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Fußball - Fundgrube: Weltmeister Deutschland vs. Hepatitis im Jahre 1954

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Fundgrube  

Weltmeister von 1954 vs. Hepatitis

19.11.2007, 15:24 Uhr | Jörg Hausmann

Uwe Seeler (li.) gegen den Engländer Staniforth (Foto: imago)Uwe Seeler (li.) gegen den Engländer Staniforth (Foto: imago)Als amtierender Weltmeister trat Deutschland am 1. Dezember 1954 erstmals im Londoner Wembley-Stadion gegen England an. Die Elf jedoch, die Bundestrainer Sepp Herberger zum erfolglosen Kräftemessen mit dem selbsternannten Mutterland des Fußballs aufbot, war ihrer Helden des WM-Finals von Bern beinahe komplett beraubt. Die Gelbsucht hatte zugeschlagen. Lediglich der Hamburger Jupp Posipal und die Lauterer Werner Kohlmeyer und Werner Liebrich waren übrig geblieben. In Herbergers Fünfer-Sturm kam daher gleich ein ganzes Quartett zu seinem Debüt.

Seeler im zweitem Länderspiel bereits Führungsfigur des Angriffs

Da Helmut Rahn, Max Morlock und Fritz Walter auf Grund der rätselhaften Hepatitis-Welle zu monatelangen Spielpausen gezwungen waren, konnte also die Stunde der Nachrücker schlagen. Dem gerade 18-jährigen Mittelstürmer des HSV, Uwe Seeler, stellte Herberger in dessen zweitem Länderspiel durchweg Spätberufene zur Seite.

Aachens Pfeiffer später Erfolgstrainer am Tivoli

Auf Rechtsaußen den späteren Aachener Trainer Michael Pfeiffer, damals bereits 29 Jahre alt und der letzte Nationalspieler der Alemannia, ehe Jan Schlaudraff am 7. Oktober 2006 gegen Georgien zum Einsatz kam. Unter Pfeiffer schafften die Aachener 1967 erstmals den Sprung in die 1. Bundesliga und landeten 1969 sensationell auf Platz zwei hinter Meister Bayern München. 

Kaufhold nur von Morlock getoppt

Halbrechts feierte der Offenbacher Gerhard Kaufhold seinen Einstand - einen Tag vor seinem 26. Geburtstag. Kaufholds 396 Einsätze in der Oberliga Süd bis zur Gründung der 1. Bundesliga 1963 sollte nur Nürnbergs bereits erwähnte Legende Max Morlock übertreffen.

Das Debüt eines Bundestrainers

Halblinks genoss ein Düsseldorfer Herbergers Vertrauen, der sich erst als Trainer wirklich einen Namen machen sollte: Jupp Derwall. Damals 27 Jahre alt, assistierte der spätere Aachener ab 1970 Bundestrainer Helmut Schön, an dessen Seite er 1974 im eigenen Land Weltmeister wurde. Nach der WM 1978 übernahm „Häuptling Silberlocke“ Schöns Nachfolge und gewann 1980 den EM-Titel. 1982 in Spanien sprang WM-Silber heraus. Nach dem Vorrunden-Debakel bei der EM 1984 musste Derwall seinen Posten räumen und war fortan erfolgreich in der Türkei tätig. 

Beck trifft

Linksaußen stürmte der Hamburger Alfred Beck. Der 29-Jährige war als Paulianer Stadtrivale Seelers und zwei Monate vor dem Wembley-Länderspiel wegen zweier Tore des Kollegen Kaufhold im DFB-Pokal an den Offenbacher Kickers gescheitert. Beck - wie Derwall später noch in der Schweiz aktiv - schrieb sich in der 77. Minute als einziger deutscher Torschütze des Abends in die DFB-Annalen ein. 

Weltmeister zum dritten Mal nacheinander unterlegen

Mit zwei Niederlagen (in Belgien und gegen Frankreich) war der Weltmeister in die Spielzeit nach dem sensationellen WM-Triumph gestartet. England - im WM-Viertelfinale gegen Uruguay ausgeschieden - hatte derweil im Rahmen der britischen Meisterschaften in Nordirland und gegen Wales gewonnen. Diese Serie hielt auch im achten Aufeinandertreffen mit den im direkten Vergleich weiter sieglosen deutschen Gästen. 100.000 Besucher verfolgten Englands sechsten Sieg über Deutschland, ein verdientes 3:1. Erst auf dem Weg zum EM-Titel 1972 sollte es der DFB-Elf - allerdings auf höchst imponierende Art und Weise - gelingen, Wembley erstmals einzunehmen.

Nur Seeler wird zum Star

Der deutsche Not-Sturm vom 1. Dezember 1954 hatte sich zwar wacker geschlagen, fiel aber umgehend wieder auseinander. Aus der Reihe der Debütanten erhielt nur Derwall eine zweite und letzte Chance, 18 Tage später beim 2:0-Sieg in Portugal. Talent Seeler, das in weiteren 70 Länderspielen zum Idol und Ehrenspielführer aufsteigen sollte, wurde bei dieser Gelegenheit geschont.

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