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Formel 1 - Spionageaffäre: Strafe für McLaren-Mercedes steht weiter im Raum

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McLaren-Mercedes  

Strafe für McLaren-Mercedes steht weiter im Raum

15.07.2007, 14:34 Uhr | sid

Norbert Haug (Foto: imago)Norbert Haug (Foto: imago) Die Spionage-Affäre in der Formel 1 um die Weitergabe von Daten von Ferrari an McLaren-Mercedes ist für das britische-schwäbische Team weiterhin noch nicht ausgestanden. Ein Punktabzug ist immer noch möglich. Sollte McLaren-Mercedes bei der Anhörung vor dem World Council des Automobil-Weltverbandes FIA am 26. Juli in Paris nachgewiesen werden, von März bis Juli 2007 im Besitz vertraulicher Daten des Konkurrenten Ferrari gewesen zu sein, könnten dem Team gemäß der FIA-Statuten nachträglich alle in diesem Zeitraum gewonnenen WM-Punkte wieder abgezogen werden.

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Rectangle Formel 1

Auch Punktabzug für die Piloten möglich
Dem englisch-schwäbischen Rennstall blieben in diesem Fall von den bisherigen 128 WM-Punkten nur noch jene 14 Zähler erhalten, die beim Saisonauftakt am 18. März in Melbourne eingefahren wurden. Laut FIA-Präsident Max Mosley könnten aber auch die Silberpfeil-Piloten Fernando Alonso (Spanien) und Lewis Hamilton (Großbritannien) ihre Punkte verlieren. Das bestätigte ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk, der als FIA-Vize-Präsident am 26. Juli der Anhörung beiwohnt. "Das Strafmaß lässt diese Möglichkeit zu", sagte der Funktionär.

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Tomczyk und Stuck sehen nur das Team in der Verantwortung
Wenn allerdings erwiesen sei, dass es sich eindeutig um eine Teamsache handele, hält Tomczyk nichts davon, auch die Fahrer zu bestrafen. Der mächtigste Mann im deutschen Motorsport rechnet mit einem Urteilsspruch noch am selben Tag, "da die Anhörung ja sehr früh beginnt", nach Angabe von Tomczyk um 9.30 Uhr. Auch Hans-Joachim Stuck ist dafür, lediglich das Team zu bestrafen, falls sich die Spekulationen bestätigen sollten: "Sonst wird die Fahrer-WM zur Farce." Für den ehemaligen Rennfahrer ist das ganze Ausmaß des Skandals derzeit aber überhaupt nicht absehbar. "Das ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Da wird noch sehr viel schmutzige Wäsche gewaschen", sagte der heutige "Premiere"-Experte.

"Wer nichts Unrechtes getan hat, der hat auch nichts zu befürchten"
Mercedes-Sportchef Norbert Haug kann die "ganze Aufregung nicht verstehen" und ist fest von einem Freispruch überzeugt. "Wer nichts Unrechtes getan hat, der hat auch nichts zu befürchten. Unser Team hat mit diesem ganzen Thema nichts zu tun", sagte Haug. Er habe daher auch keine Angst vor der FIA-Anhörung. Haug versichert, dass das Team nie verbotenes Material genutzt habe. Das entspräche absolut nicht dem Sportsgeist von McLaren-Mercedes. "Wir wollen keine Rennen gewinnen, die auf Manipulation basieren", sagte der Mercedes-Sportchef. Es sei das Team McLaren-Mercedes gewesen, das die FIA zur Anhörung aufgefordert habe, berichtet Haug: "Es ist in unserem Interesse, diese Sache lückenlos aufzuklären. Mercedes ist überall im Sport für Fairplay bekannt."

Vorwurf der psychologischen Kriegsführung
Der ehemalige Formel-1-Pilot Christian Danner macht unterdessen Ferrari schwere Vorwürfe. Das sei ein ganz billiger und bösartiger Versuch der psychologischen Kriegsführung, sagte der RTL-Experte: "Ferrari versucht jetzt verzweifelt, McLaren etwas anzuhängen. Die wollen die Situation mit unfairen Mitteln schamlos ausnutzen." Danner glaubt nicht so recht an einen Punktabzug, falls die FIA den Spionage-Vorwurf nachweisen kann. Er halte dies für sehr unwahrscheinlich, "aber egal, wie es ausgeht, diese Angelegenheit wird noch große Kreise ziehen".

Sabotage mit Düngemittel
Dem von Ferrari entlassenen Chefmechaniker Nigel Stepney droht nach Angaben der "Gazzetta dello Sport" wegen Spionage, Verbreitung industrieller Geheimnisse und Sabotage eine Strafe von bis zu vier Jahren Haft. Angeblich habe auch der McLaren-Techniker Mike Coughlan Stepney schwer belastet und bestätigt, dass ihm dieser Dossiers über den Rennstall aus Maranello zugespielt hatte. Nach Angaben von Experten ist das weiße Pulver, das Stepney vor dem Monaco-Grand-Prix in die Ferrari-Autos geschüttet haben soll, ein Düngemittel. Mindestens ein halbes Kilo des Pulvers soll der 48-Jährige in die Autos geschüttet haben. Das Verfahren gegen Stepney wird aber erst in ein paar Monaten stattfinden.

Sind Ferrari-Daten auf Coughlans Computer?
Coughlan geht laut der Zeitschrift "auto, motor und sport" deshalb straffrei aus, weil er Ferrari eine eidesstattliche Erklärung gegeben hat. Wie das Fachblatt auf seiner Onlineseite kommentiert, "sieht Ferrari in dem Kuhhandel offenbar eine Chance, WM-Konkurrent McLaren-Mercedes in eine missliche Lage zu bringen". Wenn die FIA-Untersuchung ergeben würde, dass McLaren-Mercedes in der Tat technische Details vom Ferrari F2007 abgekupfert hätte, wäre der Fall einfach. Dann würde jeder eine Bestrafung verstehen, sogar einen Punktabzug. Deshalb müsse Ferrari hoffen, dass auf dem beschlagnahmten Computer, den Coughlan in der Firma genutzt hatte, belastendes Material zu finden ist.

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