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"Die Leistungskurve geht nach oben"

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Schwimmen  

"Die Leistungskurve geht nach oben"

10.02.2010, 07:18 Uhr | dpa

Freude bei Britta Steffen (Foto: dpa)Freude bei Britta Steffen (Foto: dpa) Deutschlands Schwimmer fassen für Olympia neuen Mut. Mit Weltrekordlerin Britta Steffen als treibender Kraft machten sie die Kurzbahn-Europameisterschaften in Debrecen zum vorweihnachtlichen Medaillen-Festival. Fünfmal Gold, sieben zweite und sieben dritte Plätze - die Ausbeute von Helsinki 2006 (6-6-3) wurde übertroffen, Deutschland ist zum siebten Mal in Serie top. EM-Sieg mit Weltrekord von 1:46,67 Minuten für die Frauen-Lagenstaffel und Rücken-Silber für Janine Pietsch am Samstag, dann ein Stakkato von Top-Darbietungen mit sechs Medaillen am Sonntag - der Härtetest wurde zum eindrucksvollen Leistungs-Nachweis. "Die Leistungskurve geht nach oben", sagte Örjan Madsen, Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV).

Schwimm-EM Männer-Staffel mit Gold



Steffen schrammt knapp an Gold vorbei

Am Sonntag ging es Schlag auf Schlag. Thomas Rupprath legte Silber vor, Paul Biedermann scheiterte um 1/10 Sekunde an Gold, Helge Meeuw wurde wie Johannes Dietrich Dritter. Dann kam der Auftritt von Britta Steffen. Ein Wimpernschlag fehlte ihr nach 50 Metern Freistil zum zweiten Einzel-Gold. "Aber wieder deutscher Rekord - es geht Schritt für Schritt nach oben", freute sie sich über 23,80 Sekunden. Titelverteidigerin Marleen Veldhuis (Niederlande) hatte nur 3/100 Vorsprung. Steffen nahm die Niederlage nicht tragisch - im Gegenteil: "Ich bin in der Olympia-Vorbereitung schneller, als ich gedacht hätte." Ganz zum Schluss schwammen Schwedens Männer mit 1:24,19 Minuten den siebten Weltrekord dieser EM, Deutschland wurde Dritter.

Keine voreiligen Schlüsse ziehen

Trotz des Glanzes von 19 Mal Edelmetall warnte Madsen: "Wir dürfen uns nicht blenden lassen." Auch Britta Steffen will aus dem couragierten Gesamtauftritt keine voreiligen Schlüsse ziehen: "Sich schon jetzt etwas für Olympia auszurechnen - das wäre ein großer Fehler." Doch neue Kräfte wurden frei. "Wir können das" - für die 24- Jährige waren Weltrekord und Gold des Power-Quartetts eine Frage des Selbstvertrauens.

DSV-Männer im Aufwind

Das war Weltmeisterin Pietsch, der 25-Jährigen aus Ingolstadt, bei der Niederlage gegen die neue kroatische Weltrekordlerin Sanja Jovanovic (26,50 Sekunden) über 50 Meter Rücken abhanden gekommen. "Sanjas Zeit war unerreichbar", musste sie nach ihrem Titelverlust bei einem Rückstand von 61/100 eingestehen. Der Rostocker Rupprath, der Frankfurter Meeuw, der 21 Jahre alte Hallenser Biedermann und der Potsdamer Dietrich dokumentierten dagegen nach dem WM-Tief von Melbourne neue Forschheit der DSV-Männer.

Biedermann glücklich und müde

Rupprath holte als Lagen-Zweiter über 50 Meter seine 54. internationalen Einzel-Medaille und war "einfach happy" nach 53,46 Sekunden. Biedermann griff im Finale über 200 Meter Freistil mit 1:43,60 Minuten hinter Titelverteidiger Filippo Magnini (Italien) um 1/10 Sekunde am Titel vorbei. "Ich bin glücklich mit meinen beiden zweiten Plätzen", atmete er durch. Schon über 400 Meter war er Zweiter geworden. Doch Biedermann war fertig: "Ich bin müde nach einer langen Wettkampfsaison." Am Schluss fehlte die Kraft. Meeuw musste sich nach Rang zwei auf der 50-Meter-Strecke hinter Rupprath über 100 Meter Rücken (51,56) als Dritter bescheiden. Für Dietrich war über 50 Meter Schmetterling mehr als Bronze drin: Auf Sieger Milorad Cavic (Serbien) fehlten ihm nur 5/100 Sekunden.

Cseh und Jefimowa stellen alles in den Schatten

Überragend in Debrecen waren bei seinem Heimspiel Laszlo Cseh mit drei Titeln und zwei Weltrekorden und die erst 15 Jahre alte Russin Julia Jefimowa, die über 50, 100 und 200 Meter Brust ebenfalls drei Titel holte und dabei zwei kontinentale Rekorde erzielte. Europa-Bestmarke gelang zum Abschluss auch dem Ungarn Daniel Gyurta in 2:05,49 Minuten über 200 Meter Brust.

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