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Handball: Der siebte Feldspieler spaltet noch immer die Liga

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Der siebte Feldspieler spaltet noch immer die Liga

22.08.2017, 13:05 Uhr | dpa

Handball: Der siebte Feldspieler spaltet noch immer die Liga. Hanning ist kein Freund der Regel-Revolution, bei der ein siebter Feldspieler für den Torwart eingesetzt werden darf.

Hanning ist kein Freund der Regel-Revolution, bei der ein siebter Feldspieler für den Torwart eingesetzt werden darf. Foto: Marijan Murat. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Euphorie hier, Ablehnung dort: Der siebte Feldspieler spaltet noch immer die Handball-Bundesliga.

Auch ein Jahr nach der Regel-Revolution gehen die Meinungen bei den 18 Vereinen weit auseinander. "Von der Regel halte ich nicht viel. Sie führt dazu, dass Spieler verlernen, Entscheidungen zu treffen", kritisierte Wetzlars Trainer Kai Wandschneider in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Meister-Coach Nikolaj Jacobsen von den Rhein-Neckar Löwen stellte dagegen fest: "Wir haben oft von der Möglichkeit des siebten Feldspielers Gebrauch gemacht, deshalb hat es sich für uns bewährt."

Seit dem Vorjahr darf jeder Feldspieler mit dem Torwart getauscht werden. Somit können Überzahlsituationen geschaffen oder Zeitstrafen ausgeglichen werden. Schon als die Internationale Handball-Föderation (IHF) die Regel bei den Olympischen Spielen in Rio einführte, gab es heftige Kontroversen. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

"Ich bin kein Freund dieser Regelung", erklärte Bob Hanning. Wie der Geschäftsführer der Füchse Berlin und DHB-Vizepräsident bewerteten weitere sechs Vereinsverantwortliche das taktische Mittel durchweg negativ. So erklärte Melsungens Trainer Michael Roth: "Ich bin froh, dass die Regel nicht so großen Einfluss gewonnen hat wie gedacht. Das Spiel ist dadurch unattraktiv und statisch. Wenn man es gut verteidigt bekommt, fliegen die Bälle ins leere Tor. Das will niemand sehen."

Die Torhüter sind durch das permanente Wechselspiel mehr gefordert als in der Vergangenheit, kommen aber auch viel öfter in den Genuss eines eigenen Torerfolges. Immerhin 50 Treffer erzielten die Keeper in der Vorsaison, Top-Schütze war Nationaltorwart Andreas Wolff vom Rekordmeister THW Kiel mit fünf Toren. Sein Trainer Alfred Gislason lehnt die Regel trotzdem ab: "Sie bevorteilt noch immer Mannschaften, die sehr hart Abwehr spielen, da eine Zeitstrafe für sie keinen Nachteil mehr darstellt", sagte der Isländer.

Nach Ansicht von Flensburg-Coach Maik Machulla wird der Handball dadurch "unattraktiv". Noch deutlicher wurde Magnus Andersson, Trainer des EHF-Pokal-Gewinners Frisch Auf Göppingen: "Die Regel gefällt mir gar nicht. Das ist nicht mehr der Handball, den wir kennen und mögen."

Acht seiner Trainerkollegen lehnen die Regel zwar nicht ab, so richtig begeistert sind sie davon aber auch nicht. "Sie hat sich als Impuls für viele Mannschaften durchgesetzt", stellte einerseits Ben Matschke vom Aufsteiger Die Eulen Ludwigshafen fest. Zlatko Feric vom Mitaufsteiger TuS-N Lübbecke erwartet andererseits, "dass die Regel mit der Zeit nicht mehr so häufig umgesetzt wird. Die Statistik zeigt, dass man mit dem siebten Feldspieler mehr Tore kassiert, als dass sie verhindert werden."

Doch es gibt auch begeisterte Stimmen. "Das ist ein gutes taktisches Mittel, um ins Spielgeschehen einzugreifen", erklärte Stuttgarts Trainer Markus Baur. Und Karsten Günther, Geschäftsführer des SC DHfK Leipzig, befand: "Die Regel hat sich viel besser bewährt als erwartet. Sie macht das Spiel attraktiver."

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