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1. FC Nürnberg: Hans Meyer schließt 2. Bundesliga für sich aus

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1. FC Nürnberg  

Meyer: Nie mehr zweite Liga

10.02.2008, 15:34 Uhr | sid, t-online.de

Hans Meyer (Foto: imago)Hans Meyer (Foto: imago) Sollte das Unternehmen Klassenerhalt dem Pokalsieger aus Nürnberg danebengehen, muss sich der Club bis zum 1. Juli 2008 um einen neuen Cheftrainer bemühen: Hans Meyer wird sich die zweite Liga mit 65 Jahren nicht mehr antun. Sportdirektor Martin Bader bestätigte eine entsprechende Meldung der Tageszeitung "Welt": "Klar ist, dass es bei uns keine Situation wie in Freiburg oder Mainz geben wird, wo mit einem Trainer abgestiegen wird, damit er das Team anschließend wieder nach oben führt. Das hat Hans Meyer für sich bereits kategorisch ausgeschlossen", sagte Bader nach dem enttäuschenden 1:1 der Franken gegen Hansa Rostock. Das vierte Unentschieden der Saison beließ den früheren Rekordmeister auf Abstiegsplatz 16 - zwei Zähler hinter Rostock und Bielefeld.

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Vertrauen in das Personal verloren?

Schon vor den 90 Minuten hatte Meyer durch seine Aussagen gegenüber der "Bild"-Zeitung seinen baldigen Ausstieg am Valznerweiher vorbereitet: "Vielleicht reden wir nach dem Februar über den Charakter der Mannschaft, dann aber vielleicht nicht mehr mit mir."

Bänderriss Wieder mehrere Wochen Pause für Misimovic

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Gellendes Pfeifkonzert

Die Stimmung im ehemaligen Frankenstadion war nicht dazu angetan, Meyer zu halten: Von den Rängen hagelte es gellende Pfiffe, Sportdirektor Bader spülte den Frust mit einer Flasche Bier herunter, und der Trainer rang nach Worten - beim 1. FC Nürnberg läuten nach dem Tiefschlag die Alarmglocken. "Unsere Situation ist dramatisch schlechter geworden. Das trifft uns tief am Nerv", fasste der Kult-Coach die prekäre Lage zusammen. Vom Abstieg sprach er nicht, doch Meyer hat sich für diesen Fall schon längst entschieden: Eine Klasse tiefer wird er kein "Club"-Trainer mehr sein.

Nur Vertrag für die Bundesliga

"Hans Meyer steht uns in der zweiten Liga nicht mehr zur Verfügung, sein bis 2009 laufender Vertrag gilt nur für die erste Liga", sagte Bader. Aber: Es gebe weder ein Ultimatum noch sonst irgendwelche Forderungen.

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Hoffnung nur auf Seiten Rostocks

Bei der Punkteteilung mit dem Aufsteiger von der Ostseeküste verdarben eine hilflose und total verkrampfte Club-Elf und der kuriose Ausgleich der Hanseaten Jubilar Meyer das 75. Bundesliga-Spiel als FCN-Coach und machten nur der schlechtesten Auswärts-Mannschaft der Liga Hoffnung für die Zukunft. "Einer war für den anderen da. Nur so kann man im Abstiegskampf bestehen", sagte Hansa-Torschütze Christian Rahn.

Lediglich ein Szenario entworfen

Meyer hatte sich den Start ins neue Fußball-Jahr ganz anders vorgestellt. Der nicht erstliga-taugliche Auftritt gegen biedere Rostocker hat den Druck auf Meyer erhöht, doch Bader hält gar nichts von den Spekulationen um die Zukunft des Trainers. "Meyer ist 36 Jahre im Geschäft und weiß genau, wie die Dinge laufen. Wir brauchen uns nicht über Treueschwüre zu unterhalten, die wie bei Misserfolgen in die Tonne kloppen können", sagte der Sportdirektor. Der Trainer hatte kürzlich mit dem vorzeitigen Rücktritt kokettiert, stellte aber klar: "Ich wollte nur sagen, dass bis Ende Februar eine Situation entstehen kann, in der ich aufhören muss. Ich habe nicht gesagt, dass ich aufhören will."

Kein Clubberer stört die Entwicklung des Ausgleichs

Verzweiflung, wenn nicht gar schon Resignation stand dem Thüringer ins Gesicht geschrieben. "Dass man an sich glaubt, der absolute Wille, all' das gelingt uns momentan nicht", sagte Meyer, der sich nicht lange über das erste Bundesliga-Tor des tschechischen Neuzugangs Jan Koller (19. Minute) freuen konnte. Acht Minuten später drosch Gäste-Akteur Thomas Rathgeb den Ball nach vorne, und die FCN-Abwehrspieler schauten wie angewurzelt zu, als Ex-Nationalspieler Rahn den Ball ins Tor lupfte.

Souveränität im Abstiegskampf gesucht

"Das unglaublich ärgerliche Gegentor hat gezeigt, dass wir Nerven haben", meinte Meyer. Der Torschütze genoss nach dem Schlusspfiff die kuriose Szene. "Ich habe den Ball überragend angenommen und traumhaft verwandelt", schilderte Rahn schmunzelnd. Danach geriet der Gastgeber völlig von der Rolle, rannte ungestüm, aber wirkungslos nach vorne. "Im Moment sind wir nicht so stark, um mit dieser Situation souverän umgehen zu können", gestand Nürnbergs Kapitän Tomas Galasek, der wegen der fünften Gelben Karte in Bremen fehlen wird.

"Zwetschge" muss erneut zuschauen

Zvjezdan Misimovic kritisierte das einfältige Offensivspiel seiner Mannschaft, die sich zu sehr auf den langen Koller verlasse: "Nur lange Bälle sind nicht das Erfolgsrezept." Der eminent wichtige Mittelfeldspieler war in der 2. Minute mit dem rechten Knöchel umgeknickt, zog sich dabei einen Bänderriss im linken Knöchel zu und hielt noch bis zur 25. Minute durch, ehe der Russe Ivan Saenko kam. Misimovic - gerade von Leistenproblemen befreit - fällt nunmehr mehrere Wochen aus.

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