Startseite
Sie sind hier: Home > Sport >

Formel 1: FIA will Budget-Obergrenze einzuführen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Rund um den Rennzirkus  

Lieber kein Geld als kein Wind

31.01.2008, 10:49 Uhr | Spiegel Online

Max Mosley (Foto: imago)Max Mosley (Foto: imago) In den Zentralen der Automobilkonzerne müsste eigentlich Begeisterung herrschen. 100, 200, 300 Millionen Euro ließen sich auf einen Schlag einsparen – wenn die Finanzchefs der Formel-1-Teams von Honda, Toyota, Ferrari, BMW, Renault und McLaren-Mercedes ebenso wie ihre Kollegen der restlichen Rennställe einfach "ja" sagen. Ja zur Idee des Rennsport-Weltverbandes FIA, für alle Teams ab 2009 eine Budget-Obergrenze einzuführen, die bei 150 bis 200 Millionen Euro liegen könnte.

Karriereleiter Mosley prophezeit Hamilton eine große Zukunft
Fahrerlaubnis Die Superlizenz wird super teuer

Zum Durchklicken Die deutschen Piloten in der Formel 1
Rennkalender 2008

Honda pumpt 470 Millionen Euro in die Formel 1

Am Freitag treffen sich in Paris die Vertreter der Rennställe mit FIA-Chef Mosley, um diese Idee zu diskutieren. Momentan, so schätzt das Fachmagazin "auto, motor und sport", liegen etwa die jährlichen Etats von Honda bei 470 Millionen, von McLaren-Mercedes bei 380 Millionen Euro. Mit weniger als 300 Millionen Euro kommt keines der Spitzenteams in der Formel 1 aus, die kleinen Renn-Garagen wie Toro Rosso oder Super Aguri verfügen dagegen nur über 50 bis 70 Millionen pro Jahr.

Williams Rosberg setzt Team unter Druck
Übersicht

Ohne Begrenzung keine Chancengleichheit

Um wenigstens eine gewisse Chancengleichheit herzustellen und die Rennen nicht nur an der Spitze spannender zu gestalten, dringt die FIA schon seit Jahren darauf, die rasante technische Entwicklung und die explodierenden Etats der von Weltkonzernen gestützten Branchenführer aufzuhalten. Deren Haltung zur radikalen Kostendeckelung ist dann auch gespalten.

Ferrari wenig begeistert

So ließ Ferrari bereits verlauten, dass man vom FIA-Vorschlag wenig begeistert sei. David Richards, der mit seinem Prodrive-Team im kommenden Jahr erstmals in der Königsklasse antreten will, sagte "motorsport-total.com": "Eine Budget-Obergrenze wäre doch nur eine Entschuldigung für ein schlechtes technisches Reglement." Seine Alternative: "Mit angemessenen technischen Kontrollmaßnahmen kann man die Kosten der Formel 1 regulieren."

Fry unterstützt Obergrenze

Genau das bezweifelt aber die Konkurrenz. Honda-Geschäftsführer Nick Fry unterstützt die Obergrenze, weil Beschränkungen für bestimmte technische Entwicklungen, etwa bei Motoren, Aerodynamik oder Reifen seiner Meinung nach nur dazu führen, "dass die gleichen Summen in anderen Bereichen ausgegeben werden". Wer bei der Motorenleistung sparen muss, ließe sich interpretieren, baut sich eben noch einen Windkanal mehr zum Testen.

Nur noch ein Windkanal für jedes Team?

Tatsächlich hat die FIA angedroht, erneut massiv ins technische Reglement einzugreifen, falls die Verhandlungen zur Etatbeschränkung scheitern. Eine mögliche Vorgabe wäre, dass jedes Team nur noch einen Windkanal für aerodynamische Weiterentwicklungen benutzen darf und am Personal sparen muss, das für die sogenannten "computational fluid dynamics", die aufwändigen Computersimulationen der Luftströmungen, zuständig ist.

Budgetobergrenze offenbar das kleinere Übel

Selbst das aufstrebende Mittelklasseteam Red Bull verfügt aber bereits über drei Windkanäle, Toyota und Honda haben gerade den zweiten in Betrieb genommen. BMW und McLaren haben zudem viel Geld in extrem leistungsstarke Rechner investiert. Weil die meisten Rennställe nun fürchten, auf den Kosten für technische Aufrüstungen sitzen zu bleiben, die sie in Zukunft nicht mehr nutzen dürfen, werden sie der Budget-Obergrenze als kleinerem Übel wohl zustimmen.

Noch sehr unterschiedliche Vorstellungen

Auch Mario Theissen und Norbert Haug, die Motorsportchefs von BMW und Mercedes, haben bereits signalisiert, diese Regelung zu akzeptieren. Eine Arbeitsgruppe der Fia würde in diesem Fall Vorschläge für eine konkrete Umsetzung der Grenze erarbeiten und diese bis Juni 2008 vorstellen – was alles andere als eine einfache Aufgabe werden dürfte. Denn bislang herrschen sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber, welche Bereiche in den komplexen Etats gedeckelt werden sollen und wie die Höhe der tatsächlich für Auto und Fahrer aufgewendeten Kosten kontrolliert werden soll.

Vorschläge ein wenig hilflos

Theissen regte im "Spiegel" an, dass Fahrergehälter ausgeklammert werden, zudem wurde zwischen Teams und FIA bereits diskutiert, ob bestimmte Sponsorengelder nicht unter die Begrenzung fallen sollen. Wirtschaftsprüfer und Finanzämter sollen garantieren, dass die Abrechnungen korrekt sind. Angesichts der zu erwartenden Lücken im System und der oft in jeder Hinsicht global operierenden Rennfirmen erscheinen diese Vorschläge allerdings ein wenig hilflos.

Rauswurf bei Spionage

Immerhin darf kein Rennstall darauf bauen, dass anfallende Millionenstrafen, etwa für Spionage, als Sonderausgaben neben dem eigentlichen Etat eingeplant werden können. In Zukunft, so stellte Mosley klar, fliegen Teams, die Material der Konkurrenz nutzen, gleich raus.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal