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Poldi denkt ernsthaft über Abschied nach

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FC Bayern München  

Poldi denkt ernsthaft über Abschied nach

21.01.2008, 10:06 Uhr | Jörg Hausmann, t-online.de, dpa

Lukas Podolski (Foto: imago)Lukas Podolski (Foto: imago) Wäre Jürgen Klinsmann bereits jetzt Cheftrainer des FC Bayern München, hätte sich die Diskussion um Lukas Podolskis Zukunft erübrigt. Dass der frühere Bundestrainer auf den immer noch erst 22-jährigen Stürmerstar steht, bewiesen der Confederations Cup 2005 und die WM 2006. Diese Höhepunkte im eigenen Land nutzte der "Kölsche Jung'", um sich bundesweit in die Herzen der Fans und den Kader des Rekordmeisters zu spielen. In dem steht er seit nunmehr anderthalb Jahren - und ist keinen Schritt weiter gekommen. Im Gegenteil: So wahrscheinlich wie nach dem Wintertrainingslager in Marbella war Poldis vorzeitiger Abschied von der Isar noch nie. Inzwischen ist der traurige Prinz hinter Luca Toni, Miroslav Klose und Jan Schlaudraff nur noch Angreifer Nummer vier in Ottmar Hitzfelds exquisitem Ensemble.

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Den richtigen Schritt tun

"Wenn sich an meiner Situation nichts ändert", äußerte Podolski am 18. Januar gegenüber der "Bild"-Zeitung, "macht es hier keinen Sinn mehr. Dann muss ich weg." Seitens Manchester Citys liegt ein konkretes Angebot vor. Noch ist der Angreifer bis 30. Juni 2010 gebunden. "Wenn wir ihn jetzt ausleihen, und es geht alles gut", bemerkte ein "hin- und hergerissener" Manager Uli Hoeneß im Fachblatt "kicker", "haben wir alles richtig gemacht." Dann würde Podolski nicht nur zur EM reisen, sondern in Österreich und der Schweiz sogar mit Selbstbewusstsein ankommen - und wäre wie schon 2005 und 2006 ein echter Leistungsträger für Bundestrainer Joachim Löw.

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Henke spricht sich für Poldi aus

Ottmar Hitzfelds Trainer-Assistent Michael Henke wehrte Hoeneß' Gedankenspiel sofort ab. Ein Ausleihgeschäft sei "kein Thema" für den Trainerstab: "Wir brauchen den Lukas, er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns", brach der frühere Wattenscheider Profi eine Lanze für den Auswahlakteur. Podolski äußerte sich öffentlich nicht, wegen Rückenproblemen musste er direkt nach der Rückkehr aus Marbella erneut mit dem Training aussetzen und zum Arzt.

Zu selten getroffen

Nicht nur Poldi, auch sein vermeintlicher Busenfreund Bastian Schweinsteiger muss sich seit geraumer Zeit mit jener paradoxen Konstellation auseinandersetzen: In München wenig bis gar nichts zu gelten - und wenn, nur in einzelnen Begegnungen -, für die Nationalelf aber ein Garant auf dem Weg zum vierten EM-Titel sein zu sollen. "Ich bin nun an einem Punkt angekommen", sinnierte Podolski in der "Bild", "an dem ich mir schon ernsthafte Gedanken mache." Und ein Stürmer, der sich Gedanken macht, trifft keinen Möbelwagen mehr: Drei Europapokal- und vier Bundesligatore in zusammengerechnet 44 Partien für den FC Bayern sprechen Poldis Potenzial und seiner Wucht vor dem gegnerischen Kasten Hohn. Zum Vergleich: In 44 Länderspielen jubelte der gebürtige Pole respektable 24 Mal.

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Ratlosigkeit

Dafür, dass Poldi - so oder so - ein Zugpferd und eine Attraktion bei den Münchnern war und ist, können sich weder der ausgemachte Spaßvogel noch der Verein etwas kaufen. Und aus Mitleid ist bei den Bayern auch noch kein Konkurrent Richtung Ersatzbank geeilt, um dem kalt gestellten Kollegen den Stammplatz anzubieten. "Wir müssen uns unterhalten, was wir da machen", weiß sich auch Hoeneß keinen Rat mehr. Fest steht für den früheren Nationalstürmer: "Ein Verein wie Bayern München braucht vier starke Stürmer." Hitzfeld benötigt Alternativen in der Hinterhand: "Wie schnell ist etwas passiert", so der scheidende Chefcoach; obwohl in der Hinrunde oft eine nominelle Spitze genügte, um siegreich zu bleiben. Die hieß aber meist Toni oder Klose, das A-Pärchen. Wer also beweist mehr Geduld: Der Arbeitgeber oder sein frustrierter Arbeitnehmer?

Bolton schon wieder vergessen

Als Poldi am 8. November 2007 den Bolton Wanderers in der Zwischenrunde des UEFA Cups zwei blitzsaubere Tore einschenkte, schien er angekommen zu sein in München. Doch die Engländer machten dem Linksfuß und seinen Kameraden durch ihren späten Ausgleich den Abend kaputt: Gleich nach dem 2:2 wurde nur noch über Hitzfelds eigenwillige Auswechslungen und den anschließenden, sehr persönlichen Anpfiff seitens Karl-Heinz Rummenigges auf "Gottmar" diskutiert. Es war der Anfang vom Ende des langjährigen Erfolgstrainers an der Isar. Doch da der "Halb-Schweizer" nicht gerade als Ziehvater junger Talente bekannt ist, könnte Podolski noch früher aus Bayern verschwunden sein als der 59-Jährige. Nach einer Grippe hinkt Poldi vor allem physisch hinterher, wie Hitzfeld erklärte. Um die Psyche des in der Regel berufsfröhlichen Edel-Reservisten dürfte es nicht besser bestellt sein.

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