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Boxen: Gesundheitliche Gefahren - Zwischen Faszination und Abscheu

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Sportkolleg - Gesundheitliche Gefahren beim Boxen  

Zwischen Faszination und Abscheu

15.02.2008, 16:00 Uhr | Jörg Hausmann

Keine Sportart für schwache Nerven: Boxen (Foto: imago)Keine Sportart für schwache Nerven: Boxen (Foto: imago) Vom Boxsport als der Kunst des Faustkampfes zu sprechen, ist nicht falsch. Dieser etwas Schönes abzugewinnen, fällt vielen zartbesaiteten Beobachtern allerdings schwer. Denn: In der Umschreibung des Boxens als Kunst steckt eine gehörige Portion Verschleierung. Verschleiert wird die Gefahr für Gesundheit und durchaus auch Leben der modernen Gladiatoren. Sie steckt in jedem Schlag des Gegners, der sein Ziel findet.

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Manchmal besser wegschauen

Der Anblick der offensichtlichen Folgen - wie aufgeplatzte Augenbrauen, zugeschwollene Augen oder gebrochene Nasen – ist nicht jedermanns Sache. Dazu kommen die mitunter üppigen Mengen Bluts, das im Ring fließt. Erinnert sei nur an Arthur Abrahams erfolgreiche Titelverteidigung gegen den Kubaner Edison Miranda am 23. September 2006.

Doppelter Kieferbruch stoppt Abraham nicht

Mit doppelt gebrochenem Kiefer ging der IBF-Weltmeister im Mittelgewicht in Wetzlar über die volle Distanz von zwölf Runden. Seine dritte erfolgreiche Titelverteidigung wird unvergessen bleiben - auch den weniger nervenstarken Augenzeugen…

Chavez prügelt Johnson zu Tode

Wenn – wie am 22. September 2005 – wieder einmal eine Todesnachricht das Boxen erschüttert, kochen die Diskussionen über den Sinn oder Unsinn des Megageschäftes wieder hoch. Der vom Mexikaner Jesus Chavez entthronte Leichtgewichts-Weltmeister der IBF, Leavander Johnson, überlebte 409 Wirkungstreffer, die der US-Amerikaner im Rahmen seiner Titelverteidigung in Los Angeles einsteckte, nur um fünf Tage. Nach einer Notoperation hatte der 35-jährige Vater von vier Kindern das Bewusstsein nicht mehr erlangt.

Gedopter Elze bezahlt Traum mit seinem Leben

Vor 40 Jahren trauerte der deutsche Boxsport um Jupp Elze. Der damals 28-jährige Mittelgewichtler war am 12. Juni 1968 auf dem Weg, den Italiener Carlos Duran als Europameister zu entthronen. In der letzten Runde dann kassierte Elze einen Schlag auf den Hinterkopf. Er gab auf, setzte sich in seine Ecke – und weinte. Eine Gehirnblutung kostete Elze sein junges Leben. Aber: Er war mit drei verschiedenen Substanzen gedopt…

Der packende „Thriller von Manila“

Als seien sie gedopt, prügelten am 30. September 1975 die Schwergewichtslegenden Muhammad Ali und Joe Frazier aufeinander ein. Angesichts der Erkenntnis der Wissenschaft, dass in einem Fight in der Königsklasse des Boxens Schläge mit einer Belastung des Kopfes mit bis zu 590 (!) Kilogramm ausgeteilt werden, ein umso unglaublicheres Ereignis, das Sportgeschichte darstellt. Trotzdem behaupten deutsche Sportmediziner, Kopfbälle beim Fußball bärgen eine größere Gefahr. Auf der anderen Seite fordert der britische Ärzteverband sogar ein Verbot des Boxens.

Futch greift noch rechtzeitig ein

Die Erzrivalen Ali und Frazier - von zutiefst empfundener Antipathie angetrieben - überlebten den „Thriller von Manila“ jedenfalls. Zu verdanken war dies jedoch nur Fraziers Trainer Eddie Futch. Er nahm seinen Schützling vor der letzten Runde, der 15., heraus. Ali kippte daraufhin in seiner Ecke völlig entkräftet vom Stuhl… Die zwölfte Runde dieser Schlacht wurde später zur Boxrunde des Jahres erklärt. 

Klitschkos Wille muss sich Verletzungen beugen

Den – bis dahin – Kampf seines Lebens lieferte Vitali Klitschko am 21. Juni 2003 in Los Angeles. Dass der Ukrainer ihn durch Abbruch verlor, erhob seine Leistung gegen WBC-Titelträger Lennox Lewis nur noch. Der Brite hatte das Gesicht Klitschkos derart zugerichtet, dass dem damals 31-Jährigen nur noch über 80 Stiche halfen, um seine Optik wieder zusammenzunähen. Nach Punkten aber führte Klitschko, der die Herzen der Fans in Übersee mit seinem heroischen Auftritt erobert hatte.

Alis hoher Preis für Erfolg und Ruhm

Früher Hero, heute sichtbar krank: Wer weiß, wer noch in der Zukunft das Schicksal des „Größten“ zu teilen hat. Muhammad Ali bezahlte im Alter dafür, nicht rechtzeitig losgelassen zu haben und abgetreten zu sein.

Unser Experte erklärt, was kaum zu sehen ist

Die zu den aktiven Zeiten des Olympiasiegers von 1960 noch weitgehend unsichtbaren Folgen ungezählter Kopftreffer sind seit Jahren für alle Welt sichtbar: als Parkinson’sche Krankheit. Das einstige Großmaul, das von der Präzision und Geschwindigkeit seiner Worte und Fäuste sehr gut lebte, zittert heute und kann sich nur sehr schwer ausdrücken… Unser Sportkolleg-Experte Dr. med. Gunter Trieb erklärt im Video-Interview, was tatsächlich passiert, wenn’s beim Boxen einschlägt.

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