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Formel 1- Spionageaffäre: Rekord-Geldstrafe für McLaren-Mercedes:

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McLaren-Mercedes  

Rekord-Geldstrafe für McLaren-Mercedes

13.09.2007, 19:16 Uhr | dpa

McLaren-Mercedes-Pilot Fernando Alonso (Foto: imago)McLaren-Mercedes-Pilot Fernando Alonso (Foto: imago) Ausschluss aus der Konstrukteurs-WM und eine Rekord-Geldstrafe: McLaren-Mercedes muss die Spionage-Affäre in der Formel 1 teuer bezahlen und einen fast sicheren Titel ausgerechnet dem Erzrivalen Ferrari kampflos überlassen. Dem britisch-deutschen Rennstall werden alle Zähler in der Teamwertung aberkannt, zudem muss er 100 Millionen Dollar (rund 72 Millionen Euro) Buße zahlen. Dies entschied nach einer rund siebenstündigen Verhandlung in Paris der Weltrat des Internationalen Automobilverbandes FIA. Die Fahrer blieben indes wegen der besonderen Umstände verschont.

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Rectangle Formel 1

Mercedes-Chef Haug geschockt
"Dieses Urteil ist ein Schock für alle im Team und, wie Reaktionen bei Medien und Formel-1-Publikum zeigen, auch für weite Teile draußen", kommentierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug die Entscheidung. Er kündigte zugleich eine mögliche Berufung gegen das Urteil an. "Wir kämpfen jetzt erst recht mit aller Entschiedenheit weiter, um auf der Rennstrecke Antworten zu geben, wie zuletzt in Monza, und neben der Rennstrecke vor Gericht Gerechtigkeit zu finden", betonte Haug, nachdem das Team am 26. Juli bei einer ersten Anhörung noch freigesprochen worden war. Allerdings aus Mangel an Beweisen und auf Bewährung. Es drohte sogar der Ausschluss aus der laufenden und der kommenden Saison bei einer neuen Beweislage.

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Verhängnisvoller E-Mail-Verkehr
Diese hatte sich angeblich vergangene Woche ergeben, nachdem ein entsprechender E-Mail-Verkehr zwischen Weltmeister Fernando Alonso und Ersatzfahrer Pedro de la Rosa aufgetaucht sein sollte. Zu den Gründen für die Entscheidung des World Council, dem auch Hermann Tomczyk als Präsident des Deutschen Motorsport-Bundes angehört, will sich die FIA jedoch erst an diesem Freitag äußern, zwei Tage vor dem Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps. Es ist das viertletzte Rennen der Saison.

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Fahrerwertung
Teamwertung

Weitere Sanktionen im Dezember möglich
Im Dezember will der FIA-Weltrat dann zudem erneut über mögliche Sanktionen gegen McLaren-Mercedes für die kommende Saison entscheiden, hieß es in der offiziellen Pressemitteilung. Darin wurde auch bekanntgegeben, dass bei Siegen eines McLaren-Piloten in dieser Saison kein Repräsentant des Teams mit aufs Podium darf. Auf die Fahrerwertung hat die neue Würdigung der Beweise keine Auswirkungen. Lewis Hamilton, führt mit 92 Punkten weiter vor Alonso (89) die WM-Wertung an. Die Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen (74) und Felipe Massa (69) folgen auf den Plätzen drei und vier.

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Ferrari hat kein Problem mit Sieg "am Grünen Tisch"
Des einen Leid ist des anderen Freud. "Ferrari ist zufrieden, dass die Wahrheit ans Licht gekommen ist", erklärte die Scuderia in einer Pressemitteilung. Die Roten, für die auch der ehemalige Technische Direktor Ross Brawn zum Showdown der "Formel 007" an die Seine kam, greift nun nach dem ersten WM-Erfolg mit dem Team seit den Zeiten von Michael Schumacher 2004. "Die Weltmeisterschaft am Grünen Tisch zu gewinnen, wäre auf jeden Fall ein verdienter Sieg", hatte Ferrari-Chef Luca di Montezemolo vor der Anhörung gesagt. Sportlich hätte es die Marke aus Maranello wohl auch in diesem Jahr nicht geschafft.

Ungewohnte Nachbarschaft in der Boxengasse
In die restlichen vier Saisonrennen gehen die Italiener nun aber als Spitzenreiter des Teamklassements mit 143 Punkten. Zweiter ist nun BMW-Sauber (86). "Ein so gewonnener zweiter Platz macht natürlich nicht so Spaß wie ein zweiter Platz, der auf der Strecke herausgefahren wird", meinte Pilot Nick Heidfeld. Allerdings ist die Platzierung mit dem Team auch mit hohen Geldprämien verbunden sowie einer Rangordnung in der Boxengasse. McLaren befindet sich im kommenden Jahr mit seinem prachtvollen Motorhome dann in ungewohnter Nachbarschaft von Super Aguri oder Spyker am Ende der Boxengasse.

Ex-Ferrari-Chefmechaniker Stepney gibt Informationen preis
Auslöser der Spionage-Affäre waren zwei sofort nach Bekanntwerden der ominösen Angelegenheit suspendierte hochrangige Mitarbeiter von McLaren und Ferrari. So hat Ex-McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan ein 780 Seiten umfassendes Ferrari-Dossier nach eigener Aussage am 28. April vom ehemaligen Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney erhalten. In Auszügen aus seiner Eidesstattlichen Erklärung, die der Internetanbieter "autosport.com" veröffentlichte, betonte Coughlan, dass die Ferrari-Dokumente aber keinerlei Verwendung mit Blick auf die Rennwagen von McLaren-Mercedes gefunden hätten.

Renault droht ebenfalls Unheil
Während die eine Affäre sicherlich mit dem jetzt ergangenen Urteil noch nicht ausgestanden sein dürfte, droht schon die nächste. Denn einem Bericht des Fachmagazins "auto, motor und sport" zufolge ist nun der französische Formel-1-Rennstall Renault Ziel von entsprechenden Vorwürfen. Demnach soll der ehemalige McLaren-Ingenieur Phil Mackereth drei Disketten mit Konstruktionsplänen und Berechnungen von über 20 Details des McLaren zu Renault mitgenommen und dort verwendet haben.

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