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Fußball - Nationalmannschaft: Hoeneß unterstützt Völler im Bierhoff-Streit

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Nationalmannschaft  

Hoeneß unterstützt Völler im Bierhoff-Streit

21.11.2007, 10:12 Uhr | dpa, sid

Mit Völler einer Meinung: Uli Hoeneß (Foto: imago)Mit Völler einer Meinung: Uli Hoeneß (Foto: imago) Der Sturm der Entrüstung über die Anregungen Bierhoffs, die Spielphilosophie der Nationalmannschaft auch in der Bundesliga zu praktizieren, nimmt weiter an Fahrt auf. Auch Uli Hoeneß ist "eindeutig auf der Seite von Rudi Völler, der sich zurecht aufregt, wenn Oliver Bierhoff permanent die Vereine kritisiert". Er glaube nicht, dass die Bundesliga "den Herrn Bierhoff brauchen" würde, um neue, alternative Trainingsmethoden einzuführen, machte der Bayern-Manager deutlich.

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Hoeneß beklagt "permanente Schlaumeiereien"

Bierhoff komme immer "ein bisschen besserwisserisch" rüber, beklagte Hoeneß und schloss im DSF an: "Er will uns klarmachen, dass im Zuge der guten Erfolge der Nationalmannschaft alles gut für den Fußball aussieht. Ich glaube nicht, dass er Rudi Völler oder mir ein X für ein U vormachen kann. Er wäre gut beraten, diese permanenten Schlaumeiereien für sich zu behalten", so Hoeneß. Unterdessen war man von DFB-Seite darum bemüht, den Zwist auszuräumen. Theo Zwanziger versuchte die Wogen wieder glätten: "Die Klubs und die Nationalmannschaft sitzen in einem Boot, da lassen wir uns nicht auseinanderdividieren."

Einigkeit in der Liga

Viele andere Trainer und Manager sehen die Situation ähnlich wie Völler, wollen aber öffentlich kein Öl ins Feuer gießen. "Ich habe dazu meine Meinung, aber ich will mich nicht auch noch öffentlich äußern", sagte Stuttgarts Sportdirektor Horst Heldt, und Dortmunds Manager Michael Zorc warnte: "Was die Liga am allerwenigsten braucht, sind Äußerungen der einzelnen Vereine zu dem Streit. Das ist teilweise so ins Persönliche gegangen, dass man es dabei belassen sollte."

Völler: "Das war ein inszenierter Auftritt"

"Ich habe vielen aus dem Herzen gesprochen", legte der ehemalige DFB-Teamchef am Tag nach seiner Attacke noch einmal via "Bild"- Zeitung nach: "Das war ein inszenierter Auftritt von Oliver Bierhoff. Er soll nicht so einen Blödsinn reden." Bierhoff wertete die Attacken von Völler als "persönlichen Angriff" ohne Argumente. Formulierungen wie am Vortag ("Das ist Stammtisch-Art") vermied der Teammanager, sagte stattdessen: "Ich sehe keine Gefahr für ein dauerhaft gestörtes Verhältnis zu Rudi Völler."

Streit beilegen

Vor dem abschließenden EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Wales in Frankfurt möchte Zwanziger, dass der Streit zwischen Völler und Bierhoff zu den Akten gelegt wird. "Natürlich gefällt mir das nicht, wenn zwei so großartige Persönlichkeiten des deutschen Fußballs sich öffentlich so auseinandersetzen. Jetzt hat es ein bisschen geknallt, aber wir müssen mit Blick auf die Partie gegen Wales nun zur Tagesordnung übergehen. Schließlich wollen wir einen erfolgreichen Jahresabschluss feiern", so Zwanziger. "Das müssen wir schnell beenden."

"Kritische Anmerkungen"

Bundestrainer Joachim Löw sieht ebenfalls keine Spaltung zwischen DFB-Auswahl und Bundesliga. Natürlich gebe es mal "kritische Anmerkungen", aber ein sachlicher Austausch sei zum Wohle des gesamten deutschen Fußballs erforderlich: "Wir wollen keinen Stillstand, sondern wir wollen Fortschritt." Der Bundestrainer erklärte weiter: "Das Verhältnis zu Trainern und Vereinen stimmt" und verwies auf die Abhängigkeit beider Seiten voneinander. "Natürlich kümmern wir uns um die Nationalmannschaft und Friedhelm Funkel um die Eintracht. Aber es gibt Schnittpunkte, wir brauchen Gespräche und Diskussionen", betonte Löw.

Bierhoff verwundert

Bierhoff wunderte sich: "Das Verhältnis ist eigentlich gut, aber es wird immer versucht, auf verschiedenen Gebieten Spannungen aufzubauen. Ich sehe keine Gefahr für ein dauerhaft gestörtes Verhältnis zu Rudi Völler." Ihm gehe es grundlegend um "eine starke Nationalmannschaft und starke Vereine - da werden auch unangenehme Dinge angesprochen". Bierhoff verwies nochmals auf die Zeit unter Bundestrainer Jürgen Klinsmann, dessen neue Methoden die Bundesliga verstärkt auf den Plan gerufen hatten. "Und der Jürgen ist ja nicht mehr da", deutete Bierhoff an, die Rolle als Reizfigur nun teilweise übernommen zu haben.

Berechtigte Völler-Kritik

Dagegen verlangt die Liga eine differenzierte Betrachtung. "Meine Spielphilosophie muss ich an meine Spieler anpassen, schließlich können wir nicht wie beim DFB die Spieler frei auswählen", sagte Wolfsburgs Trainer Magath. "Wir haben hier andere Voraussetzungen als bei der Nationalmannschaft, um nicht zu sagen: Es ist etwas komplizierter." Zustimmung kam auch von Hannovers Coach Dieter Hecking: "Es ist nicht alles schlecht, was in der Bundesliga gemacht wird. Wenn du bei Energie Cottbus bist, kann man nicht erwarten, dass die Philosophie von Löw übernommen wird."

Üble Beschimpfungen

Völler hatte seinen ehemaligen Spieler Bierhoff mit ungewöhnlicher Schärfe angegriffen. "Ich möchte Bierhoff zu etwas mehr Demut raten, zu größerer Zurückhaltung. Er sollte sich in den nächsten Tagen bei Dr. Müller Wohlfahrt untersuchen lassen. Das permanente Sich-selbst-auf-die-Schulter-Klopfen muss doch schmerzhafte Schädigungen nach sich ziehen", hatte der Sportchef Bayer Leverkusens voller Ironie im "kicker" und im "Express" erklärt. Der Konter von Bierhoff ließ nicht lange auf sich warten: "Das ist Stammtischniveau, niveaulos und von der Argumentation her Schwachsinn", hatte der Manager der DFB-Auswahl auf die Äußerungen des früheren DFB-Teamchefs reagiert.


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