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Formel 1 - McLaren-Mercedes: Silberpfeile gehen nicht in Berufung gegen Rekordstrafe

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McLaren-Mercedes  

Silberpfeile gehen nicht in Berufung

21.09.2007, 18:30 Uhr | sid

Fernando Alonso (Foto: xpb.cc)Fernando Alonso (Foto: xpb.cc)McLaren-Mercedes hat seinen Verzicht auf einen Einspruch gegen die Bestrafung durch den Automobil-Weltverband FIA erklärt und insofern die am 13. September verhängte Rekordstrafe akzeptiert. Der deutsch-englische Rennstall war in der langwierigen und zunächst völlig undurchsichtigen Spionage-Affäre zu einer beachtlichen Geldbuße in Höhe von 100 Millionen Dollar (rund 72 Millionen Euro) verurteilt worden. Dazu kam der schmerzhafte Abzug aller in der laufenden Saison eingefahrenen Konstrukteurs-Punkte. Dadurch kam Ferrari bereits nach dem 14. von 17 Saisonrennen im belgischen Spa-Francorchamps vorzeitig zum Gewinn der WM-Teamwertung. "Wir akzeptieren die Dinge wie sie sind", teilten die Silberpfeile mit. Die volle Konzentration gelte nun "ausschließlich dem Sport und den letzten drei Rennen der Saison", so Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Urteilsbegründung Hohe Geldstrafe gegen McLaren-Mercedes

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Rectangle Formel 1

WM-Doppelführung verteidigen
Der Schwabe fügte kämpferisch an: "Wir wollen die seit Mai von uns belegte Doppelführung in der Fahrer-WM bis nach der letzten Zielflagge in Brasilien behalten." McLaren-Chef Ron Dennis erklärte: "Wir glauben, dass die Zeit gekommen ist, die gewaltige Aufregung hinter uns zu lassen. McLaren will Rennen und die WM gewinnen."

Mosleys unmissverständliche Warnung
FIA-Präsident Max Mosley hatte die Silberpfeile zuvor eindringlich davor gewarnt, in die Berufung zu gehen. "Das sollten sie lieber lassen", hatte der Brite einen guten rat ausgesprochen. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass auch beide Fahrer bestraft werden. Dennis hatte bereits beim Großen Preis von Belgien in Spa angedeutet, im "Interesse des Sports" auf einen Einspruch zu verzichten.

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Noch bleiben Zweifel
Ganz ausgestanden ist die Affäre für Mosley aber noch nicht. "Wir müssen sicher sein, dass wir den anderen Teams sagen können, dass das McLaren-Programm 2008, nicht nur das Auto, sondern das ganze Drumherum, ohne Einfluss von Ferrari-Informationen ist", sagte der FIA-Präsident und kündigte für Dezember 2007 eine genaue Überprüfung an.

Kompletter Ausschluss aus dem Wettbewerb stand zur Diskussion
Dass McLaren-Mercedes auch bedeutend härter hätte bestraft werden können, war zuletzt deutlich geworden. Offenbar nur durch das Veto von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone waren die Silberpfeile in letzter Sekunde einem kompletten WM-Ausschluss entgangen, wie Mosley angemerkt hatte. "Wir hätten sagen können: Ihr habt die WM 2007 beschmutzt, ihr hättet sie möglicherweise auch 2008 beschmutzt. Daher ist es besser, dass ihr bis 2009 nicht mehr in der Formel 1 startet", meinte der gelernte Jurist.

Eine Flut an Informationen ist geflossen
Obwohl die in der WM-Wertung führenden Silberpfeil-Piloten Fernando Alonso aus Spanien (95 Punkte) und der englische Spitzenreiter Lewis Hamilton (97) gut mit der FIA zusammengearbeitet hätten, wäre es auch durchaus möglich gewesen, ihnen die Punkte abzuerkennen. Darüber habe es innerhalb des World Council eine lange Diskussion gegeben, erklärte Mosley. Die Beweislage sei sehr eindeutig gewesen: "Wenn Sie die 780 Seiten anschauen und die über 300 SMS und Telefongespräche, kann man nichts anderes tun. Es kamen eine ganze Menge Informationen." Diese wurden, so der FIA-Boss, mit ziemlicher Sicherheit benutzt.

Fahrerwertung
Teamwertung

Dossier plötzlich frei zugänglich im Netz
Die Spionage-Affäre war durch die Übergabe eines 780 Seiten umfassenden Dossiers mit detaillierten Angaben zum aktuellen Ferrari F2007 ins Rollen gekommen. Ferraris ehemaliger Chefmechaniker Nigel Stepney hatte die vertraulichen Informationen seinem befreundeten McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan zugespielt. Auch der Brite war im Zuge der Affäre von seinem Team suspendiert worden. Pikanterweise waren nach Informationen der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" durch ein Versehen der FIA Ferraris die geheimen Fahrzeugdaten im Internet aufgetaucht. Außerdem sei kurzzeitig auch das Gehalt Coughlins für Jedermann im World Wide Web einsehbar gewesen.

Datenbesitz langt zur Verurteilung
Das jüngste Urteil des FIA-Gremiums war einem Schock für den britisch-deutschen Rennstall gleichgekommen. Noch nie zuvor war in der Sportgeschichte eine höhere Strafe ausgesprochen worden. Das 26-köpfige Gremium hatte das Urteil aus erster Instanz vom 26. Juli auf Grund neuer Erkenntnisse revidiert. Damals war McLaren-Mercedes aus Mangel an Beweisen noch freigesprochen worden. Laut FIA reichte allein der Besitz der Daten des härtesten Konkurrenten aus, um McLaren-Mercedes zu verurteilen. Ein Beweis, ob die Informationen verwendet worden sind, sei nicht möglich, müsse aber auch nicht erbracht werden. Auf Grund des dokumentierten E-Mail- und SMS-Verkehrs unter anderem zwischen Testfahrer Pedro de la Rosa und seinem spanischen Landsmanns Alonso sei belegt, dass nicht nur Coughlan Kenntnis von geheimen Ferrari-Daten hatte.

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