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Wenn der Adler mal ins Fliegen kommt...

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Die Lage der Liga - 26. Spieltag  

Wenn der Adler mal ins Fliegen kommt...

30.03.2008, 13:33 Uhr | Jörg Hausmann, t-online.de

Tolles Frankfurter Kollektiv: Ochs, Galindo, Trainer Funkel, Spycher (v. li.) (Foto: imago)Tolles Frankfurter Kollektiv: Ochs, Galindo, Trainer Funkel, Spycher (v. li.) (Foto: imago) Cheftrainer Friedhelm Funkel und Vorstandschef Heribert Bruchhagen stehen für die neue Eintracht und deren wohltuenden Realismus. Angesichts von 19 Punkten aus neun Rückrundenpartien und eines 2:0-Sieges in Leverkusen, schlägt dieser aus Frankfurt aus der Vergangenheit nicht gekannte Realismus aber allmählich in eine Verleugnung der Tabelle und der eigenen Leistung um: Mit dem sechsten Bundesligasieg im Kalenderjahr 2008 flogen die Adler auf Rang zwei des Rückrundentableaus - vorbei am FC Bayern München. Ganze drei Punkte fehlen in der Gesamtwertung noch auf den FC Schalke 04 und somit einen Qualifikationsplatz zur Champions League! Doch Funkel und Co. erkranken keineswegs an einem Höhenkoller und reden - frei von Schwindel - selbst die UEFA-Cup-Aussichten klein: "Bis wir unsere Zielmarke von 45 Punkten nicht erreicht haben, geben wir keine neuen Ziele aus", äußerte der Coach gegenüber "Premiere".

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Vorstände spielen sich nicht mehr in den Vordergrund

Derartige Bescheidenheit ist gar nicht mehr so neu am Main - aber angesichts des Herkommens der einstigen "Diva" noch immer eine Bemerkung wert. Der Fisch begann - auch und besonders in Frankfurt - noch immer vom Kopf zu stinken. Doch Ohrfeigen auf Jahreshauptversammlungen, Chaos und Unfähigkeit inmitten der Führung, gehören am Main ebenso der Vergangenheit an wie Größenwahn bezüglich der Erwartungshaltung an konsequent überbezahlte Kader. Für deren divenhaft-lustlose Auftritte hielten am Main reihenweise Trainer ihren Kopf hin. Unvergessen und beispielhaft jenes 0:6 gegen den Hamburger SV am 13. April 1991, das die SGE zwischenzeitlich einen Platz im UEFA Cup und Cheftrainer Jörg Berger am Main erstmals den Job kostete.

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Nicht mit allen Mitteln an der Spitze stehen, sondern wieder dazugehören

Bergers Nachfolger und Vorgänger Klaus Toppmöller und Jupp Heynckes versuchten sich mit lebendigen Tieren in der Umkleidekabine und Drehen an der Uhr am Unterfangen, aus einer Ansammlung begabter und teurer Individualisten eine Meistermannschaft zu formen. Heute wollen sie in Frankfurt nicht mehr - zumindest nicht mit aller Macht - Meister werden, sondern sich wieder auf Dauer in der Liga etablieren. Heute ist ein Trainer wie Funkel bereits im vierten Jahr im Amt, gestützt von einem Vorstand, der sich nicht um die eigenen Eitelkeiten, sondern um den Verein kümmert. Heute steht ein Kollektiv in Schwarz und Rot auf dem Platz, das weiß Gott nicht den Glanz früherer Tage versprüht - aber Ergebnisse abliefert.

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Zwei Mal mit Funkel die Klasse gehalten

Um nicht zu sagen: Resultate, des konsequenten und zielgerichteten Wirkens Bruchhagens und Funkels. Der erfahrene Funktionär und der routinierte Trainer hätten schon kurz nach ihrem ersten gemeinsamen Etappenerfolg - dem Wiederaufstieg 2005 - ihre Weg trennen können: die Tabelle gab das argumentativ am 2. Oktober 2005 vollkommen her. Damals glänzte die Eintracht nach einem 0:1 gegen Schalke 04 und nur einem Erfolg aus acht Begegnungen als Schlusslicht der Liga. Ausgerechnet gegen die Ex-Klubs ihres Coaches, Duisburg (1:0) und Köln (6:3), riss Funkels Elf das Ruder herum, stieß bis ins Pokalfinale gegen den FC Bayern vor (0:1) und sicherte sich am 33. Spieltag den Klassenerhalt. Im vergangenen Jahr gelang die Befreiung von dieser Sorge schon eine Woche früher.

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Was dann, Herr Funkel, wenn 45 Punkte eingefahren sind?

Der Ist-Zustand markiert den vorläufigen Höhepunkt einer Aufbauarbeit, die sich die Eintracht vielleicht in Mönchengladbach (Ära Weisweiler), vielleicht in Bremen (Ären Rehhagel und Schaaf), vielleicht in Karlsruhe (Ära Schäfer) abgeguckt, aber sich vielleicht auch selbst ausgedacht hat. In jedem Fall schwebt der an Leid gewöhnte Klub-Anhang im siebten Himmel, ohne gleich schon wieder den Erdboden unter den Füßen zu verlieren. Nicht auszudenken, was passiert, wenn ihre Lieben am kommenden Samstag den Nürnberger Club noch ein bisschen mehr Richtung Zweitklassigkeit schießen sollten - und sich selbst endgültig zu 45 Punkten. Für diesen Zeitpunkt nämlich versprach Funkel, die Zielsetzung zu korrigieren. Welch angenehmer Druck lastet plötzlich auf dem 54-Jährigen...

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