Truppe, der Tradition und der Mentalität. Man muss sich nur die letzten zehn Jahre anschauen". Mit Ausnahme von 2011 (HSV Hamburg) gewann Kiel seit 2005 alle Meister-Titel.

THW-Trainer Alfred Gislason hält sein Team lediglich für einen Mitfavoriten. "Das wird ein spannendes Rennen zwischen dem THW Kiel, der SG Flensburg-Handewitt, den Rhein-Neckar Löwen und dem SC Magdeburg", sagte der Isländer. Denn der Erfolgscoach weiß um sein größtes Problem und hat dafür noch keine fertige Lösung: Seit Dienstag steht fest, dass Jicha den Rekordmeister verlässt und wegen Geldproblemen zum FC Barcelona wechselt. Sein bis 2016 laufender Vertrag wurde auf eigenen Wunsch aufgelöst.

Der ehemalige Welthandballer aus Tschechien fehlt nicht nur als sportlich zentrale Figur, sondern insgesamt im Mannschaftsgefüge. "Sollte Jicha Kiel verlassen, ist der THW angreifbar", hatte Kai Wandschneider von der HSG Wetzlar prognostiziert. Mit seinem Team bestreitet er am Freitag bei Neuling TVB Stuttgart das Auftaktspiel der Saison 2015/16.

"Kiel ist stark wie immer. Aber wenn man nicht weiß, ob der Kapitän geht, macht das keine Mannschaft besser. Da ist eine große Unsicherheit", hatte Magdeburgs isländischer Trainer Geir Sveinsson bereits vor der Freigabe für Jicha geurteilt und sich daher auf Flensburg festgelegt: "Die waren voriges Jahr schon stark. Jetzt haben sie drei neue Spieler dazu geholt. Das sind alles Weltklasse-Spieler."

Ähnlich äußerte sich Christian Prokop. "Flensburg hat sich sehr intelligent verstärkt, sie verfügen über den variabelsten Kader und besitzen in ihre Qualität nun endlich auch die Breite im Kader, die so eine lange harte Saison einfordert", meinte der Trainer des Aufsteigers SC DHfK Leipzig. Michael Biegler, der die Leipziger 2013 vorübergehend betreut hatte und seit dieser Saison Cheftrainer beim HSV Hamburg ist, sieht hingegen den Titelverteidiger zum 21. Mal auf dem Meister-Thron: "Am THW Kiel führt kein Weg vorbei."

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