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Nationalmannschaft: Löw setzt weiter auf Lehmann

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Nationalmannschaft  

Löw setzt weiter auf seine Nummer eins

13.02.2008, 15:38 Uhr | dpa

Jogi Löw (li.) im Gespräch mit Jens Lehmann (Foto: imago)Jogi Löw (li.) im Gespräch mit Jens Lehmann (Foto: imago) Joachim Löw zieht seinen EM-Plan mit Jens Lehmann auch nach dessen Wackel-Einlagen im jüngsten Test gegen Österreich weiter uneingeschränkt durch. Im nächsten Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am 26. März gegen die Schweiz bekommt der Arsenal-Schlussmann wie langfristig festgelegt neue Spielpraxis - und damit die Chance auf eine schnelle Wiedergutmachung. "Ich gehe davon aus, dass Jens gegen die Schweiz spielen wird", erneuerte der Bundestrainer in der "Sport Bild" das Aufbauprogramm für den 38-Jährigen. Löw hatte schon nach dem 3:0 in Wien klar gemacht, dass er weiterhin mit Lehmann als Nummer eins für die EM plane. "Wir stellen jetzt nicht alles infrage", betonte der DFB-Chefcoach.

Unsicherheitsfaktor Lehmann patzt gegen Österreich
FIFA-Rangliste Deutschland weiter auf Platz fünf

Löw hat keine echte Alternative

Angesichts der unklaren Situation von Lehmann bei seinem Klub in London, wo er noch immer nur als Ersatz für den derzeit erkrankten Manuel Almunia gilt, weiß Löw um die anhaltenden Diskussionen um seinen Stammkeeper. "Das ist klar. Aber wir haben sehr viel Vertrauen zu ihm", bemerkte der Bundestrainern nach Lehmanns Fehlern in Österreich. Falls Lehmann allerdings auch gegen die Schweiz oder in den Einsätzen für Arsenal erneut patzen sollte, bekommt Löw ein Problem. Denn einen ernsthaften Alternativ-Plan mit Timo Hildebrand oder Robert Enke als EM-Torhüter gibt es offenbar nicht.

Im Überblick Der Spielplan der EURO 2008
Die EM selbst durchspielen Interaktiver Spielplan

Fans vertrauen Lehmann

"Jens hat Routine, Erfahrung, er strahlt Ruhe aus", beschrieb Löw die Vorzüge von Lehmann gegenüber den potenziellen Nachrückern. Zudem schätzt die Sportliche Leitung das moderne, offensive Torwart-Spiel des Keepers. Die Fans sehen es ähnlich: In der T-Online Umfrage sprachen sich 32 Prozent der Befragten für Lehmann als EM-Torhüter aus, für Hildebrand nur 13 und für Enke 16 Prozent. Allerdings votierten auch 27 Prozent für Oliver Kahn, der längst aus der Nationalelf zurückgetreten ist.

Hintergrund Der Fahrplan der Nationalmannschaft für die EM 2008

Riskante Spielweise weiter erwünscht

Auch nach dem Spiel gegen Österreich, wo Lehmann bei einem unmotivierten Ausflug aus dem Strafraum zu spät kam, soll er weiter an seiner Spielweise festhalten. "Eigentlich erwarten wir von Jens, dass er diese Bälle erläuft und so gefährliche Situationen vermeidet", sagte Bundestorwart-Trainer Andreas Köpke. "Es ist gut, dass er Risiko geht und nicht Alibi spielt", hatte Teammanager Oliver Bierhoff schon in Wien festgestellt. "Jens ist erfahren genug, dass er dem Druck standhält."

Konflikt mit den Bundesligaklubs

Derweil gibt es in der Bundesliga wegen der von Löw und Bierhoff geforderten Extraschichten der Nationalspieler im Hinblick auf die Europameisterschaft ersten Ärger. Der Fokus liege erst einmal auf dem Verein, nicht auf der EM, hielt Stuttgarts Manager Horst Heldt den Ansprüchen der DFB-Verantwortlichen entgegen. Der Konflikt zwischen Klubs und Nationalteam ist nicht neu und auch nie hundertprozentig aufzulösen. Nach der totalen Fokussierung auf das Mega-Event WM 2006 aber wollen die Klubs der EM nicht die gleiche Priorität einräumen.

Gomez legt Extraschichten ein

"Für ein EM-Ticket muss die Leistung im Verein vorhanden sein", betonte Heldt. Kandidaten wie Mario Gomez, der täglich zusätzlich eine Stunde ackert, Thomas Hitzlsperger und Roberto Hilbert seien in einer "absolut vorhandenen Zwickmühle". Erstens würden die von Löw verlangten "ein bis zwei Sonderschichten pro Woche" gar nicht ins Trainingsprogramm des Klubs passen, bemerkte VfB-Trainer Armin Veh. Zudem könne es nicht sein, "dass immer ein Bild in der Öffentlichkeit gezeichnet wird, dass Spieler nicht fit zur Nationalmannschaft kommen", kritisierte Heldt.

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