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Fundgrube  

Jackie Stewart steigt als Weltmeister aus dem Cockpit aus

19.11.2007, 16:27 Uhr

Als Jackie Stewart am 23. September 1973 die Ziellinie im kanadischen Mosport Park als Fünftplatzierter überfuhr, hatte sich der Schotte zum 99. und letzten Mal ins Klassement eines Grand Prix eingetragen. Zwei Wochen zuvor in Monza, wo er 1965 seinen ersten von insgesamt 27 Siegen gefeiert hatte, hatte er sich dank einer brillanten Aufholjagd und Rang vier seinen dritten WM-Titel gesichert.

Ceverts schockierender Tod vor dem 100. Rennen
Das als krönender Abschluss gedachte 100. Rennen in Watkins Glen, das am 8. Oktober 1972 einen von sechs Stewart/Cevert-Doppelsiegen gesehen hatte, fiel für Stewart und den dritten Fahrer Chris Amon aus, weil Tyrrell-Kollege und Freund Francois Cevert im Training dazu starb.

Karriere endet vorzeitig
Der schockierende Verlust des 45-maligen Grand-Prix-Partners ließ den 34-jährigen Weltmeister verständlicherweise auf seinen Start (er hätte auf Position sechs gestanden) verzichten und seinen längst feststehenden Entschluss, abzutreten, etwas früher als geplant in die Tat umsetzen.

Wieder ein möglicher Weltmeister weniger
Cevert, der nur 29 Jahre alt wurde, galt als Stewarts legitimer Nachfolger, als sein "Kronprinz". Nicht nur Frankreichs Formel-1-Anhänger betrachteten den "Adonis im Rennoverall" als den ersten Weltmeister ihres Landes. An einer Leitplanke fanden Leben und Laufbahn des Naturtalents, das seit 1970 an Stewarts Seite gereift war, ein jähes Ende.

Wohlüberlegte Entscheidung
Das sollte Stewart nicht passieren. Der Rücktrittsentschluss des späteren Formel-1-Teamchefs (1997 bis 1999) stand nach wenigen Läufen der WM-Saison 1973 fest. Zu viele Freunde – der beliebte Champion schätzte ihre Zahl ’mal um die 50 – hatte ihm der Motorsport über die Jahre geraubt. "Er verdient Respekt dafür, dass er wusste, wann er abtreten sollte, und dass er seine Meinung hierüber nie geändert hat", kommentierte vor sechs Jahren der Autor Mike Doodson in der Sonderausgabe "Formel 1 – 50 goldene Jahre". Bescheid wusste zunächst nur sein Teamchef und Mentor Ken Tyrrell, mit dem Stewart seit seinen Anfängen in den unteren Formeln eine der fruchtbarsten Partnerschaften der Szene verband.

Thema Sicherheit immer forciert
Stewart machte sich auf Grund der Gefährlichkeit seiner Passion nicht nur als dreimaliger Weltmeister (1969, 1971 und 1973) einen Namen, sondern vor allem auch als ewig mahnender Vorkämpfer für die Sicherheit der Fahrer. Die unzureichenden Vorkehrungen an den Strecken sorgten Jahr für Jahr für neue Tragödien.

Bange Minuten in Spa
Zu überleben, geriet damals zum Glücksfall. Zwischen 1966 und 1969 hatten pro Saison acht Piloten ihr Leben gelassen. Stewart selbst hatte 1966 im Regen des belgischen Spa-Francorchamps in seinem BRM ein erstes Schlüsselerlebnis. Nur durch die Hilfe seines Team-Kollegen Graham Hill und des US-Amerikaners Bob Bondurant kam er - vollkommen benzindurchtränkt – frei: "Es war furchtbar", so Stewart im Rückblick, "Ich war bei vollem Bewusstsein im Wagen eingeklemmt und roch das austretende Benzin um mich herum. Es hat nur ein Funke gefehlt."

Vorbild Clark
Sein phänomenal schneller Landsmann Jim Clark – in Stewarts starker Debüt-Saison 1965 zum zweiten und letzten Mal Weltmeister - hatte im April 1968 bei einem eher unbedeutenden Formel-2-Rennen auf dem Hockenheimring keine Retter, als er in die Bäume abflog. Der 32-jährige Lotus-Pilot hatte 25 Grand-Prix-Siege eingesammelt, den fünfmaligen Champion Juan Manuel Fangio in dieser Wertung überflügelt, und wurde selbst 1973 von seinem Verehrer Stewart übertroffen.

Ein echter Kämpfer
Dessen Marke in den Rekordbüchern sollte bis 1987 und dem Franzosen Alain Prost Bestand haben. Stewarts Führungsrunde in der 33. seines letzten Rennens in Mosport Park war seine 1918. in 51 Großen Preisen. Während seiner Titelfahrt in Monza hatte er zuvor seine 15. und letzte schnellste Rennrunde auf den Asphalt gezaubert, im erfolgreichen Bestreben, sich nach einem Plattfuß vom letzten Platz wieder so weit als möglich nach vorne zu arbeiten. Wie das besser kaum geht, hatte er genau ein halbes Jahr zuvor beim GP von Südafrika bewiesen, als er von Startplatz 16 zum Sieg raste.

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