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Formel 1 - Spionage-Affäre: Ferrari schießt zurück

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Ferrari gegen McLaren-Mercedes  

Ferrari schießt zurück

03.08.2007, 19:33 Uhr | dpa

Ron Dennis (Foto: imago)Ron Dennis (Foto: imago) Der offene Schlagabtausch in der Spionage-Affäre um McLaren-Mercedes und Ferrari geht in die nächste Runde und wird mit immer härteren Bandagen geführt. Nachdem Silberpfeil-Chef Ron Dennis scharf in Richtung der Scuderia geschossen und ihr einen illegalen Sieg beim Auftaktrennen in Australien vorgeworfen hatte, setzten sich die Italiener zur Wehr. "Ferrari möchte mit Nachdruck klarstellen, dass dieser Brief Anschuldigungen enthält, die sowohl schwerwiegend als auch falsch sind", hieß es in einer knappen Pressemitteilung.

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Ferrari: Rennkommissare hatten nichts zu beanstanden
"Im Gegensatz zu der von McLaren-Mercedes getroffenen Behauptung hat Ferrari nie illegal irgendeinen Vorteil gehabt." Die F2007 von Sieger Kimi Räikkönen (Finnland) und Felipe Massa (Brasilien) seien vor, während und am Ende des Großen Preises von Australien am 18. März von den zuständigen Kommissaren als dem Regelwerk entsprechend erachtet worden, hieß es. "Wenn es irgendetwas Illegales gegeben hätte, wären sie disqualifiziert worden."

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Auf Protest verzichtet
McLaren-Teamchef Dennis hatte in seinem am Mittwoch veröffentlichten Brief behauptet, die beiden Ferraris seien in Melbourne mit einem nicht erlaubten flexiblen Unterboden ausgestattet gewesen. Im Interesse des Sports habe McLaren entschieden, gegen das Resultat nicht zu protestieren, auch wenn auf der Hand liege, dass Ferrari einen illegalen Wettbewerbsvorteil hatte, schrieb Dennis.

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Stepney will keinen Tipp gegeben haben
Den Tipp habe das Team - genauer der in die Spionage-Affäre verwickelte suspendierte Designer Mike Coughlan - laut Dennis vom ehemaligen Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney bekommen, dem zweiten Hauptdarsteller in der Affäre. Stepney wies Dennis' Darstellung zurück. "Es ist nicht wahr, dass ich Unregelmäßigkeiten enthüllt habe", wurde er in der "Gazzetta dello Sport" zitiert. Man müsse sich nur das Auto anschauen, um zu realisieren, dass etwas faul sei. "Bei McLaren wussten sie dies ohne die Notwendigkeit des Verpfeifens." Stepney soll Ende April auch geheime Ferrari-Unterlagen - 780 Seiten - an den ehemaligen McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan weitergeleitet haben. Beide wurden nach Bekanntwerden der schier endlosen Spionage-Story von ihren Teams suspendiert.

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Haug verteidigt Dennis
Doch für Ruhe zwischen den Rivalen der Rennbahn hat dies nicht gesorgt. Im Gegenteil: Vor dem Großen Preis von Ungarn am Sonntag in Budapest (ab 13.45 Uhr im onSport Live-Ticker) geben die Silbernen und die Roten noch mal richtig Gas. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug rechtfertigte den Dennis-Brief an den italienischen Automobil-Verbandspräsidenten Luigi Macaluso. "Es ist nicht so, dass wir und Ron Dennis gerne Briefe schreiben, sondern es geht um die Klarstellung. Das Briefeschreiben im Internet wurde ja von anderer Seite begonnen. Wir haben uns mustergültig ruhig verhalten bis zur Anhörung", betonte er im Abonnementsender "Premiere".

Ferrari: Regelverstoß wurde festgestellt
Macaluso, der auf den Freispruch von McLaren-Mercedes vor dem Weltrat des Internationalen Automobilverbandes (FIA) am 26. Juli mit Unverständnis reagiert und sich an den FIA-Präsidenten Max Mosley gewandt hatte, antwortete auf das Dennis-Schreiben. "Aus Ihrem Brief wird offensichtlich, dass es deutliche Unterschiede in der Betrachtung der Ereignisse zwischen McLaren und Mercedes gibt", hieß es in dem Brief Macalusos, der auch Mitglied des Weltrats ist. "Ich möchte mich darauf beschränken zu betonen, dass ein Verstoß von McLaren gegen den Artikel 151c des International Sporting Codes festgestellt wurde, aber das Team ohne Strafe davonkam." Der Artikel bezieht sich auf "jedes betrügerische Verhalten" oder "jede Handlung, die dem Interesse aller Wettbewerbe oder dem Interesse des Motorsports abträglich ist".

Nachträgliche Strafe steht noch im Raum
Haug konterte: "Wenn wir für unseren Mitarbeiter zuständig und verantwortlich sind, dann ist das Team, wo das Material herkommt, allemal dafür zuständig, denn hätte dieser Mann das Material nicht weitergegeben, dann hätten wir das ganze Thema nicht. Ich bin sehr für das Verursacherprinzip." Das Silberpfeil-Team, das mit seinen beiden Piloten Lewis Hamilton (England) und Fernando Alonso (Spanien) sowohl die Fahrer- als auch die Konstrukteurswertung vor dem 11. von 17 WM-Läufen anführt, war vom Verdacht der Spionage zwar freigesprochen worden, die Entscheidung aber mit einer Warnung versehen. Sollte doch noch nachgewiesen werden können, dass die Silberpfeile von den Unterlagen in Coughlans Besitz profitiert haben, droht der Ausschluss aus der laufenden sowie aus der Weltmeisterschaft des kommenden Jahres.

Berufungsverhandlung wahrscheinlich Ende August
Ferrari reicht dies aber nicht aus. Die Scuderia habe bei der Anhörung nicht ausreichend Gelegenheit gehabt, dem Council die Sachlage aus ihrer Sicht zu schildern oder Schlüsselfiguren zu befragen. Als möglicher Termin für die Berufungsverhandlung wird mit der Woche nach dem Türkei-Rennen Ende August spekuliert. Ferrari werde dort in Gänze seine Position zu der gesamten Angelegenheit darlegen, teilte die Scuderia mit.

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