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Handball: Kiel, Löwen, Flensburg - Reif für die Königsklasse?

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Handball-Champions-League  

Kiel, Löwen, Flensburg - Reif für die Königsklasse?

16.09.2015, 16:36 Uhr | dpa

Handball: Kiel, Löwen, Flensburg - Reif für die Königsklasse?. Rasmus Lauge spielt nun für Flensburg.

Rasmus Lauge spielt nun für Flensburg. Foto: Daniel Reinhardt. (Quelle: dpa)

Leipzig (dpa) - Die Rhein-Neckar Löwen empfangen den Titelverteidiger, die SG Flensburg-Handewitt den Top-Favoriten, und der THW Kiel muss nach Kroatien: Für die deutschen Teams hat es schon der Auftakt in die Champions League in sich.

Den Anfang macht der deutsche Handball-Meister Kiel in der Gruppe A am Donnerstag bei RK Zagreb. In der gleichen Staffel trifft am Samstag Flensburg auf Paris St. Germain. Ein ebenso schweres Heimspiel hat Vize-Meister Rhein-Neckar Löwen am Sonntag in der Gruppe B gegen Champions-League-Sieger FC Barcelona. Ist das deutsche Trio schon reif für die veränderte Königsklasse mit allein 14 Gruppenspielen?

Ein Formcheck:

THW Kiel: Aron Palmarsson ist weg, und kurzfristig hat auch der ehemalige Welthandballer und Kapitän Filip Jicha den Club der verlassen. Der deutsche Meister ist noch in der Findungsphase. "Das System muss sich erst finden", urteilte Martin Schwalb, der den HSV Hamburg 2013 zum Champions-League-Sieg geführt hat.

Zwar hat das Team von Trainer Alfred Gislason mit dem Supercup den ersten Titel der Saison bereits gewonnen, aber in der Bundesliga gegen Flensburg bereits verloren (25:30). Auch der Heimauftritt gegen die TSV Hannover-Burgdorf (33:29) war alles andere als souverän. "Der THW ist immer schlecht gestartet. Aber eigentlich sind wir gut in die Saison gekommen", befand Geschäftsführer Thorsten Storm, "wir wollen zum Final4. Das ist eins unserer Ziele. Aber Favorit auf den Champions-League-Sieg sind wir nicht."

Viel wird von Domagoj "Dule" Duvnjak abhängen. Nach dem Weggang von Palmarsson und Jicha sowie Rasmus Lauge ist der Kroate Dreh- und Angelpunkt im Kieler Spiel. "'Dule' muss sich den Hut aufsetzen. Er muss das System jetzt führen", forderte Schwalb von seinem einstigen Schützling. Laut Storm füllt der Welthandballer von 2013 die Rolle bereits aus: "Er ist der Boss. Er ist einfach ein toller Handballer."

SG Flensburg-Handewitt: "Eine Wundertüte sind wir nicht", verkündete Manager Dierk Schmäschke. Doch der hoch gewettete DHB-Pokalsieger ist unvermittelt zum Sorgenkind geworden. Erst ein 32:33 zu Hause gegen MT Melsungen, dann am Dienstag das 21:24 bei der HSG Wetzlar: Der Champions-League-Sieger von 2014 ist vor dem Start der Königsklasse aus dem Tritt geraten. "Das ist meine Mannschaft. Jetzt muss ich die besser machen", sagte Trainer Ljubomir Vranjes.

Mit den Neuzugängen Rasmus Lauge, Henrik Toft Hansen, Kentin Mahe und Petar Djordjic haben sich die Flensburger so gut verstärkt, dass sie neben Kiel als erster Anwärter auf die deutsche Meisterschaft gelten. Mit dem Quartett wurde der Kader zudem quantitativ aufgewertet. Damit soll das Mammutprogramm Bundesliga, Pokal und Königsklasse besser gestemmt werden. "Das ist der Grund, warum wir unseren Kader erweitert haben", sagte Schmäschke.

Für Schwalb, Experte beim übertragenden Bezahlsender Sky, ist die SG auch in der Champions League ein Anwärter für Großes. "Ich traue den Flensburgern sehr viel zu. Sie haben sich gezielt verstärkt", meinte er. Doch was der Nord-Club wirklich kann, muss er gegen Paris zeigen. Schmäschke: "Das ist der nächste Kracher gegen die wohl beste Mannschaft der Welt - zumindest auf dem Papier."

Rhein-Neckar Löwen: Die Mannheimer sind glänzend in die Bundesliga gestartet. Trotzdem übt sich der Meisterschafts-Zweite in Zurückhaltung. "Gegen den Champions-League-Sieger das erste Spiel zu haben, ist toll, kommt für uns aber vielleicht ein bisschen zu früh", erklärte Geschäftsführer Lars Lamade, "ein paar Wochen später wäre uns das lieber gewesen."

Allerdings könnte die Gelegenheit auf einen Erfolg gegen Barcelona günstig sein. Die Katalanen haben ihren Top-Mann Nikola Karabatic an Paris abgeben müssen und bei der Club-WM in Doha das Halbfinale gegen den späteren Turniersieger Füchse Berlin verloren. Für Schwalb ist das Team von Trainer Nikolaj Jacobsen sogar ein Kandidat für das Final4. "Die Rhein-Neckar Löwen haben immer das Potenzial, dabei zu sein", meinte der Ex-Trainer und schränkte ein: "Sie haben aber ein, zwei Spieler, die nicht ersetzbar sind, wenn sie sich verletzen."

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