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Düsseldorf gibt den Fans das Geld zurück

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Tischtennis  

Düsseldorf gibt den Fans das Geld zurück

12.02.2010, 22:50 Uhr | dpa

Timo Boll (Foto: imago)Timo Boll (Foto: imago) Mit einem Eklat ist in der Tischtennis-Bundesliga die Partie zwischen Rekordmeister Borussia Düsseldorf und Müller Würzburg zu Ende gegangen. Die Würzburger stellten bei ihrer 0:6-Niederlage am Sonntag vier Spieler, die ansonsten in der 1. und 3. Kreisliga aktiv sind, gegen das von Europameister Timo Boll angeführte Düsseldorfer Star-Team auf. Die einseitigen Partien - fünf der zwölf Sätze endeten 11:0 - wurden ausgespielt. Die 650 Fans erhielten von der Borussia das Eintrittsgeld zurück, die Düsseldorfer Spieler absolvierten als weitere Entschädigung einen Showkampf.



Ohne Erklärung die Halle verlassen

Nach Düsseldorfer Angaben war das Würzburger Team spät angereist, spielte die beiden Auftaktdoppel aber zunächst in einer normalen Aufstellung. Nach den beiden Doppeln verließen die drei Profis Wei Chao Ling, Thomas Keinath und Jewgeni Schetinin sowie der eigenwillige Manager Frank Müller, der sich hin und wieder selbst aufstellt, ohne jede Erklärung die Halle. Die vier Würzburger Amateure, die korrekt gemeldet waren, setzten das Spiel fort. "Rein juristisch ist da nichts zu machen", hieß es bei der Borussia.



"Nie mehr in Düsseldorf antreten"

Hintergrund der ungewöhnlichen Aktion ist das zurückliegende Finale im ETTU-Pokal. Beim Düsseldorfer 3:2-Sieg gegen Würzburg im April 2007 hatte der Schiedsrichter dem Würzburger Spitzenspieler falsche Aufschläge abgezählt. Die aufgebrachten Gäste protestierten vergeblich und gaben danach alle Partien kampflos ab. "Ich werde nie mehr mit einer Mannschaft, die unter meinem Namen spielt oder von mir gesponsert wird, in Düsseldorf antreten", hatte Manager Müller damals erklärt. Der Verein bezeichnete dann auch in einer Presseerklärung die Aktion als einmalige Protestnote gegen die "außergewöhnlich skandalösen Vorgänge im letztjährigen Rückspiel des ETTU-Pokalfinales in Düsseldorf".

Sanktionen nicht ausgeschlossen

Ligasekretär Wieland Speer schloss Sanktionen gegen die Würzburger nicht aus. "Wir müssen das genau aufarbeiten. Denkbar ist, dass für den Kontrollausschuss ein Verstoß gegen den Fair-Play-Gedanken vorliegt. Viele Leute sind verärgert und irritiert. Es handelt sich aber um einen Einzelfall in der Deutschen Tischtennis-Liga", sagte Speer.

Boll ärgert sich und schont sein Knie

"Würzburgs Manager Frank Müller hat eine Protestaktion zum Nachteil der Zuschauer gemacht. Die haben mir leidgetan. Viele hatten eine weite Anreise", kommentierte Düsseldorfs Spitzenspieler Boll die Retourkutsche. Der Weltranglisten-Fünfte fand in seiner Partie gegen Dieter Schwind, Nummer 5 im Würzburger Kreisligateam, auch etwas Positives: "Solche Gegner kenne ich sonst nur aus Showkämpfen. Für mich hatte es den Vorteil, dass ich mein lädiertes Knie schonen konnte."

Müller ist für seine Eskapaden bekannt

Der Würzburger Tischtennis-Chef und Hauptsponsor ist in der Szene für seine ausgefallenen Ideen bekannt. "Unsere Aktion wurde von der Vereinsführung, den Sponsoren und allen Spielern einhellig gebilligt. Sie wussten seit Wochen davon. Vereinsvertreter und Aktive anderer Klubs haben sich bei mir positiv zu der Maßnahme geäußert", erklärte Müller. Er äußerte zugleich Verständnis für die enttäuschten Fans, denen Borussia Düsseldorf das Eintrittsgeld erstattete. "Mit dieser Aktion ist die Sache für uns erledigt. So etwas werden wir nicht wiederholen", sagte Müller.

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