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Fußball - Nationalmannschaft: Jogi Löw sieht DFB-Elf bei der EM nicht als Topfavorit

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Löw: Werden hervorragend vorbereitet sein

10.01.2008, 12:13 Uhr | Aufgezeichnet von Arne Henkes, t-online.de

Joachim Löw (Foto: imago)Joachim Löw (Foto: imago) 150 Tage vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und in der Schweiz sieht Joachim Löw die deutsche Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft "nicht als Topfavorit" auf den EM-Titel. Im Interview nennt der Bundestrainer seine Favoriten bei der EM und die Ziele des deutschen Teams. Er verrät, was sich alles noch verbessern muss, um im Sommer 2008 mit dem EM-Pokal nach Hause zu kommen und schätzt unsere Gruppengegner ein.

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Frage: Viele Fans glauben ja, dass der EM-Sieg Realität wird…
Ich sehe uns nicht als Topfavorit bei diesem Turnier. Wenn man die letzten zehn Jahre nimmt, sind Frankreich und Italien die erfolgreichsten Nationen gewesen. Portugal wird eine gute Rolle spielen, Spanien und Holland auch. Wir gehören auch zu dem Favoritenkreis, als Topfavoriten gehen aber andere Mannschaften in das Turnier.

Das klingt nicht sehr selbstbewusst, ganz anders als vor der WM…
Das Bestreben, Titel zu holen, ist natürlich da. Seit der Auslosung arbeiten wir Tag und Nacht, um eine erfolgreiche EM zu spielen. Die Mannschaft soll ganz professionell und auf höchstem Niveau auf das Turnier vorbereitet werden. Im Grunde soll jeder Tag und bis ins Detail geplant sein. Jetzt kommen die ganzen Informationen von den Gegnern rein. Im Grunde arbeiten wir rund um die Uhr für die EM. Und wir können versprechen, dass wir hervorragend vorbereitet in das Turnier gehen. Siege kann man natürlich nicht versprechen.

Wann wäre die EM ein Erfolg?
Das kann man erst hinterher beurteilen. Das hängt davon ab, wie man spielt und wie die Art und Weise des Auftretens ist. Man kann in den K.-o.-Spielen natürlich immer im Elfmeterschießen ausscheiden. Bei der WM haben wir unser Ziel auch nicht erreicht, aber keiner konnte uns nachsagen, dass wir nicht einen guten, attraktiven Fußball gespielt haben. Deshalb hat die Nation absolut hinter uns gestanden und alle waren am Ende des Turniers zufrieden. Alle haben gespürt, diese Mannschaft holt das Letzte aus sich raus. Gegen Italien waren wir an eben diesem Tag schlechter, aber insgesamt waren alle mit den Leistungen zufrieden.

Das Erreichen des Viertelfinales sollte aber schon ein Ziel sein?
Das ist das erste Ziel.

Koller (hinten) und Lahm (Foto: imago) Koller (hinten) und Lahm (Foto: imago) Bei den letzten Europameisterschaften waren die Reaktionen auf das Ausscheiden recht heftig, fast beleidigend. Fühlen sie sich gewappnet für den Fall, dass so etwas passiert?
Diese Frage stellen Sie mir etwas zu früh, da mache ich mir nicht wirklich Gedanken. Die Entwicklung insgesamt in den letzten anderthalb Jahren war positiv. Das Ziel, uns frühzeitig zu qualifizieren, haben wir erreicht. Insgesamt hat die Mannschaft, bis zu dem Zeitpunkt als die Luft ein bisschen raus war, einen guten Fußball gespielt. Wir haben junge Spieler herangeführt. Das lässt uns positiv in die Zukunft blicken. Ich weiß natürlich auch, dass wir noch einige Dinge verbessern müssen. Ich sehe uns nicht auf der Überholspur im internationalen Fußball,  wir haben schon noch Defizite und müssen Dinge optimieren und davon rücke ich auch nicht ab. Wir sind in vielen Bereichen gut, aber es gibt Bereiche, wo wir uns klar verbessern müssen, wenn wir Titel gewinnen wollen.

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Können Sie diese Bereiche konkretisieren?
Ein wichtiges Thema ist die grundsätzliche fußballerische Ausbildung. Die taktische Ausbildung muss in Deutschland weiter vorangetrieben werden. Da haben wir sicher gegenüber einigen Nationen Defizite. Wir haben hervorragende Studien von den Spielen der Nationalmannschaft gemacht und aus der Bundesliga, wo wir bei ganz elementaren Dingen sagen können: Da könnten wir noch besser sein. Spiel ohne Ball, präzise Pässe, Standardsituationen  -  da gibt es noch viele Ansatzpunkte. Wir lassen auch nicht locker. Künftig muss vieles schon früher in der Ausbildung vermittelt werden. Man kann damit nicht erst anfangen, wenn man 25 ist. Matthias Sammer macht das hervorragend, die Dinge nach unten zu transportieren und zu schauen, dass sie auch umgesetzt werden.

Trotz der angesprochenen Defizite, sind Sie manchmal überrascht, welch positive Entwicklung die Mannschaft genommen hat?
Als wir uns 2004 nach der EM Gedanken gemacht haben, da haben wir uns gedacht, dass wir neue Wege gehen, neue Reize setzen müssen. Wir sind zweimal bei der EM in der Vorrunde ausgeschieden. Also musste man alte Pfade verlassen und neue Ideen einfließen lassen, um eine Veränderung herbeizuführen, also auch junge Spieler heranführen. Da haben wir in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Für mich war ein großes Fragezeichen, wie es nach der WM weitergeht. Das war ja eine unheimlich emotionale Sache und keiner wusste, wie gehen wir denn im August oder September die Knochenmühle Qualifikation in Irland, Wales und der Slowakei an. Aber die Mannschaft hat schnell ins Spiel gefunden und eine Stilsicherheit bekommen, weil gewisse Automatismen gegriffen haben. Und daran konnte sie sich festhalten und orientieren. Und alle haben gespürt, dass wir spielerisch und taktisch als Mannschaft Fortschritte gemacht haben.

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Bewerten Sie die jüngsten Leistungen wie gegen Wales als Rückschlag?
Als Rückschlag würde ich sie nicht sehen. Wenn die letzte Spannung fehlt, dann wird es schwierig, auf diesem Niveau klarzukommen. Nach der frühen Qualifikation durch das Unentschieden in Irland war etwas die Luft raus. Dadurch war es nicht mehr möglich, alles aus der Mannschaft herauszuholen. Irgendwann muss man auch mal akzeptieren, dass man eine ganze Achse nicht ständig ersetzen kann. Das WM-Mittelfeld hat fast über ein halbes Jahr nie spielen können, zuletzt hat es sogar komplett gefehlt. Da sind andere reingewachsen, die haben gute Spiele gemacht, aber zwischendurch auch mal eine Schwächephase gehabt. Auf Dauer können wir Spieler wie Michael Ballack oder Torsten Frings nicht ersetzen.

Zweiter Teil des Interviews mit Bundestrainer Joachim Löw

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