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Rhein-Neckar Löwen führen THW Kiel zeitweise vor

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Krise beim Serienmeister verschärft sich  

Rhein-Neckar Löwen führen THW Kiel teilweise vor

08.10.2015, 07:54 Uhr | sid

Rhein-Neckar Löwen führen THW Kiel zeitweise vor. Kiels Joan Canellas (li.) setzt sich gegen Kim Ekdahl du Rietz von den Rhein-Neckar Löwen durch. (Quelle: dpa)

Kiels Joan Canellas (li.) setzt sich gegen Kim Ekdahl du Rietz von den Rhein-Neckar Löwen durch. (Quelle: dpa)

Die Rhein-Neckar Löwen haben dem kriselnden Titelverteidiger THW Kiel eine weitere schmerzhafte Niederlage zugefügt und auf der Jagd nach ihrer ersten deutschen Handball-Meisterschaft einen wichtigen Sieg erbeutet. Das Team von Kapitän Uwe Gensheimer führte den Verfolger aus Kiel beim 24:20 (13:7) zeitweise vor und baute durch den neunten Erfolg im neunten Punktspiel seinen Vorsprung auf den Rekordmeister auf sechs Punkte auf.

Vor 13.200 Zuschauern in der ausverkauften Mannheimer Arena waren Uwe Gensheimer (7/5 Tore) und Alexander Petersson (5) die besten Werfer der Löwen, bei den Zebras traf Joan Canellas (5/2) am häufigsten.

Verunsicherung war offensichtlich

"Wir haben im Angriff in der ersten Halbzeit sehr schlecht gespielt. In der zweiten Halbzeit war es besser, wir hatten aber ein paar Fehlwürfe zu viel. Der Sieg der Löwen ist verdient", sagte THW-Trainer Alfred Gislason.

Den erfolgsverwöhnten Kielern, die zuvor bereits die Ligaspiele in Göppingen (21:29) und in Flensburg (25:30) verloren hatten, war die Verunsicherung deutlich anzumerken. Der Angriff um Nationalspieler Steffen Weinhold und Linkshänder Marko Vujin präsentierte sich im Gipfeltreffen lange Zeit erneut erschreckend einfallslos.

Zudem scheiterten die Schützlinge von Gislason immer wieder an Löwen-Keeper Mikael Appelgren. Der Schwede hatte im Sommer beim ewigen Zweiten die Nachfolge des nach Kiel gewechselten Niklas Landin angetreten und stach den Dänen im direkten Duell klar aus.

Petersson zeigt starke Vorstellung

In der von den Abwehrreihen geprägten ersten Halbzeit zogen die Gastgeber dank eines Zwischenspurts von 8:6 (22.) auf 12:6 (25.) davon. Nicht zuletzt, weil sich der isländische Routinier Petersson (35) im rechten Rückraum immer wieder durchsetzte.

Die taktische Variante von Coach Gislason, in der ersten Angriffsphase für Torhüter Landin einen siebten Feldspieler zu bringen und eine Überzahl zu schaffen, zahlte sich nicht wie erhofft aus. Nach einem Ballverlust warf Löwen-Profi Gedeon Guardiola in der 15. Minute den Ball vom eigenen Kreis in den leerstehenden Kieler Kasten und freute sich diebisch.

Anic im Kader

Beim Rekordtitelträger, der in den vergangenen elf Jahren zehnmal Meister geworden war, stand der erst am Mittwoch verpflichtete Kreisläufer Igor Anic bereits im Kader. Der französische Welt- und Europameister war kurzfristig als Ersatz für Nationalspieler Patrick Wiencek (Kreuzbandriss) geholt worden. Anic (28), der bereits von 2007 bis 2010 für das Team von der Förde auflief, saß aber zunächst nur auf der Bank.

Nach dem Wechsel benötigten die Badener sechs Minuten, um zum ersten Treffer zu kommen - bezeichnenderweise erneut durch Petersson. Kiel steigerte sich weiter, allen voran Landin, und kam immer näher heran (14:15/45.). In dieser für die Hausherren kritischen Phase übernahm vor allem der nach der Saison zu Paris St. Germain wechselnde Kapitän Gensheimer Verantwortung. Obwohl er kurz zuvor einen Siebenmeter verworfen hatte, trat der Weltklasse-Linksaußen gegen seinen ehemaligen Klubkollegen Landin wieder an und verwandelte diesmal zum 19:15 (48.).

Heißer Endspurt

In der hektischen Schlussphase in der Höhle der Löwen behielt neben Gensheimer auch Appelgren kühlen Kopf, während die Kieler mit aller Macht die dritte Saisonpleite in der Bundesliga verhindern wollten. Es gelang nicht.

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