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Handball: HSV Handball steht vor dem Ende

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Insolvenzverfahren eröffnet  

HSV Hamburg muss Spielbetrieb bald einstellen

15.01.2016, 17:56 Uhr | sid

Handball: HSV Handball steht vor dem Ende. Aussichtslose Lage: Pascal Hens hat mit dem HSV Hamburg keine Zukunft mehr in der Bundesliga. (Quelle: dpa)

Aussichtslose Lage: Pascal Hens hat mit dem HSV Hamburg keine Zukunft mehr in der Bundesliga. (Quelle: dpa)

Der HSV Hamburg steht nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens endgültig vor dem Aus. "Der Spielbetrieb ist noch nicht eingestellt, aber ich gehe davon aus, dass wir das in Kürze mitteilen müssen", sagte Gideon Böhm, Insolvenzverwalter des Handball-Bundesligisten. Dem Klub fehlen rund zwei Millionen Euro, damit es weitergehen kann.

Für den Meister von 2011 und Champions-League-Sieger von 2013 war es ein schwarzer Freitag. Sogar der Vorwurf der Lizenz-Erschleichung steht im Raum.

Geld reicht nicht mehr

Klar ist: Der HSV liegt endgültig am Boden. Das Geld des Klubs reicht nicht mehr aus, um die Saison in der Bundesliga zu Ende zu spielen. "Die Spieler sind ratlos", sagte Böhm. Den Hamburgern droht nun der totale Aderlass, Stars wie die Ex-Weltmeister Johannes Bitter oder Pascal Hens können fristlos kündigen und ablösefrei wechseln. Drei Spieler sind ohnehin schon weg. "Ich habe großes Verständnis dafür, wenn die Spieler jetzt wechseln wollen", sagte Böhm.

Hens selbst sagte nach einer Krisensitzung der Spieler: "Jetzt zu realisieren, dass es vorbei sein soll, fällt mir momentan sehr, sehr schwer." Er mache sich jetzt Gedanken über die Zukunft. "Ob es in Hamburg für mich weitergeht, ob ich sportlich noch mal irgendwo aktiv werde, werde ich jetzt abwarten." Die Mannschaft wollte am Freitag erstmals nach der Winterpause trainieren, sagte die Einheit nach der schockierenden Nachricht aber ab.

Einschränkung bei Verpflichtungserklärung

Bis zuletzt hatten die Hanseaten auf eine erneute Finanzspritze des langjährigen Mäzens Andreas Rudolph gehofft. Der Millionär hatte für die laufende Spielzeit gegenüber der Handball-Bundesliga (HBL) eine Verpflichtungserklärung über rund 2,5 Millionen Euro zur Sicherung des Spielbetriebes abgegeben. Doch offenbar gab es dazu noch eine vertragliche Einschränkung, die der ehemalige Geschäftsführer Christian Fitzek der HBL nicht mitgeteilt hat.

Die gewährte Lizenz könnte "makelbehaftet" sein, sagte Böhm - ein klarer Seitenhieb auf Fitzek, der die HBL getäuscht haben könnte. "Es gibt verschiedene Wahrnehmungen, wie mit dieser eingeschränkten Verpflichtungserklärung umzugehen ist", sagte Böhm. Der Streit wird nun juristisch geklärt.

"Das wäre Lizenzbetrug"

"Wenn es diese besagte Nebenabrede zwischen einem Gesellschafter und dem Verein gibt, und der Lizensierungskommission liegt so etwas nicht vor, dann wäre das natürlich schon ein echter Hammer", sagte Bob Hanning, Vizepräsident des DHB: "Wenn es tatsächlich Nebenabreden gegeben hat, wäre das ein ganz, ganz schwerer Schlag, und das wäre dann Lizenzbetrug."

Das Präsidium der HBL werde den Vorgang "sehr sorgsam prüfen", sagte Hanning. Aber eines sei klar: "Bei Lizenzbetrug, egal, welcher Verein so etwas macht, ist die Folge der Lizenzentzug. Das wäre dann ein absolutes Drama. Ich hoffe nicht, dass sich so etwas bewahrheitet."

Geldgeber steigt aus

Rudolph soll bis zu 50 Millionen Euro über Sponsoring und andere Zuwendungen in den Klub gepumpt haben. Nun war der Medizintechnik-Unternehmer nicht mehr bereit einzuspringen, schon kurz vor dem Jahreswechsel hatte er erklärt, dass der Klub seiner Meinung nach nicht zu retten sei.

Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens sei ein "Schock", sagte HBL-Boss Frank Bohmann: "Aber das kommt nicht völlig überraschend. Wir würden es bedauern, wenn der HSV ausscheiden müsste. Aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende." Zum Vorwurf, die Hamburger könnten bei der Lizenzvergabe gemauschelt haben, hielt sich Bohmann zunächst zurück: "Der Insolvenzverwalter wird mir aber noch Unterlagen zuschicken. Danach kann ich mich erst konkret äußern."

Bald in der Dritten Liga?

Der HSV Hamburg wird nun wohl zeitnah abgewickelt - eine schlechte Nachricht für die Liga und den deutschen Handball. Schließlich zog der Großstadt-Klub die Fans an. Aber an der Elbe wurde schon immer schlecht gewirtschaftet, die Handballer lebten stets über ihre Verhältnisse. Zuletzt standen monatlichen Einnahmen von etwa 100.000 Euro Ausgaben von 340.000 Euro gegenüber.

Zwar besteht noch die theoretische Möglichkeit, dass der HSV die Saison zu Ende spielt, aber "im Moment kriege ich das Geld nicht zusammen", sagte Böhm, der auch nicht an eine Zukunft des HSV glaubt: "Der Spielbetrieb ist defizitär."

Nach diesem schwarzen Freitag muss der HSV demnächst wohl wieder in den Niederungen des Handballs einen Neuanfang wagen. Vielleicht in der Zweiten Liga. Vielleicht auch in Liga drei.

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