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Deutsche EM-Gegner sind noch nicht in Form

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WM 2008  

Deutsche EM-Gegner sind noch nicht in Form

27.03.2008, 19:16 Uhr | dpa

Andreas Ivanschitz (Foto: Reuters) Kroatien ansprechend, Österreich ausgepfiffen, Polen abgeschossen: 74 Tage vor dem deutschen Auftaktspiel bei der Fußball-Europameisterschaft haben die Gruppen-Widersacher die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw nicht gerade in Angst und Schrecken versetzt. Während der DFB-Auswahl bei Mit-Gastgeber Schweiz ein souveräner 4:0-Erfolg gelang, agierte EM-Einstiegsgegner Polen desolat und kam gegen die USA 0:3 unter die Räder. Während Kroatien trotz chaotischer Vorbereitung ein 1:1 bei den erstarkten Schotten erzielte, verspielte Co-Ausrichter Österreich beim 3:4 gegen die Niederlande einen Drei-Tore-Vorsprung. Derweil avanciert das seit über 16 Monaten und 14 Länderspielen unbesiegte Team Spaniens immer mehr zum Geheimfavoriten: Binnen sechs Wochen bezwangen die Iberer Vize-Weltmeister Frankreich und WM-Champion Italien jeweils mit 1:0.

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Spanien gibt Zurückhaltung auf

"Wir haben eine starke Mannschaft mit der besten Abwehr der Welt. Es ist ein Vorteil, mit Siegen über Frankreich und Italien zur EM zu fahren", sagte der sonst auf Understatement bedachte Luis Aragones nach dem Prestige-Erfolg voller Euphorie. Der auch "Weise von Hortaleza" genannte Trainer-Veteran lobte, sein Team habe "perfekt gespielt" und "ein Spektakel" gegen einen gleichwertigen Gegner geboten. Zudem hatte der 69-Jährige mit David Villas Einwechslung ein glückliches Händchen. Der Stürmer kam nach der Pause zum Zuge und traf mit einem traumhaften Volley-Schuss in den Winkel. "Das Resultat gibt Spanien die Erlaubnis zu träumen. Die Nationalelf kann ohne Komplexe zur EM fahren", urteilte "As". Und "Marca" glaubt sogar: "Wenn man so gewinnt, ist alles möglich."

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Hohe Prämie ausgehandelt

Sollte den nicht eben als Turnier-Mannschaft bekannten Spaniern der EM-Sieg in Österreich und der Schweiz gelingen, könnten sie eine Superprämie einstreichen: Laut Medienberichten hat der Spielerrat vor dem Italien-Match eine Erfolgsgage von angeblich bis zu 600.000 Euro pro Mann ausgehandelt. Zum Vergleich: Jeder deutsche Spieler erhielte für den vierten EM-Titel nach 1972, 1980 und 1996 nur 250.000 Euro.

Österreich wird verspottet

Derartiges dürfte für Österreich unerreichbar sein. Die bittere Lektion gegen die Oranje-Elf, deren Keeper Henk Timmer mit Patzern die Austria-Tore durch Andreas Ivanschitz und Sebastian Prödl (2) zum zwischenzeitlichen 3:0 ermöglichte, zeigte den Hausherren deutlich ihre Grenzen auf. "International können wir mit dem Niveau und Tempo über 90 Minuten nicht mithalten", gab Coach Josef Hickersberger offen zu. "Eine Halbzeit EURO-reif, nach der Pause nur noch peinlich", fasste das Boulevardblatt "Österreich" die Partie trefflich zusammen, in der Klaas-Jan Huntelaar (2), Jan Vennegoor of Hesselink und John Heitinga für die Wende sorgten. "Aus Helden wurden Prügelknaben", schrieb der "Kurier" über die letztlich ausgepfiffenen Hausherren.

Auch Polen in der Krise

Auch Polens Spieler bekamen ihr Fett ab. "Alle liefen wie in der Dunkelheit und behinderten sich gegenseitig", monierte die Zeitung "Rzeczpospolita". Die Verteidiger hätten bis zum Spielende nicht gewusst, was auf dem Feld geschehen sei. Während Coach Leo Beenhakker die Schlappe als "nicht so schlimm" einstufte und meinte, bei der EM werde man "eine andere polnische Mannschaft sehen", forderten die Kommentatoren ein Ende der Experimente. Die "Gazeta Wyborcza" sprach von einer "Blamage" und monierte: Bei den aus Frei- und Eckstößen resultierenden Toren durch Bocanegra (12.), Onyewu (35.) und Lewis (73.) hätten die Polen "erstarrt und total verwirrt" herumgestanden.

Klasnic macht Hoffnung

Bei Kroatien, am 12. Juni zweiter deutscher EM-Gegner, war die im Vorfeld von Trainer Slaven Bilic geäußerte Kritik, als nur sechs Mann zum ersten Training angekommen waren, vergessen. "Erfolgreicher Test - mit Optimismus zur EM: Das Unentschieden gibt Ruhe zurück", titelte "Sportske novosti" am Donnerstag. "Ich bin ganz happy mit dem Team", sagte Bilic, der Ivan Klasnic das Nationalelf-Comeback nach dessen zwei Nierentransplantationen ermöglichte. "Es war schön, wieder dabei gewesen zu sein", gestand der Stürmer von Werder Bremen glücklich.

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