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Podolski droht auch bei der EM die Bank

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Podolski droht auch bei der EM die Bank

06.02.2008, 13:01 Uhr | Spiegel Online

Für T-Online von:

Lukas Podolski und Bundestrainer Joachim Löw (Foto: dpa)Lukas Podolski und Bundestrainer Joachim Löw (Foto: dpa) Es sieht gar nicht so schlecht aus für Lukas Podolskis EM-Chancen. Der Stürmer hat in den kommenden Monaten noch genug Möglichkeiten, sich seinen Platz bei der EURO 2008 zu sichern. Er muss sich im Angriff des FC Bayern nur gegen Luca Toni oder Miroslav Klose durchsetzen, oder er hofft auf möglichst viele Einsätze im DFB-Pokal und UEFA Cup, wenn die FCB-Stammstürmer geschont werden. Das sagen die Zyniker oder die Wohlmeinenden. Die Realisten sagen, es sieht nicht so gut aus für Lukas Podolski.

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Der EM-Countdown läuft

"Jeder muss in den kommenden Wochen und Monaten seine Leistung in der Bundesliga bringen", sagt Joachim Löw, der im noblen Bristol Hotel sitzt und ein bisschen über das Spiel gegen Österreich aber vor allem über die EM spricht. Der Bundestrainer bezeichnet die Vorbereitung als "Countdown, der läuft". Löw nennt nicht Podolskis Namen, aber natürlich meint er auch den Münchner Stürmer, der beim FC Bayern nur auf der Bank sitzt, wenn er über die Erwartungen an die potentiellen EM-Fahrer spricht.

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Podolski läuft die Zeit davon

Das Problem ist, dass Podolski, gerade 22 Jahre alt, aber schon mit 44 Länderspielen und 24 Toren, mit der Erfahrung von zwei Großturnieren und einem Stammplatz lange über die WM 2006 hinaus ausgestattet, in den kommenden Wochen und Monaten aller Voraussicht nach nicht viel Gelegenheit bekommen wird, im Klub seine Leistung zu zeigen. Deshalb muss er vor allem die Nationalmannschaft als Bühne nutzen, um sich möglichst nachhaltig in Erinnerung zu bringen. Viel Zeit bleibt ihm dafür allerdings auch nicht - nur noch vier Testspiele sind bis zum EM-Start gegen Polen am 8. Juni angesetzt.

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Beckenbauer spricht von Stagnation

So viel Druck war selten gut für die Frohnatur, dessen Zeit in München nie unter einem guten Stern stand. Er spielte wenig und traf noch weniger, die halbe Vorbereitung auf die Rückrunde fehlte er schon wieder wegen Verletzungen oder Grippe, und auch die kritischen Stimmen aus dem Klub verstummen nicht. Pünktlich zum Spiel in Wien meldete sich Franz Beckenbauer zu Wort und konstatierte, dass sich Podolski und dessen DFB-Kollegen Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger nicht weiterentwickelt hätten.

Kein klares Bekenntnis von Löw

In der Nationalmannschaft hatte der Stürmer Podolski bisher immer die Unterstützung der Trainer. Das hat sich zwar nicht geändert, Löw erklärt, dass "wir auf ihn zählen, wenn seine Einstellung weiter stimmt und er Teileinsätze hat". Aber es sei "zu früh, Garantien zu vergeben". Das kann man als moralische Hilfe werten. Oder auch nicht. Denn der Bundestrainer knüpft Podolskis Nationalelf-Perspektiven unmissverständlich an Spielpraxis. Und verweigert beharrlich ein klares Bekenntnis zu seinem einstigen Shootingstar. Anders als im Fall von Jens Lehmann.

Großer Konkurrenzkampf im Angriff

Der Torhüter, so ließ Löw Ende Januar durchscheinen, werde nicht zur Disposition gestellt, solange er in der Nationalelf bis zur EM keine Fehler macht. Und das, obwohl er beim FC Arsenal regelmäßig nur auf der Bank sitzt. Podolski könnte ein ähnliches Bekenntnis einfordern. Doch das Gleichnis Lehmann/Podolski funktioniert nicht. Denn keine Position im DFB-Team ist so umkämpft wie der Angriff. Während sich gegen Österreich Abwehr und Mittelfeld wegen der Ausfälle der gesetzten Verteidiger Christoph Metzelder und Marcell Jansen sowie Defensivmann Torsten Frings quasi selbst aufstellen und auch Lehmann wegen der fehlenden Konkurrenz (Hildebrand fehlt die Konstanz, Enke die Erfahrung) nichts befürchten muss, herrscht im Sturm dichtes Gedränge um die zwei Plätze im 4-4-2-System.

Klose ist gesetzt

Genau genommen geht sogar nur um einen. Eine Stelle ist bereits seit Jahren fest an den Münchner Klose vergeben, der das jüngst im "kicker" übrigens genauso sah. Um den anderen Posten streiten sich mit Podolski, Kevin Kuranyi (Schalke) und dem Stuttgarter Mario Gomez mindestens drei Stürmer. Dahinter rechnen sich noch Oliver Neuville (Gladbach), Mike Hanke (Hannover) und Patrick Helmes (Köln) Chancen aus. Das Argument Spielpraxis muss bei dieser Vielzahl an Bewerbern und der Aufgaben im Spielsystem höher gewichtet werden als im Fall des Torhüters Lehmann.

Kuranyi und Gomez mit besseren Karten

Und aktuell ist Podolski, den man sich bei der WM und auch danach nie auf der Bank vorstellen konnte, in der Hierarchie nicht mal die Nummer drei. Kuranyi, am Wochenende beim Sieg der Schalker gegen Stuttgart zweimal erfolgreich, hat derzeit einen leichten Vorteil gegenüber dem lange verletzten Gomez. Kuranyi, 25, gilt als bester Passgeber unter den Angreifern und als laufstark, was ihn auch für die Rolle als hängender Stürmer prädestiniert. Er ergänzt sich zudem gut mit Klose. Doch auch Kuranyi ist trotz seiner acht Bundesligatreffer nicht gesetzt. Er hat technische Schwächen und Schnelligkeitsdefizite. Dass der Schalker wie kurz vor der WM noch aus dem Aufgebot gestrichen wird, ist aber nicht zu erwarten. Immerhin ist er Stammspieler in seinem Verein. Auch Gomez hat den Vorteil, beim VfB ohne Konkurrenz zu sein. Der schnelle und torgefährliche Angreifer wird bei jeder Gelegenheit von Löw gelobt, in sieben Länderspielen hat er immerhin drei Tore erzielt, in der Bundesliga waren es bislang 7 Treffer in 13 Spielen. Dahinter folgen neben Podolski der Hannoveraner Hanke und der Gladbacher Neuville, beide ebenfalls gesetzt in ihren Klubs, und beide schon mit 8 beziehungsweise 7 Saisontoren in 18 Spielen.

Zukunft im Mittelfeld?

Womöglich wendet sich aber für Lukas Podolski auch noch alles zum besseren. Das offizielle DFB-Begleitheft zum Österreich-Spiel führt den Münchner nicht im Angriff, sondern im Mittelfeld. Leistung zeigen muss er zwar auch dort - aber die Konkurrenz ist nicht ganz so groß. Sie besteht vor allem aus Bastian Schweinsteiger. Und der sitzt bei den Bayern ja auch auf der Bank.

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