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EM 2008 - DFB-Elf: Guido Buchwald checkt die Außenverteidigung (2)

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Nationalteam-Check: Außenverteidigung  

"Vorstellbar, dass Löw den Torwart wechselt"

03.03.2008, 21:41 Uhr | Das Interview führte Patrick Brandenburg, t-online.de

Unsicherheitsfaktor in Österreich: Jens Lehmann (Foto: imago)Unsicherheitsfaktor in Österreich: Jens Lehmann (Foto: imago) Wird der Bundestrainer bei der Auswahl des Kaders mehr nach Form oder Verdienst gehen?
Beide Kriterien wird er in diese Entscheidung einfließen lassen. Verdienst für die Nationalmannschaft - das heißt ja, dass ein Spieler schon sehr gute Auftritte im Nationaltrikot abgeliefert und sich bewährt hat. Das gibt die Gewissheit: Solche Spieler können sich bei einem Turnier eine Rolle spielen. Auf der anderen Seite: Wenn ein Akteur keine Spielpraxis hat oder außer Form ist, muss der Bundestrainer sagen, er ist nicht stark genug für den Kader und sehen, wer momentan besser für das Team ist. Bei großen Leistungsunterschieden dürfen die Verdienste keine so große Rolle spielen.

Formcheck So spielten die EM-Kandidaten am 24. Spieltag

Gilt das auch für die Torwartdebatte? Sollte Jens Lehmann mit zur EM, auch wenn er bis dahin für Arsenal London kein Spiel mehr macht?
Das ist eine sehr schwierige Frage. Mitfahren sollte Lehmann auf jeden Fall - wenn er bereit ist, sich auch auf die Bank zu setzen. Mit seiner riesigen Erfahrung kann er den anderen Torhütern helfen. Bei einem Lehmann in Österreich-Form gehört ein anderer Keeper ins Tor. Aber Jens hat große Fähigkeiten und kann sich in ein Turnier reinsteigern. Er sieht die EM womöglich als Schlusspunkt seiner Karriere. Von daher dürfte die Konzentration überhaupt kein Problem sein. Ob er die Nummer eins bleibt, sollte der Bundestrainer in der Vorbereitung entscheiden. Da sollte man sehr genau auf Lehmanns Tagesform schauen. In Andy Köpke steht Löw ein unheimlich erfahrener Torwarttrainer zur Seite, der das sehr gut beurteilen kann. Schließlich hat er Ähnliches bei der WM 1994 in den USA selbst erlebt.

Im Steckbrief Jens Lehmann

Sie können sich also vorstellen, dass der Bundestrainer noch kurz vor der EM seine Nummer eins wechselt.
Ja, das kann ich mir vorstellen. Das Schwierige ist, dass zurzeit kein Torhüter die Konkurrenten absolut überragt und man sagen würde: Der eine muss raus, weil ein anderer absolut besser ist. Alle Kandidaten haben ihre kleinen Problemchen. Das kann man sich für die Torhüternation Deutschland eigentlich nicht vorstellen. Wir haben doch immer die besten Keeper der Welt gehabt. Momentan erleben wir einen Umbruch. Vielleicht waren Oliver Kahn und Lehmann zu lange die bestimmenden Akteure. Die junge Generation muss erst einmal zeigen, dass sie besser ist. Spätestens nach der EM wird alles neu aufgestellt.

Vor drei Jahren beim Konföderationen Pokal sprachen Zeitungen amüsiert vom Kinderriegel. Auch wenn sich viele DFB-Verteidiger entwickelt haben, liegt der Altersschnitt immer noch unter 24 Jahren. Metzelder ist mit 27 Jahren…
….schon der Oldie.

Ist die deutsche Hintermannschaft reif genug?
Ich glaube schon. Sie haben ja ‚eine Menge Erfahrungen gesammelt – in der Nationalmannschaft, in der Champions League. Metzelder spielt jetzt bei Real Madrid, größere Erfahrungswerte kann man nicht bekommen. Vor allem wenn man mit einem Cannavaro zusammenspielt. Insofern spielt das Alter bei unserer Hintermannschaft keine Rolle, sie ist erfahren genug für die EM.

