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Fußball - Bundesliga: Ivan Klasnic ist der Spieler des 17. Spieltags

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Spieler des Tages - 17. Spieltag  

Eine Niere - zwei Tore

13.12.2007, 15:43 Uhr | Jörg Hausmann, t-online.de

Bremer Bescherung: Klasnic (li.) und Fritz herzen sich (Foto: dpa)Bremer Bescherung: Klasnic (li.) und Fritz herzen sich (Foto: dpa) Ivan Klasnic ist nicht einfach nur der nächste Spieler des Tages in der illustren Liste von T-Online. Ivan Klasnic ist eine der bewegendsten, dramatischsten und letztlich schönsten Geschichten des Fußballjahres 2007: Im Januar auf Grund einer festgestellten Niereninsuffizienz erfolglos mit einem Organ seiner Mutter versorgt, kehrte Klasnic erst nach einem zweiten Eingriff im März tatsächlich wieder ins Leben zurück. Seitdem versieht eine Niere seines Vaters im Körper des 28-Jährigen tadellos ihren Dienst. So tadellos, dass der kroatische Nationalspieler nicht nur wieder für Werder aufläuft, sondern auch trifft - beim 5:2 gegen Leverkusen gleich doppelt. Dazu kam ein Assist für Sturmkollege Markus Rosenberg. Es werden besondere Weihnachtstage für die Familie Klasnic.

Dankeschön an die Fans

"Ich bin in der Bundesliga zurück und danke allen Fans", stand zum Zeitpunkt der abschließenden Hinrunden-Partie im Weserstadion auf der persönlichen Homepage Ivan Klasnics zu lesen. Und wie es sich für einen ordentlichen Angreifer gehört, dankte der gebürtige Hamburger mit Treffern. "Ihr habt mich nicht vergessen" - und der frühere Paulianer seine Anhänger nicht. "Ich weiß jetzt", erzählte Klasnic nach den 90 Minuten gegen Bayer 04 am "Premiere"-Mikrofon, "was mir wichtiger ist als alles andere. Bei mir steht jetzt die Gesundheit im Vordergrund."

Perspektivwechsel

Ein derartiger Leidensweg, wie ihn Klasnic plötzlich zu beschreiten hatte, öffnet die Augen für das Wesentliche, schärft den Blick, verfeinert die Sinne. Eine neue Bescheidenheit stellt sich ein: "Was sonst kommt, kommt." Beispielsweise Einsätze in der Spitze der Bundesliga. Klasnic gehört ihr mittlerweile im siebten Jahr an: "Im Endeffekt hatte ich schon darauf gehofft, dass ich wieder von Anfang an spiele und so ein Spiel bekomme."

Rasch wieder im Rampenlicht

Am 30. Oktober 2007 durfte Klasnic in Bremens Regionalliga-Reserve nach mehr als zehn Monaten Spielpause 67 Minuten lang mithelfen, seinen Ex-Klub St. Pauli aus dem DFB-Pokal zu werfen. Am 24. November folgten 64 Minuten im Cottbuser Stadion der Freundschaft in der Bundesliga-Elf von Thomas Schaaf, in der Woche darauf neun Minuten gegen den Hamburger SV. Und jetzt die Bundesligatore 43 und 44, die endgültige Rückmeldung gegen Leverkusen.

Streit beigelegt

138 Mal kickte Klasnic bis dato in der höchsten deutschen Spielklasse, immer für Werder. Zwischendrin lagen der Verein und sein mitunter schwieriger Angestellter arg über Kreuz, stand Klasnics Vertragsverlängerung auf der Kippe. Doch der Klub stand zu dem Kämpfertypen, beide Seiten fanden wieder zueinander. Zuletzt sorgten Vorwürfe seines behandelnden Arztes, Prof. Arno E. Lison, aus der Sendung "Sportblitz" Radio Bremens für Aufsehen. Lison hatte das Team um Werder-Doc Dr. Götz Dimanski angegriffen, eine rechtzeitige Behandlung Klasnics verschlafen zu haben. Dessen Körper habe "sichere medizinische Signale" der schweren Nierenerkrankung bereits seit Jahren ausgesandt. Letztlich aber ruderte Lison zurück und relativierte seine Anschuldigungen.

Legendäre "K & K"-Regentschaft mit Miroslav Klose

Ein Nebenkriegsschauplatz, denn an den Tatsachen ändern solche Diskussionen und Schuldzuweisungen nichts. Klasnic lebt mit seiner neuen Realität in Form einer Niere, die mitspielt: im übertragenen Sinne, und ganz besonders gut gegen Leverkusen. Vielleicht wird der Kroate in Bremen wieder so unverzichtbar wie einst an der Seite Miroslav Kloses, als die Bundesliga kein gefährlicheres Sturm-Duo kannte. Wenn nicht, dann bleibt Klasnic die historische Leistung der Rückkehr in den Profifußball.

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