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Sport - Doping: Wiener Blutbank im Visier der WADA

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Kampf gegen Doping  

Wiener Blutbank im Visier der WADA

10.02.2010, 10:55 Uhr | dpa

Blutkonserve in einer Blutbank (Foto: dpa)Blutkonserve in einer Blutbank (Foto: dpa) Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) verdächtigt eine in Wien ansässige Blutbank, an illegalem Doping von Sportlern beteiligt gewesen zu sein. Das berichtet die Wiener Zeitung "Kurier". Dem Report zufolge hat der frühere WADA-Chef Richard Pound im vergangenen November in einem Schreiben an den für Sport zuständigen Wiener Staatssekretär Reinhold Lopatka erklärt, es bestünden "gute Gründe" zur Annahme, dass die in Wien ansässige Firma "teilweise Athleten beim Blutdoping unterstützen soll". Inzwischen ermittelt das österreichische Innenministerium in dem Fall.

Pound erbittet Auskünfte

Nach Angaben des "Kurier" bestreitet das Unternehmen allerdings, Sportler mit Blutplasma zu verbotener Leistungssteigerung verholfen zu haben. Ein Sprecher der Firma sagte, sein Unternehmen habe für Plasmawäsche gar nicht die nötigen Geräte. In dem Schreiben des ehemaligen WADA-Chefs werden laut "Kurier" keine Sportler namentlich genannt. Pound erbitte darin jedoch Auskunft darüber, ob und welche Athleten in eine mögliche Affäre verwickelt sind.

Auffrischungen außerhalb der normalen Dienstzeiten

Pound reagierte offenbar auf Berichte der deutschen Wochenzeitung "Die Zeit", die am 22. November 2007 über angebliche Doping-Machenschaften in Wien berichtetet hatte. Laut "Kurier" tauchten in Berichten Namen von Sportlern auf, die sich in der Blutbank angeblich regelmäßig - laut "Kurier" außerhalb der normalen Dienstzeiten am Sonntagmorgen - "aufgefrischt" hätten. Als medizinischer Betreuer müsse dabei mindestens ein Arzt fungiert haben.

"Blutdoping ist in meiner Firma nicht erfüllbar"

Die verdächtigte Firma betreibt nach "Kurier"-Informationen in Österreich fünf Niederlassungen. Geschäftsführer Lothar Baumgartner bestreitet, die für solche Blutwäschen nötige Ausrüstung zu besitzen ("Blutdoping ist in meiner Firma nicht erfüllbar"). Dem widerspricht der Kärntner Richter Arnold Riebenbauer, der nach der österreichischen Doping-Affäre bei den Olympischen Winterspielen von Turin vom Österreichischen Skiverband (ÖSV) mit einer unabhängigen Untersuchung beauftragt worden war. Seinen Angaben zufolge "bekamen (wir) schriftliche Informationen des Instituts, die Anderes nahe legen". Im Zusammenhang mit der Turiner Affäre wurden 2007 mehrere österreichische Skiläufer in den nordischen Disziplinen mit einer lebenslangen Sperre für Olympia belegt.

Kronzeugen gesucht

Für den Präsidenten des ÖSV, Peter Schröcksnadel, sind Pounds Angaben jedoch nicht ausreichend. "Dass Herr Pound das Institut beim Namen nennt, hilft rechtlich auch nicht weiter. Man braucht Beweise", sagte Riebenbauer. Um die Vorwürfe belegen zu können, bedürfe es vermutlich eines Kronzeugen. Ein Sportler genüge schon, um dies zu erreichen. Potenzielle Kandidaten seien Athleten aus dem nordischen Bereich und aus dem Radsport.

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