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Fußball - FC Bayern München: Kaiser Franz Beckenbauer - Wie lange noch?

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FC Bayern München  

Quo vadis Franz Beckenbauer?

16.01.2008, 09:52 Uhr | T-Online, Julian Moering, t-online.de

Franz Beckenbauer (Foto: imago)Franz Beckenbauer (Foto: imago) Franz Beckenbauer ist der Kaiser, sein Wort hat Gewicht. Als Spieler und als Trainer wurde er Weltmeister, dazu holte er die WM 2006 nach Deutschland - an diesem Mann führt kein Weg vorbei. Doch ausgerechnet bei Bayern München scheint man mittlerweile anderer Meinung zu sein. Der Einfluss der Lichtgestalt bei seinem heißgeliebten Klub schwindet, er ist nicht mehr die letzte Instanz. Besonders deutlich wurde dieser schleichende Prozess der Entmachtung bei der Verpflichtung von Hitzfeld-Nachfolger Jürgen Klinsmann, von der Beckenbauer erst sehr spät erfuhr.

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Beckenbauer als Opfer des Umbruchs?

Bei den Bayern rumort es gehörig. Nicht nur, dass Ottmar Hitzfeld den Verein verlassen wird, auch Mannschaftskapitän Oliver Kahn beendet zum Saisonende seine aktive Karriere und Willy Sagnol buhlt heftig um das dann vakante Amt des Spielführers. Klinsmanns dringlichste Aufgabe im Sommer wird es sein, der Mannschaft eine neue Struktur und Hierarchie zu verpassen - glücklicher Weise eine seiner liebsten Übungen. Doch dass selbst Beckenbauer in den Wogen der Veränderung Schiffbruch zu erleiden droht, war lange Zeit fast undenkbar.

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Der Kaiser bleibt außen vor

Aus dem mächtigen Führungsquartett beim Rekordmeister scheint mittlerweile ein Trio geworden zu sein. Uli Hoeneß, Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge und Finanzvorstand Karl Hopfner sind nunmehr die tragenden Personen im Klub. Klubpräsident Beckenbauer wird bei wichtigen Entscheidungen immer öfter übergangen. Der Abschied von Hitzfeld war längst beschlossene Sache, als der Kaiser davon erfuhr. Gegenüber "Sport-Bild" zeigte sich der 62-Jährige auch mehr als irritiert: "Die frühe Bekanntgabe der Trennung hat mich schon überrascht. Man hat immer gesagt, man setzt sich in Marbella zusammen." Gemeint war das Trainingslager vom 13. bis 19. Januar. Diese Aussage lässt tief blicken und zeigt, wie weit entfernt Beckenbauer mittlerweile vom operativen Tagesgeschäft ist.

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Hoeneß zieht eine deutliche Grenze

Auch die Suche und das Finden eines Nachfolgers auf dem Trainerstuhl fand ohne Beckenbauer statt. Die Personalie Klinsmann war bereits eingetütet, als man den Kaiser informierte. "Dem Aufsichtsrat und seinem Chef haben wir ein oder zwei Tage vorher Bescheid gesagt. Was doch normal ist", sagte Hoeneß im Rahmen der Präsentation von Klinsmann und zog somit deutlich eine Grenze zwischen Rummenigge, Hopfner und ihm auf der einen Seite und dem Aufsichtsrat inklusive Beckenbauer auf der anderen Seite. Noch deutlicher wurde der Bruch bei folgender Hoeneß-Aussage: "Ein Glück, dass nur wir drei vom Vorstand davon wussten, dazu der Andre Gross, der Berater von Klinsmann, und Klinsmann selbst."

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Die WM entfernte Beckenbauer von den Bayern

Die Gründe für den schwindenden Einfluss Beckenbauers sind wohl in der jüngeren Vergangenheit zu suchen. Als Repräsentant für die WM 2006 und als Chef des Organisationskomitees hatte der Weltmeister von 1974 so viel um die Ohren, dass seine Herzensangelegenheit Bayern München meist auf der Strecke blieb. Trotzdem versäumte es der Kaiser nicht, sich über die Medien immer wieder zum Tagesgeschäft beim FCB zu äußern. Plaudern konnte der Kaiser schon immer, und seine charmante Art ließ stets manch verbalen Fehlgriff verzeihen, doch vor und während der WM kam das bei den Leuten, die in seiner Abwesenheit das Kommando übernahmen, nicht sonderlich gut an. Beckenbauer war zu dieser Zeit mehr ein Außenstehender, der fleißig Interna preis gab, denn ein vollwertiges Mitglied des Bayern-Vorstandes.

Sein Charme wird fehlen

Wie es mit Beckenbauer und dem FC Bayern weitergeht, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass mit dem Einfluss des Kaisers bei den Bayern auch ein Stück des besonderen Charmes, ein Stück der familiären Atmosphäre schwindet, die den Rekordmeister bislang wohltuend von den effizient und geradlinig geführten europäischen Spitzenklubs abgehoben hat.

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