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Tod und Wiedergeburt der "Busby Babes"

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Manchester United  

Tod und Wiedergeburt der "Busby Babes"

08.02.2008, 13:40 Uhr | Jörg Hausmann, t-online.de

Gedenktafel in Manchester (Foto: imago)Gedenktafel in Manchester (Foto: imago) Der 6. Februar 1958 wird englischen Fußball-Fans immer im Gedächtnis bleiben. Noch am Vortag feierte Manchester United nach einem 3:3 bei Roter Stern Belgrad den Einzug ins Halbfinale des Europapokals der Landesmeister. Nur Stunden später bohrte sich ein Flugzeug in eine Böschung – und München unauslöschlich in die Geschichte ManUs. Bei diesem Unglück in der bayrischen Landeshauptstadt kamen acht Spieler des englischen Klubs ums Leben. Insgesamt 23 Passagiere überlebten es nicht, dass sich die vereisten Tragflächen der Maschine "Elizabethan“ nicht in die frostige Schneeluft über der bayerischen Landeshauptstadt erhoben. Der Schneematsch auf der Fahrbahn verhinderte, dass das Flugzeug an Höhe gewann, und so mündete der dritte Startversuch des Piloten in einen tragischen Feuerunfall.

Busby gewinnt Kampf gegen den Tod

Duncan Edwards (erlag am 21. Februar den Folgen seiner Verletzungen), Thomas Taylor, Kapitän Roger Byrne, Geoff Bent, Edward Colman, Mark Jones, Bill Whelan und David Pegg starben. Der Nordire John Blanchflower und John Berry wurden zu Sportinvaliden. Lediglich der nordirische Keeper Harold Gregg, William Foulkes, der Waliser Kenneth Morgans, Albert Scanlon, Charlton und Dennis Viollett blieben unversehrt. ManU-Coach Matt Busby kämpfte im Klinikum "Rechts der Isar“ über Wochen letztlich erfolgreich ums Überleben.

Eine beginnende Ära endet abrupt

Die Startbahn des Flughafens München-Riem steht für das Ende einer Ära, noch ehe diese wirklich hatte beginnen können. Fast genau 13 Jahre zuvor, am 15. Februar 1945 und somit drei Monate vor Ende des Zweiten Weltkriegs, hatte Busby seine Arbeit in Manchester aufgenommen. Mit leidenschaftlicher Akribie baute der Schotte ManU um: 1947 bis 1949 reichte es für die "Busby Babes", wie die hochbegabten Zöglinge des Erfolgscoaches genannt wurden, nur zur Vize-Meisterschaft, aber 1948 zum Pokalsieg. 1952, und dann wieder 1956 und 1957 stand am Saisonende der Titel.

Anderlecht und Dortmund zur Seite geräumt

Der Übernahme des Kommandos auf der Insel folgten respektable Auftritte im Europapokal der Landesmeister, dem Vorläufer der Champions League. Der startete 1955, und somit kein Jahr zu früh, um den aufstrebenden Talenten aus Manchester eine Bühne zu geben. Das erste Opfer hieß RSC Anderlecht. Mit 12:0 Toren schoss ManU die vom Engländer William Joseph Gormlie trainierten Belgier aus dem Wettbewerb und deklassierte den königlichen Klub im Rückspiel am 26. September 1956 mit sage und schreibe 10:0 – bis dahin der höchste Sieg im noch jungen Wettbewerb. 43.635 Zuschauer sahen unter anderen vier Tore von Dennis Viollet, sechs Tage nach dessen 23. Geburtstag. Viollett schoss drei Wochen später mit zwei von drei Hinspieltoren auch Borussia Dortmund raus. Dass er noch bis Jahresende 1961 für ManU stürmte und auch zwei Mal für sein Land spielte, verdankte er seinem Glück am 6. Februar 1958.

Zusammengeflickte Mannschaft

Umgerechnet anderthalb Millionen Euro zahlte die Versicherung für die Verstorbenen des Flugzeugunglücks. Das Geld wanderte in den folgenden Jahren komplett in den Aufbau der neuen „Busby Babes“. Die unmittelbar nach der Katastrophe in die erste Garde aufgerückten Spieler aus den eigenen Reihen mühten sich an der Seite auf die Schnelle dazugekaufter Akteure noch 1958 nach Kräften, schieden jedoch gegen den AC Mailand aus dem Europapokal aus und verloren auch das Pokalendspiel gegen die Bolton Wanderers. An Platz neun in der Endabrechnung der Meisterschaft war der schockierende und tragische Unfall deutlich ablesbar. Doch dank der Treffsicherheit Denis Laws, eines schottischen Landsmanns Busbys, stand ManU 1965 in England wieder an der Spitze, und auch 1967 und 1968.

Zwei Jahre nach der WM wieder eine große Feierstunde

Am 29. Mai 1968 verfolgten 92.225 Zuschauer im Londoner Wembley-Stadion, wie Manchester United zwei Jahre nach der WM-Triumph der Engländer an gleicher Stätte auch den ersten Europapokal der Landesmeister für die Angelsachsen einfuhr. Binnen drei Minuten wurde der Gegner Benfica Lissabon entzaubert. 1:1 hieß es nach 90 Minuten. In der Verlängerung schlugen der nordirische Stürmerstar George Best (97.), Brian Kidd (98.) und Kapitän Bobby Charlton (100.) zu. Endstand 4:1. Neben Charlton stand auch noch der ’58-Überlebende Foulkes im Team.

Nicht zu beschreibende Emotionen

"Diesen Pokal hat die Mannschaft für die Jungs von ’58 gewonnen“, fasste Busby seine Gefühle zusammen. "Unser Team vor München war die beste Vereinsmannschaft, die ich je gesehen habe. Ich habe unser neues Team denen zuliebe aufgebaut, die in München gestorben waren. Und nun weiß ich, dass Träume wahr werden.“ Bergmannssohn Busby nutzte den Höhepunkt, um abzutreten. Der Ex-Nationalspieler wurde ob seiner Verdienste zum "Sir“ geadelt. Am 20. Januar 1994 starb Busby 84-jährig.

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