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Biomedizin: Keine neuen Rekorde mehr ab 2060

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Rekorde  

Keine neuen Rekorde mehr ab 2060

02.01.2008, 12:21 Uhr | sid

Florence Griffith-Joyner im Jahr 1988 (Foto: imago)Florence Griffith-Joyner im Jahr 1988 (Foto: imago) Französische Forscher haben das Ende aller Rekorde errechnet. "Wir stehen am Anfang vom Ende. Die Grenzen der physiologischen Leistungsfähigkeit sind erreicht", sagt Jean-Francois Toussaint, Chef des angesehenen Biomedizinischen und Epidemiologischen Instituts für Sport (IRMES) vor den Toren von Paris. Spätestens 2060 sei Schluss mit neuen Rekorden: "In der Hälfte aller Sportarten und Disziplinen schon 2027."

"Die Menschheit hat 99 Prozent der Leistungsfähigkeit erreicht"

Toussaint analysierte zusammen mit einer Gruppe von Wissenschaftlern 3260 Weltrekorde. Die seit den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit im Jahr 1896 aufgestellten Bestmarken in den Sportarten Leichtathletik, Radsport, Gewichtheben, Schwimmen und Eisschnelllaufen brachten Toussaint zu dem Schluss: "Die Menschheit hat 99 Prozent der Leistungsfähigkeit erreicht."

Zahl der Rekorde nimmt ab

In der Leichtathletik würden Rekordverbesserungen zuerst ausbleiben, dann folge Gewichtheben und schließlich technisch anspruchsvollere Sportarten wie Schwimmen und Rudern, erläuterte Toussaint der englischen Tageszeitung Sunday Times. Bereits seit 1970 sei die Zahl der aufgestellten Rekorde rückläufig: "Die Kurve flacht ab."

Griffith-Joyner seit 20 Jahren unangefochten

Schon jetzt gäbe es Rekorde, die in der Sackgasse steckten, wie die 10,49 Sekunden von Florence Griffith-Joyner (USA/1988) über 100 Meter, in deren Nähe seit fast 20 Jahren niemand mehr kam. "Man mag Doping als Grund für diese Leistung vermuten. Es könnte stimmen, aber diese Rekorde haben ihre eigene Logik", erklärt Toussaint: "Wir müssen sie glauben, weil sie sie numerisch gemessen wurden. Die Frage ist, wie Griffith-Joyner 10,49 geschafft hat. Wir können alle Fakten analysieren und schauen, ob man die Bedingungen noch einmal herstellen kann. Es scheint, als könne man es nicht."

Statistik-Professor erkennt noch Spielraum

Dabei berechnete noch im Vorjahr Statistik-Professor John Einmahl von der Universität Tilburg/Niederlande in einer Extremwert-Studie die ultimativen Weltrekorde in 14 Leichtathletik-Disziplinen und kam dabei zu ganz anderen Aussagen. Er schlussfolgerte, dass über 100 Meter der Männer 9,29 Sekunden (bisher 9,74 von Asafa Powell/Jamaika) genauso möglich seien wie 2:06:35 im Frauen-Marathon (bisher 2:15:25 Stunden von Paula Radcliffe/Großbritannien). Den Männern gab Einmahl nur noch einen Spielraum von wenigen Sekunden.

US-Forscher senken Erwartungen

Damit wiederum widersprach er Forschern der Universität Texas, die meinen, ein Mann sei in der Lage, die 42,195 Kilometer in 1:57:48 Stunden zu laufen. Bei den Frauen sind aus ihrer Sicht nur 2:13:00 drin. Ihre Analyse basierten die US-Wissenschaftler auf der maximalen Sauerstoffaufnahme, die Menge an Sauerstoff also, die ein Sportler einatmen und den Muskeln zur Energieproduktion zur Verfügung stellen kann.

Kritik am Rekorddenken

Egal, wer am Ende Recht behält, das Rekordstreben ist im Sport mittlerweile umstritten. So kritisierte IOC-Vize Thomas Bach jüngst Sportverbände und Sponsoren: "Es sollten für Rekorde keine Prämien mehr gezahlt werden", sagte er und erhielt Unterstützung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble: "Wir täten gut daran, die Rolle der Rekorde ein Stück zurückzunehmen, denn in ihnen liegt die Versuchung, das Eigentliche des Sports durch Übertreibung zu zerstören."

Leichtathletikverband lockt mit hohen Preisgeldern

Besonders ausgeprägt ist das Rekorddenken allerdings noch immer in der Leichtathletik. So hätte der Weltverband IAAF für einen Weltrekord bei der WM in Osaka 100.000 Dollar gezahlt. Doch keine der neun Bestmarken des Jahres 2007 wurde bei den Titelkämpfen erzielt, was dem Verband Geld und vielleicht auch Erklärungsnot ersparte.

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