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Fußball - Bundesliga: Pflegefälle der Liga und das Problem mit der Psyche

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Bundesliga  

Pflegefälle der Liga und das Problem mit der Psyche

08.01.2008, 10:14 Uhr | Von Jörg Runde

Carlos Alberto und Juan Pablo Sorin (Fotos: imago) Carlos Alberto und Juan Pablo Sorin (Fotos: imago) Sie sind Stars und wurden teilweise für viel Geld verpflichtet. Ihre Klubs setzten oder setzen noch immer große Hoffnungen in sie. Die Rede ist von den Pflegefällen der Bundesliga. Angeführt wird die Liste der prominenten Fußball-Profis im Wartestand von zwei Südamerikanern: Carlos Alberto von Werder Bremen und Juan Pablo Sorin vom Hamburger SV. Die Krankenakten dieser Profis sind lang und ihre Bankkonten dennoch voll. Der Brasilianer Alberto ist der teuerste Transfer in der Vereinsgeschichte und mit einem geschätzten Jahresgehalt von zwei Millionen Euro einer der Spitzenverdiener bei Werder. Die Rolle des Topkassierers (drei Millionen Euro) wurde beim HSV nicht Rafael van der Vaart sondern dem Argentinier Sorin zugeteilt.

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Patellasehne und Schilddrüse

Wann sie wieder spielen werden, ist ungewiss. Sorin plagte sich zunächst immer wieder mit Muskelproblemen herum, dann verhinderte eine Patellasehnen-Entzündung mehr Einsätze. Da diese zuletzt chronisch wurde, musste Sorin im Oktober operiert werden. Ein Comeback-Termin steht noch nicht fest. Und bei Carlos Alberto spielt seit seinem Wechsel im Sommer der Körper verrückt. Erst schmerzte das Knie, dann streikte der Kreislauf, ehe der sensible Brasilianer über Schlafprobleme klagte. Zu guter Letzt stellten die Ärzte eine Schilddrüsenfehlfunktion fest.

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Klubs haben noch Geduld

Noch haben die Verantwortlichen der Klubs Geduld mit ihren Sorgenfällen. HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer glaubt weiterhin, dass Sorin noch "richtig wertvoll" für den HSV wird. Werder-Sportdirektor Klaus Allofs über Carlos Alberto: "Wir haben eine Engelsgeduld. Aber wir hoffen auch, dass er uns irgendwann für die Geduld entschädigt.“ Das darf, genauso wie im Fall Sorin, bezweifelt werden. Denn für Langzeitverletzte ist der Weg zurück in den Leistungssport häufig sehr schwer.

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Das Bein als starker Baum

Jens Kleinert, Leiter des Instituts für Sportpsychologie an der Deutschen Sporthochschule in Köln, sagt: "Nach Sportverletzungen kommt es häufig zu Verhaltensänderungen. Der Sportler geht gehemmter und vorsichtiger an die Aufgabe heran. Das kann zu erneuten Verletzungen führen, da man sich anders verhält und auch anders belastet." Und so ist der Weg zurück zur Spitzenleistung sehr steinig und mit viel Arbeit verbunden. Das Ausheilen der Blessur reicht meistens nicht aus. "Wichtig ist eine intensive Auseinandersetzung mit der Verletzung beziehungsweise dem geheilten Körperteil. Hier ist das Training der Körperwahrnehmung und ein Körpervertrauenstraining notwendig", rät Kleinert und ergänzt: "Es gibt Techniken der Visualisierung. Der Sportler stellt sich zum Beispiel vor, dass sein verletztes Bein besonders kräftig ist." So könnte sich der verletzte Sorin beispielsweise das Bild eine besonders starken Baums für sein Knie vornehmen. "Wichtig ist aber", so Kleinert weiter, "dass die Verletzung auch wirklich ausgeheilt ist."

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Psychosomatische Beschwerden

Bei Carlos Alberto ist die Situation noch etwas komplizierter. Ihm scheint seit seinem Wechsel aus Brasilien nach Deutschland die Seele einen Streich zu spielen. Dazu Kleinert: "Natürlich ist der Körper abhängig von psychosozialen Faktoren. Vor allem das Schlafverhalten ist wichtig. Das muss geprüft werden, da es sehr wichtig für die Erholung des Körpers ist." Schlafstörungen stehen bereits in Albertos Krankenakte und auch die schlechten Blutwerte lassen auf psychische Probleme schließen. Denn wenn der Körper zu viel Stress aushalten muss, leidet irgendwann auch einmal das Immunsystem und Krankheitserreger können sich breit machen.

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Umdenken bei den Vereinen

Der gestiegene Leistungsdruck in der Bundesliga bringt solche Probleme immer häufiger ans Tageslicht. Kleinert hat deshalb "ein Umdenken" bei den Vereinen festgestellt. Er sagt aber auch: "Die Zusammenarbeit mit einem Sportpsychologen ist noch nicht die Regel. Vereinzelt haben die Vereine psychologische Betreuer, die sich im Sport nicht auskennen." Das ist aber zwingend notwendig.

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