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Vinnie Jones - das große Raubein

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Defensivspieler  

Vinnie Jones - das große Raubein

11.03.2008, 00:29 Uhr | t-online.de

Vinnie Jones 1988 beim Pokalsieg des FC Wimbledon. (Foto: imago)Vinnie Jones 1988 beim Pokalsieg des FC Wimbledon. (Foto: imago) Spätestens 1992 hatte es Vinnie Jones ins Rampenlicht geschafft. Mit dem "Lehr"-Video "Soccer's hard men" machte er sich auf der britischen Insel und weit darüber hinaus bekannt. In 78 Minuten Laufzeit präsentierte das notorische Raubein die schmutzigsten Fouls der Premier League - und erklärte, wie man diese Tricks am besten im Spiel umsetzt. Der Aufschrei im Geburtsland des Fair Play war enorm - und der englische Verband verurteilte Jones zu einer Strafe von 22.000 Pfund. Doch der Weg zum Hauptdarsteller auf dem Rasen und der Leinwand war frei.

Foto-Show Raubein und Schauspieler: Vinnie Jones

Schnellste Verwarnung der Liga-Geschichte

Kultkicker, Knochenbrecher, Kino-Held: Vinnie Jones ist bis heute eine der schillerndsten Figuren, die der an Sensationen ohnehin reiche englische Fußball hervorgebracht hat. Über den Umweg beim schwedischen Zweitligisten IFK Holmberg hatte es der Fighter Mitte der achtziger Jahre in den bezahlten englischen Fußball geschafft. Beim FC Wimbledon erkämpfte sich Jones schnell den Ruf eines Raubeins und wurde mit dem Spitznamen "die Axt" geadelt. 13 Platzverweise sammelte der böse Bube in 386 Erstligaspielen, dazu den bis heute gültigen Rekord der schnellsten Verwarnung - auch wenn sich die Statistiker streiten, ob Jones zwei oder fünf Sekunden nach Anpfiff Gelb sah. Mit einem Tackling beendete er die Karriere seines Widersachers Gary Stevens von den Tottenham Hotspurs. Bei seinen Klubs war Jones trotzdem fast immer der Publikumsliebling - einen Typen wie ihn hat man lieber im eigenen Team als auf der Gegenseite.

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Weltberühmter Griff in die Kronjuwelen

Unvergessen ist auch, wie er einst bei Newcastles Paul Gascoigne einen bleibenden Eindruck hinterließ. Dem angehenden englischen Nationalhelden griff er im Zweikampf mit Wonne in die Kronjuwelen. Das Foto von Gazzas ersten Tränen im Profifußball ging um die Welt. Nachdem Jones einmal von Schottlands Legende Kenny Dalglish gefoult wurde, drohte er: "Mach das nochmal und ich reiße dir ein Ohr ab und spucke ins Loch." Zur ungesunden britischen Härte gesellten sich bei Jones aber noch andere Fähigkeiten. So erzielte der Mittelfeldspieler, dessen Wirkungsbereich eigentlich eher vorm eigenen Strafraum lag, stolze 33 Ligatore. Für einen verkappten Abwehrspieler eine ordentliche Quote. Ins Nationalteam Englands schaffte es der bekennende Anhänger der Konservativen Partei aber nicht - wie viele andere Kicker wich er auf ein anderes britisches Team aus und kam für Wales, der Heimat seiner Großeltern, auf acht Einsätze.

Die Anfield Road entweiht

Heutzutage würde man Vinnie Jones zum "Aggressive Leader" küren. Denn sein Siegeswille hat so manchem Team gut getan. 1986 führte er die Underdogs des FC Wimbledon zum Erfolg im FA-Cup-Finale - die so genannte "Crazy Gang", die hart gegen sich selbst und gegen andere waren und beim Abschiedsspiel eines Teamkollegen schon mal vor Publikum ihre Hintern entblößten, setzten sich überraschend gegen Rekordmeister FC Liverpool durch. Auch mit seinem späteren Verein Chelsea schrieb Jones Geschichte. 55 Jahre hatten die Londoner nicht an der Anfield Road in Liverpool gewonnen, bis Jones und Teamkollege Dennis Wise den Fluch 1992 durch ihre Tore zum 2:0 beendeten. Vor der Partie hatten die beiden Kicker im furchteinflößenden Spielertunnel, der eng und dunkel ist und die Reds-Gesänge der Tribünen bündelt, das altehrwürdige Schild "This is Anfield" kurzerhand mit einem Edding entweiht: "Wir sind beeindruckt."

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Nachbarstreit und Flugverbot

Auch außerhalb des Platzes sorgte Jones immer wieder für Schlagzeilen. 1998 wurde er von einem englischen Gericht zu Sozialstunden verurteilt, weil er einen Nachbarn tätlich angegriffen hatte. 2003 handelte er sich ein Flugverbot bei der Linie Virgin Atlantic ein, weil der heute 43-Jährige auf dem Weg nach Tokio eine Prügelei verursacht hatte. Andererseits zeigte das Raubein auch immer wieder einen weichen Kern und spendete für wohltätige Zwecke.

Von Watford nach Hollywood

In aller Munde ist Jones heute aufgrund seiner zweiten Karriere, in der er es mittlerweile auf über 30 Filmrollen bringt. Madonnas späterer Ehemann Guy Ritchie entdeckte den harten Hund 1998 für sein gefeiertes Regie-Debüt "Bube, Dame, König, Gras" - eine Kleinganoven-Komödie. Für die Darstellung wurde der Schauspiel-Novize mit Preisen und weiteren Angeboten überhäuft. So trat der gebürtige Watforder auch in Ritchies zweitem Kino-Film "Snatch" auf - an der Seite von Brad Pitt -, in "Noch 60 Sekunden" neben Nicolas Cage, oder auch im dritten Teil des Hollywood-Blockbusters X-Men. Von seiner ursprünglichen Leidenschaft kann Jones aber immer noch nicht lassen. In seiner neuen Wahlheimat Los Angeles gründete er den "Hollywood All-Stars Football Club".

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