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Muhammad Ali letztmals Weltmeister im Schwergewicht

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Muhammad Ali letztmals Weltmeister im Schwergewicht

04.01.2008, 19:02 Uhr | T-Online, Jörg Hausmann

Muhammad Ali (Foto: imago)Muhammad Ali (Foto: imago)Wer nur den heutigen, schwerkranken Cassius Marcellus Clay kennt, der sich seit 1966 auf Grund des Übertritts zum islamischen Glauben ausschließlich Muhammad Ali nennt, glaubt kaum, den bedeutendsten Boxer aller Zeiten vor sich zu haben. „The Greatest“, wie Ali sich nicht nur selbst gern nennt, schaffte am 15. September 1978 als erster Faustkämpfer in der Geschichte zum zweiten Mal die Rückkehr auf den WM-Thron. Sein Widersacher in New Orleans war elf Jahre jünger. Und es war eine Revanche.

Spinks gelingt die Überraschung

Leon Spinks hatte in seinem gerade achten Gefecht als Profi-Boxer dem 36-jährigen Ali im „Ceasar’s Palace“ von Las Vegas dessen Titel des WBC (World Boxing Council) abgeknöpft. Nach 15 Runden, über die Spinks zuvor noch nie hatte gehen müssen, unterlag die lebende Legende dem Newcomer deutlich.

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Ali spendiert Spinks-Mama die Reise zu Olympia

Dabei war Ali ein Freund der Familie, hatte Leons Mutter Kay zwei Jahre zuvor den Trip ins kanadische Montreal finanziert, wo deren Söhne sich zum Olympia-Gold durchboxten: Leon - wie 1960 in Rom Ali - im Halbschwer-, sein drei Jahre jüngerer Bruder Michael im Mittelgewicht. Der sollte am 21. September 1985 Larry Holmes’ Regentschaft als Weltmeister endgültig beenden, nachdem Holmes am 2. Oktober 1980 Alis letzten Versuch, im Schwergewicht Weltmeister aller Verbände zu werden, kläglich hatte scheitern lassen.

Für die WBA noch einmal Weltmeister

Zunächst jedoch musste die seit 1984 mit der Parkinson’schen Krankheit kämpfende Ausnahmeerscheinung die Schmach gegen Leon Spinks tilgen. Das gelang Ali am 16. September 1978 durch einen Punktsieg nach 15 Runden. Er war nunmehr zum dritten Mal Weltmeister, wenn auch nur noch in den Augen der WBA (World Boxing Association).

Spinks lehnt Herausforderer Norton zunächst ab

Warum? Spinks hatte sich nach seinem erfolgreichen Fight mit dem wohl berühmtesten Kriegsdienstverweigerer der US-Geschichte nicht - wie gewünscht - dem offiziellen WBC-Herausforderer Ken Norton gestellt. In der Konsequenz erkannte der Verband Spinks die Titel-Ehre ab und ernannte an dessen Stelle den schlagstarken Norton zum neuen Weltmeister. Die WBA jedoch machte diesen Alleingang der WBC nicht mit, weshalb Ali in New Orleans ein drittes Mal nach 1964 und 1974 den WM-Gürtel errang.

Acht Millionen Dollar siegen über die Sorge um die Gesundheit

Alis 36-jähriger Körper war schon damals verbraucht. Als sein Leibarzt Dr. Ferdie Pacheci dem durchaus selbstverliebten Heroen des Rings dies - mit dem Rat aufzuhören - ins Gesicht sagte, war er 1978 entlassen. Seine Gesundheit war dem Größten trotz seines im Juni 1979 tatsächlich erklärten Rücktritts (noch) nicht so wichtig wie ein Vereinigungskampf mit seinem ehemaligen Sparringspartner Larry Holmes. Immerhin winkten Ali acht Millionen US-Dollar Börse.

K.-o.-Schläger Holmes

Der „Mörder von Easton“, wie Holmes wegen seiner raschen Knockouts bald genannt wurde, hatte bereits am 10. Juni 1978 per Punktsieg Nortons WBC-Gürtel gewonnen. Ehe es am 2. Oktober 1980 zum Gipfeltreffen mit Ali kam, schlug Holmes nacheinander sieben Herausforderer k.o.

Dundee wirft für entkräfteten Ali das Handtuch

Der blieb dem mittlerweile 38-jährigen Ali in einer für ihn zehn Runden andauernden Demütigung nur erspart, weil sein Betreuer Angelo Dundee vor der elften Runde das Handtuch zum Zeichen der Aufgabe in den Ring des „Caesar’s Palace“ von Las Vegas warf. Sein Schützling sollte nachher den Thyroxinpillen, mit deren Hilfe er im Vorfeld des Kampfes von 129,4 Kilogramm auf 98,7 Kilogramm abgespeckt hatte, die Schuld an seinem kraft- und chancenlosen Auftritt geben.

Letzte Bestrafung durch Berbick

Dass er trotz allem am 12. Dezember 1981 nochmals in den Ring stieg - zum 61. Mal als Profi - schreiben die Chronisten finanziellen Engpässen zu. Der aufstrebende Kanadier Trevor Berbick, der fünf Jahre darauf als amtierender WBC-Champ in Mike Tyson seinen Meister finden sollte, kannte in zehn Runden in Nassau auf den Bahamas kein Mitleid mit dem Altmeister.

1996 in Atlanta beeindruckender Höhepunkt der olympischen Eröffnung

Ali, der sich auch als Schauspieler und Maler betätigte, hängte die Handschuhe nach seiner fünften Niederlage endgültig an den Nagel. Der jüngeren Generation wird er als tapferer Entzünder des olympischen Feuers bei den Olympischen Sommerspielen von Atlanta 1996 in Erinnerung bleiben. Gerade, weil er nicht mehr so wirkte, erschien er in diesem Moment als „The Greatest“.

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