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Fußball - England: Beckenbauer empfiehlt Klinsmann als Trainer

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Fussball England  

Beckenbauer empfiehlt Klinsmann

23.11.2007, 10:59 Uhr | sid, dpa

Jürgen Klinsmann (Foto: imago)Jürgen Klinsmann (Foto: imago) Der englische Patient sucht einen Heilsbringer, Kaiser Franz Beckenbauer hat ihn für das Fußball-Mutterland schon gefunden. "Wer kann die Boys mit den drei Löwen auf der Brust aus dem Tief oder sogar Koma holen? Da fällt mir ein Name sofort ein: Jürgen Klinsmann", empfahl das deutsche Fußball-Idol via "Bild"-Zeitung dem englischen Fußball-Verband FA den früheren Bundestrainer wärmstens als Nachfolger für den ungeliebten Steve McClaren. Diese Lösung sei "ideal" für beide Seiten. "Jürgen ist ein Mann, der klare Vorstellungen hat und diese auch gegen Widerstände durchsetzt. Mit ihm kann ich mir einen Neuanfang in England vorstellen", begründete der Ehrenspielführer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) seinen Tipp.

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Klinsmann reagiert zurückhaltend

Klinsmann äußerte sich zum Thema zurückhaltend. Grundsätzlich wolle er nur unter ähnlichen Bedingungen wie beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) wieder in das Trainergeschäft einsteigen. "Die Voraussetzungen müssen stimmen", sagte der Ex-Bundestrainer gegenüber "Sport1.de" und ergänzte: "Dass solche Gerüchte hochkochen, damit muss und kann ich leben." Auf der Insel schlug sich zwei Tage nach der 2:3- Heimpleite gegen Kroatien, durch die England erstmals seit 1984 bei einem Top-Turnier fehlt, auch "The Times" auf die Seite des Schwaben. "Der anglophile Klinsmann ist bereit, wieder einzusteigen, und hat starke Meinungen, was das Training angeht", schrieb die angesehene Tageszeitung über den früheren Stürmerstar von Tottenham Hotspur.

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Beckenbauer sieht in Klinsi eher einen Nationaltrainer

Beckenbauer hält Klinsmann für total geeignet. "Er spricht die Sprache perfekt, genießt durch seine Tottenham-Zeit einen glänzenden Ruf, war dort sogar mal Fußballer des Jahres", meinte er über den 43 Jahre alten Ex-Nationalspieler, den er ohnehin besser geeignet für einen National- als für einen Klubtrainer-Job hält. Vieles spreche für die Aufgabe in England, glaubt Beckenbauer: "Er sucht eine Aufgabe in einem Land mit großer Tradition und Begeisterung für den Fußball." Und hätte bis zur WM in Südafrika drei Jahre Zeit, "ein neues Team aufzubauen und muss keine Rücksicht auf Altlasten nehmen."

Eine Absage nach der anderen

Jose Mourinho (Foto: imago)Jose Mourinho (Foto: imago) Der deutsche Ex-Nationalspieler, der nach dem dritten Rang bei der Heim-WM 2006 seinen Vertrag beim DFB nicht verlängern wollte, ist auf der Liste der FA-Trainerkandidaten weit nach vorne gerückt. Denn zwei Tage nach der verpassten EM ist über den Verband eine Absagenflut hereingebrochen: Der zunächst als Favorit gehandelte Martin O'Neill (Aston Villa) winkt ebenso ab wie der kürzlich beim FC Chelsea entlassene Portugiese José Mourinho. Auch Teammanager Arsène Wenger (FC Arsenal) und Sam Allardyce (Newcastle United) signalisierten: Kein Interesse. Dieses haben dafür der nach der Trennung von Real Madrid auf Jobsuche befindliche Italiener Fabio Capello ("Ich bin im richtigen Alter für dieses attraktive Projekt") und der Spanier Rafael Benitez vom FC Liverpool ("Vielleicht..., wenn ich mein Englisch verbessere") angedeutet.

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Lippi interessiert

Auch der Weltmeistertrainer der italienischen Nationalmannschaft, Marcello Lippi, signalisiert Bereitschaft, den Teammanagerstuhl zu besteigen. Nach einem Bericht der "Gazzetta dello Sport" erwartet er jedoch nicht, ein Angebot vom englischen Verband zu erhalten. "Ich habe keinen Anruf bekommen. Ich glaube aber nicht, dass es geschehen wird, da ich immer Angebote aus England abgelehnt habe", sagte der 59-Jährige. Ebenfalls bereit wären Portsmouth-Boss Harry Redknapp und Reading's Steve Coppell. Gegenüber der BBC sagte Redknapp: "Jeder würde gerne sein Heimatland trainieren. Aber ich sehe meine Zeit noch nicht gekommen."

Kommt Eriksson wieder?

Weiterhin wird über den früheren Torjäger und ehemaligen englischen Kapitän Alan Shearer diskutiert. Sogar eine Rückkehr von McClarens Vorgänger Sven-Göran Eriksson steht im Raum. Der Schwede, derzeit Trainer bei Manchester City, hatte England bei den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 jeweils ins Viertelfinale geführt und war, nachdem er einem als Scheich getarnten Reporter des Sonntagsblattes "News of the World" in die Interview-Falle getappt und dabei unter anderem allerlei Indiskretionen über die Nationalspieler ausgeplaudert hatte, nach der WM 2006 zurückgetreten.

Goldene Generation hat ausgedient

Die Einsicht, dass ein radikaler Umbruch bei den "Three Lions" nötig ist, setzt sich auf der Insel nur langsam durch, wenngleich die FA parallel zur Trainersuche eine Überprüfung der Nationalteam-Organisation "von Grund auf" versprach. Neben dem als "McClown" verspotteten Ex-Coach sind unterdessen auch die hoch bezahlten Star-Kicker in die Kritik geraten. "Seit Jahren war immer von der goldenen Generation die Rede. Wenn das die goldene Generation ist, sollten wir uns so schnell wie möglich vom Goldstandard verabschieden", polterte FA-Vorstandsmitglied Lord Mawhinney.

Zu viele Egos im Team

Ähnlich äußerte sich auch Manchester Uniteds Ex-Kapitän Roy Keane: "Technisch ist England so gut wie Deutschland und Frankreich. Die Leute sollten keine Panik schieben, England ist beinahe ein gutes Team. Aber da sind zu viele Egos im Spiel, viel zu viele. Damit ist jeder neue England-Trainer konfrontiert", glaubt der irische Coach des FC Sunderland.

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