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Eine "reizende" Angewohnheit

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Sportkolleg - Cholerisch auf dem Centre Court  

Eine "reizende" Angewohnheit

14.03.2008, 20:48 Uhr | Jörg Hausmann

John McEnroe (Foto: imago)John McEnroe (Foto: imago) Weiß: Diese Farbe steht für Reinheit, Klarheit, aber vor allem auch Unschuld - und Wimbledon. Auf dem Heiligen Rasen des Londoner Stadtteils wird strenger als irgendwo sonst im Tennis-Circuit auf die Einhaltung des korrekten Outfits geachtet. Wer aber glaubt, der so genannte Weiße Sport und der Heilige Rasen kannten nur Lämmer, der hat die berühmtesten Schwarzen Schafe nie auf den Centre Courts erlebt: An der Spitze John McEnroe und auch dessen US-Landsmann Jimmy Connors oder - heutzutage - den Österreicher Daniel Köllerer. Cholerik auf dem Tennisplatz: Eine "reizende" Eigenschaft, ebenso störend wie motivierend, ebenso Kraft kostend wie frei setzend.

Unvergleichliches Genie - und ein Schrecken der Schiedsrichter

Wenn es darum ging - und auf der so genannten Senior's Tour noch immer geht - vermeintliche Ungerechtigkeiten seitens der Schiedsrichter auszudiskutieren, war und ist John Patrick McEnroe junior stets ganz vorne mit dabei. Der in Wiesbaden geborene Sohn eines US-Besatzungssoldaten hätte längst ganz sicher lebenslängliche Haft verordnet bekommen, existierte ein Knast für Tennisprofis. Ebenso jähzornig wie talentiert mit Schläger und Filzkugel, ließ die frühere Nummer eins der Welt ihren Emotionen stets freien Lauf. Was da an Schimpftiraden Richtung Schiedsrichterstuhl unterwegs ist und war, ging und geht selten als jugendfrei durch.

Connors' Mutter predigt ihrem Sohn Hass auf die Gegner

Im Gegensatz zu McEnroe erschien einer seiner großen Widersacher der 70er und 80er Jahre zum Ende seiner großartigen Laufbahn geläutert. Jimmy Connors soll von seiner Mutter, die ihn im Tennisspiel unterrichtete, auf Hass auf seine Gegner getrimmt worden sein. Im weisen Alter von fast 40 Jahren riss er dann die Menschen nur noch auf Grund seines aufopferungsvollen Einsatzes von den Sitzen. Unvergessen und in Erinnerung blieben die Grand-Slam-Turniere in Paris 1989 und in New York 1991.

Unterschriftenaktion gegen "Crazy Dani"

Anno 2008 garantiert ein Österreicher für reichlich Unterhaltung auf dem Court. Daniel Köllerers Ausbrüche haben dem 24-Jährigen den Spitznamen des "Crazy Dani" eingetragen. Zudem zog die beaufsichtigende Organisation ATP den impulsiven Alpenländer bereits für ein halbes Jahr aus dem Verkehr. Bei den Kollegen kommt der Unsympath mit seinem Benehmen derart schlecht an, dass sie gar eine Unterschriftenliste anlegten, um von Köllerers übertrieben-selbstbewusstem Auftreten verschont zu bleiben. Der Gescholtene kündigte an, sich künftig mehr auf den Ball und seine zweifelsohne vorhandenen Fähigkeiten zu konzentrieren - und 2008 zum besten Vertreter Österreichs in der Welötrangliste aufzusteigen.

Die fiesen Tricks der Frauen

Aber nicht nur Männer, auch das vorgeblich Schwache Geschlecht neigt ab und an zu schweren verbalen Entgleisungen. 1997 blieb es nicht dabei, als sich die Rumänin Irina Spirlea in einer Spielpause dazu hinreißen ließ, ihrer US-amerikanischen Kontrahentin Venus Williams einen unmissverständlichen Tritt vors Knie zu verpassen. Im Expertengespräch des Videos erklärt Ihnen der deutsche Tennisprofi Andrea Petkovic, warum und mit welchen Tricks unter den Frauen gearbeitet wird, um zum Erfolg zu kommen.

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