Im nächsten Testspiel gegen die Schweiz muss der Bundestrainer verletzte Stammspieler ersetzen. Soll er in den abschließenden Partien vor Turnierstart weitere Kandidaten testen oder lieber das EM-Team sich einspielen lassen?
Die Mannschaft braucht die Chance, sich einzuspielen. Natürlich kann man den einen oder anderen in der 60. Minute tauschen. Aber große Wechsel würde ich nicht mehr vornehmen. In einer Vereinsmannschaft ist man ja das ganze Jahr über zusammen. Da kann man auch mal zwei, drei Wochen raus sein oder mit anderen zusammenspielen. Aber wenn die Nationalmannschaft zusammenkommt um eine EM zu bestreiten, braucht sie Zeit, um sich einzuspielen.

Das DFB-Team hat nur gut eine Woche Zeit im Trainingslager auf Mallorca. Falls Metzelder ausfällt: Reicht das, um eine neue Abwehr zu formen?
Ja, auf jeden Fall reicht das. Metzelder hat ja in der jüngeren Vergangenheit schon einige Spiele verpasst und ist erfolgreich ersetzt worden, sogar in verschiedenen Kombinationen. Die Akteure kennen sich ja alle.

Petric, Smolarek, Linz. Die Stürmer der EM-Gruppengegner sind größtenteils alte Bekannte. Spielt das der deutschen Abwehr in die Hände?
Es ist immer gut, die Gegenspieler aus eigener Erfahrung zu kennen. Dann lassen sich Stärken und Schwächen besser einschätzen. Das ist unbestreitbar ein Vorteil. Aber im heutigen Fußball kennt man alle Nationalspieler der großen Nationen in und auswendig. Jeder kennt jeden – nicht zuletzt durch das enorme Fernsehangebot. Die internationalen Stars haben keine Geheimnisse mehr.

Im Überblick Der Spielplan der EURO 2008
Die EM selbst durchspielen Interaktiver Spielplan
Hintergrund Der Fahrplan der Nationalmannschaft für die EM 2008

Vor welchem Spieler Polens, Kroatiens und Österreichs müssen die deutschen Abwehrspieler den meisten Respekt haben.
Die Kroaten werden es den Deutschen ganz besonders zeigen wollen. Dortmunds Angreifer Mladen Petric hat seine Fähigkeiten bewiesen. Auf ihn müssen wir aufpassen. Ansonsten: Den Linz kennen wir jetzt zur Genüge aus den UEFA-Cup-Duellen seines FC Braga gegen den FC Bayern und gegen Werder Bremen, sowie vom Länderspiel gegen Österreich. Er ist ein unangenehmer Spieler. Aber eine Rakete, auf die man unbedingt aufpassen müsste? Nein, die sehe ich in den Reihen der Gruppengegner nicht.

Was trauen Sie der deutschen Mannschaft zu bei der Europameisterschaft?
Den Titel.

Trotz kleinerer Rückschläge zuletzt mit der deutlichen Niederlage gegen Tschechien, der Nullnummer gegen Wales und dem Glückssieg in Österreich?

Vor der WM 2006 haben wir auch sehr schlechte Spiele gehabt. In Italien gab es diese schwere Niederlage. Aber die deutsche Nationalmannschaft kann sich in einem Turnier immer entwickeln. Und nach wie vor sind Harmonie und Siegeswille ein ganz großes Plus. Daher traue ich dem DFB-Team den Titel zu. Natürlich kann man auch gegen Holland, Frankreich oder Italien verlieren.

Das sind die größten Konkurrenten im Kampf um die EM-Krone?
Ja.

Auch in dieser Reihenfolge?
Nein, ohne Reihenfolge. Alle diese Teams sind stark. Diese vier Nationen – also Deutschland eingeschlossen – können jedes andere Team schlagen. Es gibt keinen absoluten Topfavoriten.

Herr Buchwald, vielen Dank für dieses Gespräch.

Die Außenverteidiger im Buchwald-Check
Teil 1 "Ich habe Hinkel noch auf der Rechnung"

Die Innenverteidiger im Buchwald-Check
Teil 1 "Metzelder kommt an die Weltklasse ran"
Teil 2 Wer als Ersatz für M + M in Frage kommt

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