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Formel 1 - Spionageaffäre: Aufatmen bei McLaren-Mercedes

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Spionageaffäre  

Aufatmen bei McLaren-Mercedes

26.07.2007, 18:02 Uhr | sid, dpa, motorsport-total.com, t-online.de

Zufrieden: Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug (li.) und McLaren-Boss Ron Dennis (Foto: dpa)Zufrieden: Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug (li.) und McLaren-Boss Ron Dennis (Foto: dpa) Vorerst keine Sanktionen gegen McLaren-Mercedes in der Spionageaffäre um den ehemaligen Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney: Der britisch-schwäbische Rennstall ist nach fünfstündiger Anhörung vom World Council (WMSC) des Automobil-Weltverbandes FIA in Paris vom Verdacht der Spionage freigesprochen worden. Der Vorwurf, das Team habe geheime Ferrari-Daten genutzt und sich dadurch einen Vorteil im Formel-1-Titelrennen verschafft, bestätigte sich bei der Anhörung aber nicht. Das Urteil ist aber mit einer Warnung verknüpft. Sollte sich doch noch das Gegenteil herausstellen, droht der WM-Ausschluss für 2007 und 2008.

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Keinen Vorteil verschafft
"Der WMSC ist überzeugt, dass McLaren-Mercedes im Besitz von vertraulichen Ferrari-Informationen war und deshalb gegen Artikel 151c des International Sporting Codes verstoßen hat", heißt es in der schriftlichen Urteilsbegründung. Dennoch kommt für den WMSC eine Bestrafung des Teams nicht in Frage: "Es gibt jedoch unzureichende Beweise, dass diese Informationen auf eine Art verwendet wurden, dass die Formel-1-Weltmeisterschaft in unangebrachter Weise gestört wurde. Wir sprechen aus diesem Grund keine Strafe aus." Bei einem Schuldspruch hätte dem Formel-1-Rennstall schlimmstenfalls ein massiver Punktabzug in der Team- und Fahrer-WM gedroht. Dieser Verdacht war aufgekommen, nachdem Stepney dem einstigen McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan 780 Seiten mit geheimen Ferrari-Daten zugespielt hatte.

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Zwei McLaren-Mercedes-Piloten vorn
Damit wird der Kampf um beide WM-Titel 2007 ausschließlich auf der Rennstrecke fortgesetzt. McLaren-Mercedes liegt vor dem 11. von 17 WM-Läufen am 5. August in Budapest in beiden WM-Wertungen vor dem Rivalen Ferrari. In der Fahrer-WM führt Neuling Lewis Hamilton mit zwei Punkten vor Titelverteidiger Fernando Alonso. Auf den Plätzen drei und vier folgen die Ferrari-Piloten Felipe Massa und Kimi Räikkönen.

"FIA hat unsere Auffassung bestätigt"
Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hat mit Zufriedenheit auf den Freispruch reagiert. "Die FIA hat bestätigt, was wir von Anfang an sagten, denn unser Team hat eindeutig nicht von Ideen oder Designs einer konkurrierenden Mannschaft profitiert", sagte Haug. Dass der Weltrat des Internationalen Automobilverbandes FIA den Freispruch mit einer Warnung verbunden hat, wonach bei einer neuen Beweislage der Ausschluss aus der laufenden Weltmeisterschaft sowie im kommenden Jahr droht, "ist für uns ohne jegliche Relevanz. Denn wir haben nicht und wir werden nicht Ideen aus dem beanstandeten Material für uns verwenden - wir kennen dessen Inhalt nicht und wollen diesen auch nie kennen lernen", betonte Haug.

"Freue mich auf eine aufregende zweite Saisonhälfte"
Auch Weltmeister Fernando Alonso begrüßte die Entscheidung. "Ich bin erst seit ein paar Monaten Teil von McLaren, aber ich weiß wie wichtig diese Entscheidung heute für jeden war. Ich freue mich auf eine aufregende zweite Saisonhälfte und darauf, den WM-Kampf fortzusetzen", sagte der Spanier.

Sehr ernst zunehmender Präzedenzfall
Ferrari hat mit großer Entrüstung auf den Freispruch von McLaren-Mercedes in der Spionage-Affäre reagiert und das Urteil das FIA-Weltrates scharf kritisiert. Es sei unverständlich, dass die Verletzung fundamentaler Prinzipien der Ehrlichkeit im Sport, "als logische und ausweichliche Konsequenz", keine Sanktionen zur Folge habe, teilte die Scuderia in einer Presseerklärung mit. Die Entscheidung des FIA-Weltrates legitimiere unehrliches Verhalten in der Formel 1 und markiere einen sehr ernst zunehmenden Präzedenzfall.

"Schädlich für die Glaubwürdigkeit der Formel 1"
Die Entscheidung des Weltrates zeige nun, dass der Besitz und das Wissen auf höchstem Niveau und die Verwendung hoch vertraulicher Informationen über einen Zeitraum von mehreren Monaten ohne Bestrafung bleibe. Die Scuderia war dem Rivalen vor, die Informationen weiterhin zu haben, wenn die Angelegenheit nicht durch einen Zufall bekannt geworden wäre. "Ferrari empfindet, dass dies in hohem Maße der Glaubwürdigkeit der Formel 1 abträglich ist." Die Marke aus Maranello will seine rechtlichen Schritte in Italien und England unterdessen weiter fortsetzen.

Berufssperre droht
Noch nicht aufatmen dürfen Coughlan und Stepney. Ihnen droht parallel zu bei zivilgerichtlichen Verfahren möglicherweise ausgesprochenen Strafen eine Berufssperre: "Der WMSC wird auch Nigel Stepney und Mika Coughlan vorladen, damit sie Gründe vorbringen können, warum sie nicht für eine längere Zeit für den Motorsport gesperrt werden sollten. Der WMSC hat diesbezüglich die Befugnisse an die Rechtsabteilung der FIA übertragen.

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